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Teil 7  |  23.09.2011  |  07:00 Uhr

Tanzmusik wie vor 60 Jahren: Keiner spielt so gepfeffert wie er

von Caroline Holzschuher

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Lieder ankündigen und dabei kleine Geschichten erzählen − Josef Pfeffer aus Böbrach ist das Sprechen mit dem Publikum wichtig, doch den jungen Musikern fehle das Gespür dafür, glaubt er.  − Foto: Holzschuher

Lieder ankündigen und dabei kleine Geschichten erzählen − Josef Pfeffer aus Böbrach ist das Sprechen mit dem Publikum wichtig, doch den jungen Musikern fehle das Gespür dafür, glaubt er.  − Foto: Holzschuher

Lieder ankündigen und dabei kleine Geschichten erzählen − Josef Pfeffer aus Böbrach ist das Sprechen mit dem Publikum wichtig, doch den jungen Musikern fehle das Gespür dafür, glaubt er.  − Foto: Holzschuher


Inmitten der Zuhörer sitzen die Blechbläser in Lederhosen, mit dem Bier neben dem Notenständer. Polka, Zwiefache, Märsche und Landler blasen die acht Männer auf ihren Trompeten, Tenorhörnern und Tuba. Ohne Verstärker, ohne Schlagzeug − das war vor 60 Jahren Standard, ist aber heute selten und macht die "Kapelle Josef Pfeffer" aus Böbrach (Lkr. Regen) zu einem Juwel der traditionellen Tanzmusik.

Nach einer Polka erhebt sich einer der Musiker. Es ist Leiter Josef Pfeffer. "Wir spielen jetzt den ,Böhmischen Traum'", kündigt der 78-Jährige an und lässt seinen Blick schweifen. "Ohne den geht nichts." Er lacht und die Zuhörer applaudieren.

"Pfeffers Musik ist mir sofort ins Ohr gestochen"Josef Pfeffer macht an sich nichts Besonderes, er spielt das, was er am liebsten mag: Volksmusik – alte und neue. Zwiefache seien vom Publikum immer besonders gefragt, sagt Pfeffer. Deshalb seien sie fest eingeplant: "'s Maiglöckerl", "'s Wamperl" oder der "Hopfavogl", das sind Pfeffersche Spezialitäten. Alles andere entscheide er dann spontan, ob Tanz oder Zuhören die Gäste erfreut. Seine sieben Musikerfreunde stimmen bei seiner Wahl stets mit ein, auch der jüngste, Enkel Sandro Kauschinger (29).



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Linktipps, Notenblätter und Musikvideos gibt es hier:

Aber Pfeffers Musik ist mehr als die Untermalung auf Hochzeiten, Geburtstagen, Beerdigungen, Kirwa oder Konzerten. Sie lebt durch den Wechsel von laut und leise, dem eigenen Zurücknehmen, um die führende Stimme zu untermalen. "Pfeffer hat eine enorme Stilkenntnis; er weiß, welche Eigenarten die verschiedenen Musikfunktionen besitzen", betont Franz Schötz, Leiter der Volksmusikstelle für Niederbayern und Oberpfalz. Auch merke er, wann er einen anderen auffordern muss, die Melodie zu übernehmen.

"Pfeffers Musik ist mir deshalb sofort ins Ohr gestochen", erzählt Schötz, an sich der "Pfeffer-Entdecker". Vor rund 30 Jahren hat er bei einer musikalischen Entdeckungstour durch Bayern das erste Mal Pfeffer spielen hören. In Kollnburg (Lkr. Regen) auf einer Hochzeit. "Diese Musik war etwas Besonderes", sagt Schötz. Denn nicht das für solche Feierlichkeiten typische Keyboard war da, sondern Pfeffer blies mit zwei anderen Musikanten alte Tanzstücke. "Herr Pfeffer hat eine äußerst kräftige Art zu spielen und das auf jedem Instrument. Egal, ob er Trompete, Tenorhorn oder Posaune spielt – er ist an allen bombensicher", sagt der Experte. Darum bat er Pfeffer in den 1980er Jahren, alte Tanzstücke herauszusuchen und bei bayerischen Tanzveranstaltungen zu spielen. Bald reifte der Gedanke, diese Musik auch festzuhalten. So erschien 1992 die CD "Wespennest" – es war der überregionale "Durchbruch" der Kapelle.

Josef Pfeffer (vorne rechts) mit seiner Kapelle: Josef Kroiss (vorne links), Franz Vogel, Sandro Kauschinger, Michael Kellermeier, Roland Pongratz, Thomas Mietkaner und Gerhard Mietkaner (hinten v.l.).  − Foto: Holzschuher

Josef Pfeffer (vorne rechts) mit seiner Kapelle: Josef Kroiss (vorne links), Franz Vogel, Sandro Kauschinger, Michael Kellermeier, Roland Pongratz, Thomas Mietkaner und Gerhard Mietkaner (hinten v.l.).  − Foto: Holzschuher

Josef Pfeffer (vorne rechts) mit seiner Kapelle: Josef Kroiss (vorne links), Franz Vogel, Sandro Kauschinger, Michael Kellermeier, Roland Pongratz, Thomas Mietkaner und Gerhard Mietkaner (hinten v.l.).  − Foto: Holzschuher


Zur Blasmusik fand Pfeffer selbst im Alter von 15 Jahren, als er das Tenorhorn vom Lebensgefährten der Tante gesehen hat. Noch am selben Tag bat er seinen "Onkel" Karl um Unterricht. "Der meinte nur, nimm's mit und üb'", erzählt Pfeffer. Kein halbes Jahr später spielte er an Silvester 1947/48 bereits bei der "Stern-Kapelle" mit, die er zehn Jahre später als jüngstes Mitglied übernahm. Seitdem ist sie nach ihm benannt. "Durch das Studium von Büchern und Noten anderer habe ich viel gelernt", sagt der 78-Jährige heute, der sein Wissen teilt, indem er Jugendlichen Instrumentalunterricht gibt und Stücke aus dem Radio für seine Kapelle zurechtschreibt. Ein musiktheoretisches Seminar hat er dazu nie besucht. "Erfahrung und Interesse sind wichtiger."

Das Schlagzeug ist schon eingebautDas findet auch Hans Bachmaier (33) aus Geiselhöring bei Straubing, einer der Köpfe des "Niederbayerischen Musikantenstammtisches", bei dem junge Menschen traditionelle Tanzmusik spielen. Ein Idol ist Josef Pfeffer. "Er weiß noch, wie man vor dem Krieg gespielt hat", sagt Bachmaier. Statt Schlagzeug würde diese Musik auf den sogenannten dreistimmigen Blechnachschlag bauen. Das bedeutet, die drei Begleitstimmen geben die für die Tanzmusik wie den Zwiefachen so wichtigen Takt und Rhythmus an. "Diese Art zu Musizieren hebt den Fuß. Und das versuchen wir heute auch", erklärt Bachmaier.

Die Ära der "Kapelle Josef Pfeffer" neigt sich indes dem Ende zu. "In zwei Jahren, mit 80, geb ich die Leitung ab − jedenfalls will ich das", sagt Pfeffer. Die Nachfolger-Problematik, die nicht nur am Engagement zu scheitern droht, hat er dabei fest im Blick. "Die Jungen wissen nicht, wie man mit den Gästen spricht. Aber das ist wichtig." Und als er sein Tenorhorn in den Koffer packt, ist sich Pfeffer sicher: Das Sprechen wird sein Nachfolger dann lernen, so wie er einst vor über 50 Jahren auch.



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