• regioevent.de
  • heimatsport.de
  • am-sonntag.de


pnp.de 23.07.2014

Ostbayern

Heute: 26°C - 12°C

präsentiert von:


Login

   Jetzt registrieren!   Passwort vergessen?




Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




09.11.2012  |  15:39 Uhr

Russlands erstes Jüdisches Museum wirbt für Toleranz

Lesenswert (1) Lesenswert kommentierenKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken






Moskau - Die zu Sowjetzeiten lange unterdrückten Juden feiern selbstbewusst in Moskau ihr erstes Jüdisches Museum und Zentrum für Toleranz - das größte im postkommunistischen Raum.



Kremlchef Wladimir Putin, der einst ein ganzes Monatsgehalt spendete, um dem Projekt auf die Sprünge zu helfen, fehlt zwar bei der Eröffnung. Aber er lobt in einem Grußwort den Beitrag für den Dialog in der multiethnischen Gesellschaft.

An diesem Freitag, als Deutschland der Reichspogromnacht von 1938 gedenkt, rufen die russischen Juden zu friedlichem Miteinander auf - auch weil in Moskau und anderswo immer wieder Rechtsextreme auf den Straßen marschieren. "Für uns ist heute das wichtigste Ziel, so zu leben, dass wir einander nicht stören", sagt der Präsident der Föderation der jüdischen Gemeinschaften Russlands, Alexander Boroda.

Jeder sei hier eingeladen, seine Geschichte zu erzählen. Die von Sponsoren und reichen Juden für einen zweistelligen Millionenbetrag inszenierte Ausstellung bietet ein 4D-Kino und viele Flächen, die wie ein iPad beim interaktiven Lernen helfen. In der rund 9000 Quadratmeter großen Backsteinhalle des legendären Architekten Konstantin Melnikow dreht sich nun alles um jüdisches Leben in Russland und seine Geschichte.

"Es geht hier um soziales Lernen. Das alles soll Spaß machen, auch wenn alles wissenschaftlich fundiert und das Thema sehr ernst ist", sagt der US-Ausstellungsdesigner Ralph Appelbaum. So etwas gebe es bisher nicht in Russland. Überall flimmern auf Bildschirmen und Leinwänden bewegte Bilder vom Zweiten Weltkrieg, von Zeitzeugen, die sich an die Judenverfolgung durch die Faschisten erinnern und mit Aufnahmen vom Leben einfacher Juden.

Das alles gibt es inmitten spektakulärer Installationen etwa eines T-34-Panzers und eines Flugzeugs. Sicherheitsratschef Nikolai Patruschew hat eigens historische Dokumente für die Schau freigegeben, wie die Organisatoren mitteilen. Der Sprecher der Moskauer Jüdischen Gemeinde, Boruch Gorin, erinnert bei einem Rundgang daran, dass Juden unter Sowjetdiktator Josef Stalin Opfer von blutigem Staatsterror wurden und auch oft nicht einmal studieren durften.

Auch das Aufatmen nach dem Zerfall der Sowjetunion, als viele russische Juden nach Deutschland und Israel flohen, erwähnt Gorin in diesem ehemaligen Fahrzeugdepot aus den 1920er Jahren. Die zuletzt übergangsweise als Kunstmuseum genutzte Halle war schon vor längerer Zeit von der Stadt Moskau der Jüdischen Gemeinde übergeben worden.

Viele der benachbarten Gebäude werden bereits von jüdischen Institutionen genutzt. Es gibt eine Schule und eine Universität, eine Suppenküche sowie ein Gesundheitszentrum. Dies alles dient nach Gemeindeangaben auch dem Ziel, den Zehntausenden Juden in Europas größter Stadt wieder eine echte Zukunft zu bieten.

Bislang sah sich Russland von Menschenrechtlern eher dem Vorwurf ausgesetzt, bei der Aufarbeitung zum Beispiel der Stalin-Diktatur zu versagen. Unter Leitung des Deutsch sprechenden Direktors Simon Hewitt sollen hier nicht allein der Holocaust oder das Leid zu Sowjetzeiten im Mittelpunkt stehen, sondern die optimistischen Einblicke in jüdisches Leben mit ihren Festen und Bräuchen.

Zu der Begegnungs- und Erinnerungsstätte gehören auch ein Kindermuseum, Wechselausstellungen und ein Zentrum für jüdische Studien sowie ein Café. Zwar mussten die Initiatoren wegen der Finanzkrise und wegen des Denkmalschutzes Abstriche von ihren ursprünglich größeren Bauplänen machen. Das Museum werde sich aber auch künftig weiter entwickeln, verspricht Hewitt.








Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2014
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2014
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am











Anzeige





Der Unfall auf der A3 am 22. Juli 2014. − Foto: Roland Binder

Auf der Autobahn 3 zwischen den Anschlussstellen Iggensbach und Hengersberg hat sich am...



− Foto: Polizei

Die Polizei hat Dienstagnachmittag ein Phantombild des Mörders von Bad Reichenhall veröffentlicht...



Ein Tagesausflug nach München endete für Anna Hartl (v.l.), Katharina Krejčová, Jitka Zová und Anna-Maria Brandtner bei Onkel Heinz Biereder, der den Mädchen gegen Mitternacht überraschend Obdach gewähren musste. − Foto: Privat

Eine halbe Stunde vor Abfahrt waren die 18-jährigen Jugendlichen Samstagabend am Münchner...



Vor leeren Halterungen standen am Dienstagmorgen Manfred (l.) und Günther Zeller: Unbekannte Einbrecher hatten in der Nacht zum Montag ihr Geschäft in der Granecker Straße ausgeräumt. − Foto: Danninger

Fahrräder und Zubehör im Wert von rund 100.000 Euro haben Unbekannte in der Nacht auf Dienstag aus...



Kinder versus Asylbewerber: Einige Simbacher sind empört über die Entscheidung der Landkreisverwaltung, das Jugendferiendorf in Obersimbach zu einer Notunterkunft für Flüchtlinge umzufunktionieren. −Foto: Federl

Die Zahl der Asylbewerber, die der Landkreis Rottal-Inn aufnehmen muss, steigt weiter...





Erbärmlich oder lustig? Mit dem so genannten "Gaucho-Dance" veräppelten (v.l.) Roman Weidenfellner,Shkodran Mustafi, André Schürrle, Miro Klose, Mario Götze und Toni Kroos den WM-Finalgegner. − Foto: dpa

Der Gaucho-Tanz der deutschen Fußball-Weltmeister erregt weiter die Gemüter im Netz...



−Symbolfoto: dpa

Die Startchancen für junge Realschul- und Gymnasiallehrer sind in diesem Jahr ausgesprochen...



Ein Tagesausflug nach München endete für Anna Hartl (v.l.), Katharina Krejčová, Jitka Zová und Anna-Maria Brandtner bei Onkel Heinz Biereder, der den Mädchen gegen Mitternacht überraschend Obdach gewähren musste. − Foto: Privat

Eine halbe Stunde vor Abfahrt waren die 18-jährigen Jugendlichen Samstagabend am Münchner...



Über 2000 Katholiken sind im vergangenen Jahr im Bistum Passau aus der Kirche ausgetreten. − Foto: Jäger

Die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche ist 2013 in Bayern stark gestiegen...



Regens Landrat Michael Adam. − F.: pnp

Der Konflikt zwischen dem Regener Landrat Michael Adam (SPD) und dem Leiter der...





Beim Ehrenamtsfest der Diakonie würdigten Dekan Dr. Wolfgang Bub (2.v.l. hinten), Pfarrer Stephan Schmoll (l. vorne), Diakonie-Geschäftsführerin Gabriele Zahn (3.v.l.) und Doris Stankewitz (6.v.l. vorne), Leiterin der Aidsberatungsstelle, das langjährige unentgeltliche Engagement verdienter Mitarbeiter. − Foto: Wildfeuer

Für ihren Einsatz und ihre Treue hat Dekan Dr. Wolfgang Bub, Vorsitzende des Diakonischen Werks...



Keine deutsch-argentinischen Rivalitäten kommen bei Leonhard Galneder und Benjamin Kastenhuber auf. − Foto: Kastenhuber

Tüßling. Über guten Besuch konnten sich Eva Fürfanger, Leiterin der Kindertagesstätte...



−Symbolfoto: Wolf

Schock für eine Besuchergruppe im Straubinger Tiergarten: Dort ist am Mittwoch eine 20 Meter hohe...



Gelungener Abschluss: 31 Absolventen wurden bei der Abschlussfeier der Staatlichen Berufsschule 2 mit Förderpreisen für ihre Leistungen ausgezeichnet. Es gratulierten unter anderem Moderatorin Julia Sandner (l.), Schulleiter Dieter Schönbuchner (vorne, 3.v.r.) und Vize-Landrat Raimund Kneidinger (3.v.r.). Die Auszeichnung der Regierung von Niederbayern ging an Katharina Falknerer (10.v.l.), Roman Bauer (hinten, r.), Karin Ahollinger (5.v.l.) und Tanja Böhm (vorne, 6.v.r.). − Foto: Wildfeuer

Passau. Rund 400 Absolventen der Staatlichen Berufsschule 2 haben mit einem zünftigen bayerischen...



Zwölf junge Männer schafften die Eins vor dem Komma. Die vier besten Michael Schrattenberger (1,58), Stefan Schlaipfer (1,55), Stefan Haberl und Maximilian Steckenbiller (je 1,45) bekamen neben den Silbermedaillen ein Präsent dazu. − Foto: Fotostudio Obendorfer

Die jungen Männer zeigten sich von ihrer besten Seite: engagiert, gut gekleidet und redegewandt...