• regioevent.de
  • heimatsport.de
  • am-sonntag.de


pnp.de 25.05.2015



Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...






Moskau - Die zu Sowjetzeiten lange unterdrückten Juden feiern selbstbewusst in Moskau ihr erstes Jüdisches Museum und Zentrum für Toleranz - das größte im postkommunistischen Raum.



Kremlchef Wladimir Putin, der einst ein ganzes Monatsgehalt spendete, um dem Projekt auf die Sprünge zu helfen, fehlt zwar bei der Eröffnung. Aber er lobt in einem Grußwort den Beitrag für den Dialog in der multiethnischen Gesellschaft.

An diesem Freitag, als Deutschland der Reichspogromnacht von 1938 gedenkt, rufen die russischen Juden zu friedlichem Miteinander auf - auch weil in Moskau und anderswo immer wieder Rechtsextreme auf den Straßen marschieren. "Für uns ist heute das wichtigste Ziel, so zu leben, dass wir einander nicht stören", sagt der Präsident der Föderation der jüdischen Gemeinschaften Russlands, Alexander Boroda.

Jeder sei hier eingeladen, seine Geschichte zu erzählen. Die von Sponsoren und reichen Juden für einen zweistelligen Millionenbetrag inszenierte Ausstellung bietet ein 4D-Kino und viele Flächen, die wie ein iPad beim interaktiven Lernen helfen. In der rund 9000 Quadratmeter großen Backsteinhalle des legendären Architekten Konstantin Melnikow dreht sich nun alles um jüdisches Leben in Russland und seine Geschichte.

"Es geht hier um soziales Lernen. Das alles soll Spaß machen, auch wenn alles wissenschaftlich fundiert und das Thema sehr ernst ist", sagt der US-Ausstellungsdesigner Ralph Appelbaum. So etwas gebe es bisher nicht in Russland. Überall flimmern auf Bildschirmen und Leinwänden bewegte Bilder vom Zweiten Weltkrieg, von Zeitzeugen, die sich an die Judenverfolgung durch die Faschisten erinnern und mit Aufnahmen vom Leben einfacher Juden.

Das alles gibt es inmitten spektakulärer Installationen etwa eines T-34-Panzers und eines Flugzeugs. Sicherheitsratschef Nikolai Patruschew hat eigens historische Dokumente für die Schau freigegeben, wie die Organisatoren mitteilen. Der Sprecher der Moskauer Jüdischen Gemeinde, Boruch Gorin, erinnert bei einem Rundgang daran, dass Juden unter Sowjetdiktator Josef Stalin Opfer von blutigem Staatsterror wurden und auch oft nicht einmal studieren durften.

Auch das Aufatmen nach dem Zerfall der Sowjetunion, als viele russische Juden nach Deutschland und Israel flohen, erwähnt Gorin in diesem ehemaligen Fahrzeugdepot aus den 1920er Jahren. Die zuletzt übergangsweise als Kunstmuseum genutzte Halle war schon vor längerer Zeit von der Stadt Moskau der Jüdischen Gemeinde übergeben worden.

Viele der benachbarten Gebäude werden bereits von jüdischen Institutionen genutzt. Es gibt eine Schule und eine Universität, eine Suppenküche sowie ein Gesundheitszentrum. Dies alles dient nach Gemeindeangaben auch dem Ziel, den Zehntausenden Juden in Europas größter Stadt wieder eine echte Zukunft zu bieten.

Bislang sah sich Russland von Menschenrechtlern eher dem Vorwurf ausgesetzt, bei der Aufarbeitung zum Beispiel der Stalin-Diktatur zu versagen. Unter Leitung des Deutsch sprechenden Direktors Simon Hewitt sollen hier nicht allein der Holocaust oder das Leid zu Sowjetzeiten im Mittelpunkt stehen, sondern die optimistischen Einblicke in jüdisches Leben mit ihren Festen und Bräuchen.

Zu der Begegnungs- und Erinnerungsstätte gehören auch ein Kindermuseum, Wechselausstellungen und ein Zentrum für jüdische Studien sowie ein Café. Zwar mussten die Initiatoren wegen der Finanzkrise und wegen des Denkmalschutzes Abstriche von ihren ursprünglich größeren Bauplänen machen. Das Museum werde sich aber auch künftig weiter entwickeln, verspricht Hewitt.








Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2015
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2015
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am




article
579318
Russlands erstes Jüdisches Museum wirbt für Toleranz
Moskau - Die zu Sowjetzeiten lange unterdrückten Juden feiern selbstbewusst in Moskau ihr erstes Jüdisches Museum und Zentrum für Toleranz - das größte im postkommunistischen Raum. Kremlchef Wladimir Putin, der einst ein ganzes M
http://www.pnp.de/nachrichten/kultur_und_panorama/panorama/579318_Russlands-erstes-Juedisches-Museum-wirbt-fuer-Toleranz.html?em_cnt=579318
2012-11-09 15:39:12
http://www.pnp.de/_em_daten/_dpa/2012/11/09/teaser/121109_1453_jpeg_1482d20058548946_20121109_img_39241238_original.large_4_3_800_0_0_2732_2048_teaser.jpg
news





Anzeige





 - Foto: dpa

Im Landkreis Rottal-Inn herrscht Fassungslosigkeit. Sechs Mitarbeiter der Firma Lindner aus Arnstorf...



Vom Obergeschoss des alten Bauernhofes ist nur ein Gerippe übrig. − Foto: dpa

Noch immer herrscht Fassungslosigkeit im Berchtesgadener Land und im Landkreis Rottal-Inn...



− Foto: kamera24.tv

Ein spektakulärer Unfall hat in der Nacht auf Sonntag im Landkreis Regen ein tragisches Ende...



− Foto: Jäger

Die Regenfälle der vergangenen Tage haben am Pfingstwochenende auch in Passau die Pegel steigen...



Am Trauergottesdienst nahm auch Minister Marcel Huber (2.v.r.) teil. − Foto: Bauregger

Einen Tag nach dem Brandunglück in Schneizlreuth (Landkreis Berchtesgadener Land)...





Vorbild waren Ampeln in Wien. − Foto: dpa

München bekommt zum Christopher Street Day (CSD) schwule Ampelmännchen und lesbische Ampelfrauen...



Beim traditionellen "Fensterln" müssen die Männer in möglichst kurzer Zeit einen Holzstapel überwinden, eine Leiter emporsteigen und einen Nagel einschlagen, bevor sie die Dame küssen dürfen. Die Gleichstellungsbeauftragte der Universität Passau, Dr. Claudia Krell findet, dass hier die Frau zum Objekt degradiert werde. − Foto: dpa

UPDATE II: Fensterln-Streit an Passauer Uni: Jetzt spricht Horst SeehoferUPDATE I: Fensterln-Streit...



Für einen "Irrglauben" hält Bischof Oster die Meinung, ein Nachgeben der Kirche bei Reizthemen könne Positives bewirken. − Foto: Thomas Jäger

Ein Jahr nach der Amtseinführung von Bischof Stefan Oster grummelt es in Teilen des Bistums Passau...



−Symbolfoto: dpa

Ein Wildtierexperte des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) hat am Freitag vergangener Woche in...



−Symbolbild: dpa

Das Unkrautvernichtungsmittel "Roundup" mit seinem Wirkstoff Glyphosat ist ein weltweiter Bestseller...





 - Foto: dpa

Im Landkreis Rottal-Inn herrscht Fassungslosigkeit. Sechs Mitarbeiter der Firma Lindner aus Arnstorf...



Beim traditionellen "Fensterln" müssen die Männer in möglichst kurzer Zeit einen Holzstapel überwinden, eine Leiter emporsteigen und einen Nagel einschlagen, bevor sie die Dame küssen dürfen. Die Gleichstellungsbeauftragte der Universität Passau, Dr. Claudia Krell findet, dass hier die Frau zum Objekt degradiert werde. − Foto: dpa

UPDATE II: Fensterln-Streit an Passauer Uni: Jetzt spricht Horst SeehoferUPDATE I: Fensterln-Streit...



Dreharbeiten zum Film "Storno" im April des vergangenen Jahres im Schambacher Gasthaus "Zum Wirtsedl" – und mittendrin waren Tobias Kurz aus Würding (vorne l.) und Dominik Klimm aus Hartkirchen (vorne r.) als Komparsen. Am kommenden Freitag stellen der Regisseur Jan Fehse sowie die Schauspieler Jürgen Tonkel und Eisi Gulp den Streifen in der Filmgalerie Bad Füssing vor. − Foto: Archiv Jörg Schlegel

Ein Versicherungsvertreter-Neuling fällt mit Kollegen in ein Dorf ein, um den Bauern Policen...



Einmal die Woche führt Dr. Michael Spandau (l.) mit dem Anästhesisten Dr. Stefan Kuklinski Schwangerschaftsabbrüche durch. − Foto: Jäger

Die Frauen, die zu Dr. Michael Spandau kommen, haben ihre Entscheidung schon getroffen...



− Foto: Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald

Erstmals seit 1994 wurde im Bayerischen Wald ein frei lebender Wolf nachgewiesen...