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Seoul/Moskau - Nordkorea gerät wegen seiner umstrittenen Pläne für einen neuen Satellitenstart stärker unter Druck.

Auch Russland forderte am Montag das weitgehend isolierte Nachbarland eindringlich zum Verzicht auf den Raketenstart auf, in dem die USA sowie Südkorea und Japan den verdeckten Test einer Atomrakete sehen.

Trotz der Warnungen dieser Länder trieb Nordkorea die Vorbereitungen weiter voran. Die erste Stufe einer dreistufigen Trägerrakete sei an der Startrampe in Sohae an der Westküste aufgestellt worden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungskreise in Seoul.

Die Regierung in Pjöngjang verletze mit dem zwischen dem 10. und 22. Dezember angesetzten Test die UN-Resolution 1874, die eindeutig Tests mit Trägerraketen verbiete, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Auch die chinesische Regierung hatte zuvor Besorgnis über das Vorhaben des kommunistischen Bruderlandes geäußert.

Zugleich forderte Russland neue Sechs-Länder-Gespräche für eine Lösung des Konflikts und ein Ende der Sanktionen gegen Nordkorea. Ziel müsse es sein, Pjöngjang in die internationale Zusammenarbeit einzubinden. Grundsätzlich habe das UN-Mitglied ein Recht auf eine Erkundung des Weltraums und eine friedliche Nutzung von Atomenergie, hieß es. Nordkorea will nach eigenen Angaben einen Beobachtungssatelliten auf eine Erdumlaufbahn bringen.

Südkorea verstärkte seine diplomatischen Bemühungen, um Wege zu finden, Nordkorea von seinem Vorhaben abzubringen. Unter anderem besprach der südkoreanische Unterhändler für die sogenannten Sechser-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm, Lim Sung Nam, mit den Botschaftern Chinas, Russlands und Japans in Seoul die Lage. Lim werde zudem an diesem Dienstag zu Gesprächen in die USA reisen, berichtete Yonhap.

Japan kündigte als Gegenmaßnahme die Stationierung von PAC-3-Abfangraketen auf der Insel Okinawa an. Die Lenkflugkörper sollen in wenigen Tagen auf der 1600 Kilometer südlich von Tokio liegenden Insel eintreffen, berichtete der Fernsehsender NHK. Wenn notwendig, werde Japan die nordkoreanische Rakete zerstören, sagte Verteidigungsminister Satoshi Morimoto.

Der Raketenstart könnte mit den Gedenkfeiern zum ersten Todestag des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il am 17. Dezember zusammenfallen. Es wäre der zweite größere Raketenstart des Landes seit der Machtübernahme durch Kims noch nicht 30-jährigen Sohn Kim Jong Un. Der Start einer Rakete des Typs Unha-3 im April war fehlgeschlagen; die Rakete war kurz nach dem Start explodiert.








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