• regioevent.de
  • heimatsport.de
  • am-sonntag.de


pnp.de 2.08.2014

Ostbayern

Heute: 30°C - 14°C

präsentiert von:


Login

   Jetzt registrieren!   Passwort vergessen?




Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




23.01.2013  |  17:22 Uhr

Cameron will Volk über EU-Mitgliedschaft entscheiden lassen

Lesenswert (1) Lesenswert 3 KommentareKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken






London - Großbritanniens Premier David Cameron sucht die offene Konfrontation mit Brüssel. Mit der Ankündigung einer Volksabstimmung über den Verbleib seines Landes in der EU setzt der konservative Regierungschef die europäischen Partner massiv unter Druck.

Das Referendum soll spätestens Ende 2017 stattfinden, falls Cameron 2015 wiedergewählt wird. Bis dahin will er die anderen EU-Mitglieder zu weitreichenden Zugeständnissen zwingen - und wichtige Kompetenzen nach London zurückholen.

Gelingt dies nicht, könnte Großbritannien als erstes Land die Europäische Union wieder verlassen. "Es ist Zeit, dass das britische Volk abstimmen kann. Es ist Zeit, dass wir diese Frage zu Großbritannien und Europa lösen", sagte Cameron am Mittwoch in London.

Die EU solle flexibler, wettbewerbsfähiger und demokratischer werden, verlangte Cameron in einer lange erwarteten und mehrmals verschobenen Grundsatzrede zur Europapolitik. Großbritannien gehe es vor allem um die Teilnahme am Binnenmarkt. Von Brüssel aufgebürdete Regulierungen, etwa bei der Arbeitszeit für Krankenhausärzte, wolle Großbritannien aber künftig nicht mehr mittragen.

Cameron machte deutlich, er wolle nicht mehr Integration in Europa, sondern weniger. Er selbst sei aber für den Verbleib Großbritanniens in der EU und wolle dafür "mit Herz und Seele" kämpfen.

Der vom rechten Flügel seiner konservativen Partei lange geforderte Vorstoß Camerons stieß im Ausland auf teils vehemente Kritik. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte: "Rosinenpicken ist keine Option." Kanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt auf konstruktive Gespräche. "Europa bedeutet auch immer, dass man faire Kompromisse findet", sagte sie in Berlin. "In diesem Rahmen sind wir natürlich bereit, auch über britische Wünsche zu sprechen." Aber man müsse immer im Auge haben, dass andere Länder auch andere Wünsche haben.

Der französische Außenminister Laurent Fabius verglich die britische Haltung mit der eines Fußballers, der einem Klub beitritt und "plötzlich sagt, er wolle Rugby spielen." Der niederländische Außenminister Frans Timmermans warnte Großbritannien davor, aus der EU "wegzulaufen". EU-Parlamentspräsident Martin Schulz erklärte, Großbritannien habe innerhalb der EU jahrelang eine Blockadehaltung eingenommen. "Da sind diejenigen, die an den Verzögerungen in Europa maßgeblich Schuld sind, diejenigen, die mit dem Finger auf Europa zeigen". Cameron sei ein "Zauberlehrling, der die Geister, die er rief, nicht mehr beherrscht", sagte Schulz.

Harsche Kritik kam auch aus Skandinavien, Spanien und Österreich. "Das ist keine seriöse Politik", sagte Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann. Die EU-Kommission, die Cameron in seiner Rede als ineffizient und undemokratisch frontal angegriffen hatte, begrüßte die Vorschläge Camerons als "wichtigen Beitrag zur demokratischen Debatte in Großbritannien über Europa". Bei letzten Umfragen auf der Insel hatte weder ein Austritt noch ein Verbleib in der EU eine klare Mehrheit.

In Großbritannien jubelte vor allem das rechte Lager. Der Vorsitzende der Rechtspartei UKIP, Nigel Farages, sagte: "Der Geist ist jetzt aus der Flasche." Der frühere Verteidigungsminister Liam Fox, der innerparteilichen Widerstand bei den Tories angezettelt und Cameron mindestens zwei Abstimmungsniederlagen im Parlament zugefügt hatte, begrüßte die Inhalte der knapp 40-minütigen Rede ebenfalls: "Auf diese Rede eines britischen Premierministers haben wir seit Jahrzehnten gewartet", sagte er in der BBC.

Der eigene Koalitionspartner ging dagegen nach Camerons Rede auf Distanz. "Meiner Meinung nach sind Jahre um Jahre der Unsicherheit wegen einer langwierigen, schlecht definierten Neuverhandlung unserer Position in Europa nicht im nationalen Interesse, weil sie dem Wachstum und der Lage auf dem Arbeitsmarkt schaden", sagte Vizepremier Nick Clegg von den Liberaldemokraten.

Die Opposition warf Cameron in einer hitzig geführten Parlamentsdebatte vor, er stelle parteipolitische Interessen vor die des Landes. Mit der Ankündigung eines Referendums wolle er vor allem die Rechtspartei UKIP auf Distanz halten. Oppositionschef Ed Miliband warf ihm vor, er betreibe damit ein "riesiges Glücksspiel". "Spiel, Satz und Sieg für die Hardliner in seiner Partei", sagte der frühere Labour-Minister und ehemalige EU-Handelskommissar Peter Mandelson.

Cameron forderte, die EU müsse in ihrem Aufbau verändert werden. "Wir brauchen eine Struktur, die die Unterschiedlichkeit der Mitgliedsstaaten widerspiegelt", sagte der Premierminister, der als Schauplatz für seine mehrmals verschobene Rede schließlich das Bankenviertel in der Londoner City ausgewählt hatte. "Die Länder sind unterschiedlich, sie treffen unterschiedliche Entscheidungen. Man kann nicht alles harmonisieren", betonte er und forderte Änderungen in den EU-Verträgen. In ihrem jetzigen Zustand drohe die Union allerdings zu scheitern. "Ich möchte nicht, dass das passiert."








Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2014
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2014
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am











Anzeige











− Foto: Symbolbild: MVV

Einen grausigen Fund haben Bahn-Mitarbeiter in München gemacht – in einem Schließfach am...



Stefan Buchner und Beate Bode. Sie verlassen ihren kleinen, mehrmals überschwemmten Bauernhof in Unterschöllnach und bauen sich in einem Dorf bei Ortenburg ein neues Zuhause auf. − Foto: Maier

Nach dem Jahrhunderthochwasser von 2013 trafen Stefan Buchner und Beate Bode die schwerste...



Aus weißen und roten Grablichtern formten die Mahnwachen-Teilnehmer den Namen des 33-Jährigen und ein dreifaches Herz. − Foto: Kleiner

Eine Woche nach dem tödlichen Schuss eines Polizeibeamten auf einen 33-Jährigen haben am...



Auch am Inn sinkt der Pegel seit Freitag. − Foto: Zanner

Gute Nachrichten für alle Passauer: Die Hochwasser-Situation an Donau und Inn entschärft sich weiter...



Die Fachklinik hatte 17 mal ihrem früheren Chefarzt Dr. Fritz Haas gekündigt. Das Arbeitsgericht Deggendorf erklärte die Kündigungen allesamt für unwirksam, das Arbeitsverhältnis sei nicht beendet. Die Klinik legte Berufung dagegen ein. − Foto: Schwarzbözl

17 Mal hat die Fachklinik für Amputationsmedizin seit September 2013 Kündigungen gegen Chefarzt Dr...





− Foto: Kleiner

Folgenschwerer Fehler eines Fahnders: Bei dem tödlichen Schuss auf einen mutmaßlichen Drogendealer...



− Foto: dpa/PNP-Archiv

In einem Brandbrief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Bayerns Innenminister...



 - Piffer

Nun führt der tödliche Schuss von Burghausen zu ersten Konsequenzen. Wie das Polizeipräsidium...



Max Straubinger (von links), Andreas Scheuer, Florian Pronold - Fotos: dpa

Über 6,6 Millionen Euro verdienen Bundestagsabgeordnete nebenher. Das haben Recherchen von...



Zur Kräutlsteinbrücke bei Achleiten wurde am Dienstag die Polizei gerufen: Dort hatten Autofahrer drei nackte Personen entdeckt. Es handelte sich dabei um Fotoaufnahmen von Studenten. − Foto: PNP

Drei nackte Personen auf der Kräutlsteinbrücke, die die Donau in Passau von der Grenze bei Achleiten...





− Foto: dpa

Ein Kornkreis in einem Feld nahe Weilheim zieht Esoterik-Anhänger aus dem gesamten deutschsprachigen...



Der Rolls Royce M9000 (1935) gehörte einst Margaret Rutherford, die die Romanfigur Miss Marple verkörperte. Nun freuen sich Adolf und Jitka Tahedl aus Regensburg über ihr außergewöhnliches Cabrio. − Fotos: Limmer

Bestes Sommerwetter mit weißblauem Himmel konnten die 52 Teilnehmer der ADAC-Chiemgau-Historic...



Gelebte Integration: Für die Aufführung der Passionsspiele, die Perlesreut 2014 bereits zum vierten Mal aufführt, wird derzeit geprobt. Flüchtling Silvie (vorne 2.v.r.) genoss ihre erste Probe. −F.: vew

Integration 2014 n. Chr.: Flüchtlinge aus Nigeria, dem Kongo und Serbien wirken mit bei den...



Der Rettungshubschrauber landete am Sonntag gegen 3.20 Uhr auf dem von der Feuerwehr ausgeleuchteten Lallinger Sportplatz, um eine der beiden verletzten Frauen in eine Klinik nach Regensburg zu fliegen. − Foto: Andreas Krallinger/FF Lalling

Schwer verletzt und ohne Hilfe stundenlang alleine an einem abgelegenen Waldweg – diesen...



"Mädchen sind einfach robuster", sagt die Hebamme Diane Mohrhauer, die ihr 4000. Baby Elena Fischl aus Garham im Arm hält. − Foto: Schlegel

Zwillinge oder Frühchen, Steißlage oder Sturzgeburt: Diane Mohrhauer kann nichts erschüttern...





Anzeige

Ratgeber