Moritz Steininger aus Passau startet bei Cross-EM − Der Abiturient läuft 150 Kilometer pro Woche
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Die Vorfreude beim Passauer Langstrecken-Talent Moritz Steininger auf die Cross-EM in Slowenien ist riesig. − Foto: privat
Die Vorfreude beim Passauer Langstrecken-Talent Moritz Steininger auf die Cross-EM in Slowenien ist riesig. − Foto: privat
Vor wenigen Wochen hat sich das Passauer Langstrecken-Talent Moritz Steininger für die Cross-Europameisterschaft am 11. Dezember in Velenje (Slowenien) qualifiziert. Gemeinsam mit seinem Trainer, Vater Hubert Steininger, steckt er nun in den Vorbereitungen für seinen bisher größten Wettkampf. Die PNP hat mit dem mehrmaligen bayerischen Meister über sein Training und die Erwartungen an die EM-Teilnahme gesprochen.
Moritz, erst einmal Glückwunsch zur Qualifikation für die Cross-EM. Wie groß ist die Freude darüber?
Moritz Steininger: Das ist natürlich sehr toll, vor allem weil ich zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht damit gerechnet hatte. Ich musste ja bei den Jahrgängen 1992 und 1993 antreten und gehöre selbst zu den jüngeren 93ern. Daher freue ich mich besonders.
Was erwartet Dich jetzt in Slowenien?
Steininger: Bei der Cross-EM liegen plus/minus sechs Kilometer vor mir, auf einer abgesteckten Strecke, die durch Wiesen und Felder führt. Da können Heuballen herumliegen oder es gibt kleine Anstiege und Sandpassagen. Manchmal wird das Ganze auch mit Wasser matschig gemacht. Eventuell liegt auch schon Schnee. Alles in allem ist das eine ziemlich große Abwechslung zur Bahn.
Wie kommt man dazu, sich auf Langstrecke zu spezialisieren?
Steininger: Mein Papa, der ja auch mein Trainer ist, war früher Marathonläufer. Ich habe seine täglichen Läufe mitbekommen, auch seine Starts in Berlin und New York. Erst war ich in der Leichtathletik-Abteilung des 1. FC Passau. Vor vier Jahren habe ich angefangen, mich zu spezialisieren. Ich habe das also vor allem meinem Vater zu verdanken.
Wenn der eigene Vater gleichzeitig der Trainer ist, gibt’s da keine Probleme?
Steininger: Bei uns gibt’s keine Schwierigkeiten, wir verstehen uns super. Wir reden daheim auch immer übers Laufen, für meine Mutter ist das nicht so toll (lacht). Außerdem ist mein Vater ja auch Physiotherapeut und kann mich schnell massieren, wenn’s nötig ist. Für mich hat diese Konstellation nur Vorteile.
Wie schaut Dein Trainingsalltag aus?
Steininger: Ich trainiere zwischen sieben- und neunmal in der Woche. In Gipfelwochen, also z.B. im Trainingslager, können es auch schon mal zehn bis zwölf Einheiten sein. In normalen Wochen laufe ich 100 bis 120 Kilometer, ansonsten bis zu 150. Aber das Lauftraining ist komplexer als man denkt: viel Dehnen, Athletik, Koordination und Schnelligkeit. Denn wer zum Schluss nicht sprinten kann, hat verloren.
Dein Trainingsplan klingt nach wenig Freizeit.
Steininger: Derzeit habe ich wirklich kaum Freizeit. Eine meiner Stärken ist die Konsequenz, mit der ich das Training durchziehe. Planung ist daher sehr wichtig, also gutes Zeit-Management notwendig. Außerdem habe ich viel Motivation und bei den aktuellen Erfolgen macht es natürlich Spaß.
Wie vereinbarst Du die Trainingszeiten mit der Schule?
Steininger: Ich muss gerade viel lernen, da ich in der 12. Klasse bin, im nächsten Frühjahr steht mein Abitur an. Mit dem Sport habe ich im Endeffekt zwei Fulltime-Jobs. Aber die Schule ermöglicht es mir, dass es trotzdem klappt. Ich kriege oft frei, was wirklich nicht selbstverständlich ist.
Wegen der Cross-EM musst Du nicht allzu viel Unterricht nachholen. Sie ist an einem Wochenende. Was erwartest du von dem Wettkampf, welche Ziele hast du für den Lauf?
Steininger: Es ist schwierig, das einzuschätzen. Man kennt die Läufer auf internationaler Ebene noch nicht. Ich werde mich an den Deutschen orientieren und natürlich versuchen, so weit wie möglich vorne mitzulaufen.
Interview: Angela Esterer
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