Mit "Welcome 2 My Nightmare" knüpft Alice Cooper an sein Erfolgs-Konzeptalbum von 1975 an
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Vorhang auf für Alptraum Nummer zwei: Alice Cooper hält auf "Welcome 2 My Nightmare" einige Überraschungen parat. − Foto: AD
Vorhang auf für Alptraum Nummer zwei: Alice Cooper hält auf "Welcome 2 My Nightmare" einige Überraschungen parat. − Foto: AD
63 Jahre, 25 Studioalben, mehr als zehn Millionen verkaufte Tonträger: So lässt sich die bewegte Vita eines der größten Rockmusikers aller Zeiten in drei Zahlen ausdrücken. Mit Alben wie "School’s Out" und Hits wie "Poison" prägte Alice Cooper − nicht zuletzt auch dank schockierender Bühnenshows, während derer er sich auch gerne einmal den Kopf "abschlagen" ließ − seit dem Ende der 60er Jahre die moderne Rockmusik.
Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs, 1975, nahm Cooper − erstmals als Solokünstler ohne seine gleichnamige Band − das Konzeptalbum "Welcome To My Nightmare" auf, auf dem er die nächtliche Pein eines Kindes namens Steven schilderte. Und Stevens Qualen verhalfen Alice Cooper zu einem seiner größten Verkaufs-Erfolge.
Ein zweiter Albtraum mit 35 Jahren Anlauf Eigentlich schien dieser Alptraum längst ausgestanden − bis 2011. Denn nun lässt ihn der US-Schockrocker neu aufleben: "Welcome 2 My Nightmare" heißt seine späte Fortsetzung. Und wie damals ist auch Produzent Bob Ezrin wieder mit an Bord. "Das erste Nightmare-Album war relativ persönlich für uns. Diesmal haben wir mehr zum Humor gefunden und sind einfach offener", sagt Cooper über sein nun 26. Studioalbum.
Vom Disco-Inferno über Flammenwände bis Schwefelschwaden − Cooper und Ezrin ziehen textlich alle Schock-Register, die in der Tat eher nach freudig überzeichnetem Splatter-Movie klingen. Typisch Alice Cooper eben − aber eben auch nicht jedermanns Sache.
Dass es sich dabei wieder um Stevens nächtlichen Höllenritt handelt, lässt der Opener "I am made of You" erahnen, der das Piano-Riff des Songs "Steven" vom ersten "Nightmare"-Album aufgreift. "Last Man standing" überrascht mit Gaukler-Sound, erzeugt durch Banjo und Fidel, "Something to remember Me by" bezeichnet Cooper selbst gar als "schönsten Song, den wir je veröffentlicht haben". Ein Prädikat, das der passablen Rockballade wohl nicht jeder zusprechen dürfte.
Auch Pop-Sternchen Ke$ha trällert mit Seltsamste Nummer ist "What Baby wants": Ein leicht trashiges Duett mit Pop-Sternchen Ke$ha, das mit Synthesizer-Elementen und Heavy-Rock-Riff auch auf ein Lady-Gaga-Album passen würde. Gewöhnungsbedürftig klingt auch "The Underture" − ein Symphonic-Rock-Instrumental-Schinken, in dem Takt und Tempo laufend wechseln. Die stärksten Momente hat Cooper, wenn er sich auf alte Tugenden besinnt und mit krächzender Röhre richtig losrockt, etwa in "Caffeine" und "When Hell comes Home". Oder im poprockigen "I gotta get out of Here".
Hält "Welcome 2 My Nightmare" auch genügend Überraschungen für den Hörer parat, um keine Langeweile aufkommen zu lassen, so mag der Funke dennoch nicht vollends überspringen. An die Faszination der Horrorshow des 75er-"Nightmare"-Albums reicht der Nachfolger so nur ein kleines bisschen heran. S. FleischmannUniversal (Universal), ca. 16 Euro
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