Die "Dampfplaudara" aus Schärding spielen Rock 'n' Gstanzl
von Stefan Endl
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Ihr seid keine leichte Kost - diesen Satz haben die Dampfplaudara schon oft gehört. In der Tat, die Musik der vierköpfigen Band ist in etwa so bekömmlich wie Schwammerlsuppe mit frischen Fliegenpilzen.
Rock 'n' Gstanzl nennen die Dampfplaudara ihre deftige, schräge Musikmischung aus Rock, Walzer, Latin, Ska und Reggae. Gesungen wird auf Baierisch. "Das geht einfach leichter runter", sind die vier einer Meinung. Die Texte sind kleine, bissige Nadelstiche, die sich gegen "Freinderlwirtschaft" in der Politik richten, gegen die
Institution Kirche oder gegen gesellschaftliche Schräglagen. Mal sind sie nachdenklich, mal lustig - aber nicht immer jedermanns Sache.
Tommy Dantl (43) aus Passau hat die bayerisch-österreichische Combo vor sieben Jahren ins Leben gerufen. Dazu hat er seine alten Schulfreunde Werner Merckenschlager (47) und Christian Kastl (45) angerufen. Komplettiert wird die Männerrunde durch Daniela Strehler (49), die die Gruppe mit ihrer "Wamperlorgel" (Akkordeon) bereichert. Im wirklichen Leben ist sie Leiterin eines Kindergartens.
Die Texte stammen aus der Feder von Tommy. "Sie sind tiefsinnig, aber nicht intellektuell", so der Liedermacher.
Auf der Bühne führt Werner als Moderator "Keffin Kraithmaier" durch das Programm namens "Boarisch Njuhs" (Bayerische Nachrichten). Dabei schlüpft er in die Rolle eines Nachrichtensprechers und in die des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki. Bassist "Kaktus" ist das musikalische Genie der Band - und ein Kunstwerk für sich. Markenzeichen des bärigen Typen: Kurze Hose, lange Haare und gezwirbelter Vollbart.
Lange haben sie gefeilt, bis aus ihrem Fundus aus über 60 Liedern die richtigen für das Programm ausgewählt waren. Der Auftritt der Dampfplaudara ist eine Mischung aus Rockkonzert, Mundartbühne und Kabarett. Schon das Bühnenoutfit der vier lässt einen unkonventionellen Abend vermuten: Daniela trägt standesgemäß ein Dirndl. Die Herren der Schöpfung schlüpfen in Pullunder, Schmuddel-T-Shirt und Zimmererhose. Wenn sie loslegen, bringen sie ihr Publikum zum Lachen und Nachdenken. "Meistens zum Lachen", berichtet Kaktus und ergänzt: "Zumindest fällt uns das stärker auf als das Nachdenken."
Zum Tanzen ist die Musik der Dampfplaudara weniger geeignet - sofern man angesichts der abrupten Rhythmuswechsel Verletzungen vermeiden möchte. Zum Zuhören und Nachdenken taugt der sympathische Mix aus Musik und Kabarett aber allemal. Und das, obwohl er nicht unbedingt "universalkompatibel" ist, wie Kaktus es formuliert.
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