• regioevent.de
  • mydealbayern.de
  • heimatsport.de
  • am-sonntag.de




Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




11.02.2012

"Die schlechteste Bundesregierung seit 1949"

Für Frank-Walter Steinmeier, den SPD-Fraktionschef, ist Angela Merkel eine "Kanzlerin ohne Koalition". Er wirft ihr Versagen in puncto Finanzmarkt, Griechenland und Steuerpolitik vor.

Lesenswert (0) Lesenswert 4 KommentareKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken






Die Union legt in Umfragen zu, die SPD stagniert oder verliert gar. Was machen Sie, was macht Ihre Partei falsch?

Der Fraktionschef der SPD strebt bei Bundestagswahlen 2013 keine Große Koalition an. "Ich will Rot-Grün. Daraus habe ich nie ein Geheimnis gemacht", sagt Frank-Walter Steinmeier.  − Foto: dapd

Der Fraktionschef der SPD strebt bei Bundestagswahlen 2013 keine Große Koalition an. "Ich will Rot-Grün. Daraus habe ich nie ein Geheimnis gemacht", sagt Frank-Walter Steinmeier.  − Foto: dapd

Der Fraktionschef der SPD strebt bei Bundestagswahlen 2013 keine Große Koalition an. "Ich will Rot-Grün. Daraus habe ich nie ein Geheimnis gemacht", sagt Frank-Walter Steinmeier.  − Foto: dapd


Frank-Walter Steinmeier: Schwarz-Gelb hat keine Mehrheit mehr. Die FDP scheitert auch laut neuesten Umfragen an der Fünf-Prozent-Hürde. Frau Merkel hat keinen Partner. Und ihr Problem für 2013 ist schon jetzt sichtbar: Sie ist eine Kanzlerin ohne Koalition, eine Parteivorsitzende ohne Partei und jetzt auch noch Quasi-Präsidentin ohne Bundespräsident. Frau Merkel will in der Krise um Wulff politisch auch noch das präsidiale Erbe antreten. Aber das nimmt man jemandem, der so eng parteipolitisch agiert wie sie, eben nicht ab.

"Koalition gönnt sich nicht das Schwarze unterm Fingernagel" Die SPD wird die Kanzlerin nicht attackieren, sagt Parteichef Sigmar Gabriel – weil sie ohnehin Juniorpartner unter Merkel werden will?

Steinmeier: Das haben Sie gründlich falsch verstanden. Richtig ist: Persönliche Diffamierungen gehören nicht zu meinem Stil. Und richtig ist auch: Wir konzentrieren uns auf die Auseinandersetzung in der Sache. Aber wir haben die schlechteste Bundesregierung seit 1949. Die Kabinettsmitglieder gönnen sich nicht das Schwarze unter den Fingernägeln. Bei der Energiewende arbeiten Röttgen und Rösler gegeneinander. So geht es täglich in diesem Kabinett zu. Und die Chefin dieses Kabinetts heißt Angela Merkel. Deshalb werden wir sie nicht verschonen können.

Schließen Sie die Große Koalition aus?

Steinmeier: Ich will sie nicht. Und im Übrigen sind es noch eindreiviertel Jahre bis zur Bundestagswahl. Das werden spannende Zeiten. Wer jetzt über Koalitionen für Ende 2013 spekuliert, ist sehr mutig. Wir wollen die SPD so stark wie möglich machen und die nächste Regierung anführen. Ich will Rot-Grün. Daraus habe ich nie ein Geheimnis gemacht.

Die SPD-Linke plädiert für ein Bündnis unter Einbeziehung der Linkspartei.

Steinmeier: Ich habe 2009 eine Koalition mit der Linkspartei ausgeschlossen, weil ich sie nicht für regierungsfähig hielt. Inhaltlich und personell hat sich die Linkspartei von der Regierungsfähigkeit seitdem eher noch weiter entfernt.

Der Wahlkampf wird im Willy-Brandt-Haus vorbereitet, der Parteichef gibt bereits die Parole aus, dass der Gegner die Finanzmärkte seien, nicht Angela Merkel. Sie sollen Bedenken gegen diesen Kurs haben. Warum?

Steinmeier: Wir sind uns völlig einig, dass man keinen Wahlkampf gegen anonyme Märkte führen kann. Es geht uns um Gerechtigkeit. Die Menschen in Deutschland haben schmerzhafte Einschnitte hinnehmen müssen und auf Lohnzuwächse verzichtet. Die Reformen haben gewirkt, aber bevor die Reformdividende bei den Arbeitnehmern ankam, ist sie durch Verantwortungslosigkeit auf den Finanzmärkten verspielt worden. Jeder Steuerzahler musste für das Desaster bluten. Wir müssen jetzt endlich verloren gegangene Spielregeln wieder einführen und die Märkte mit der Finanztransaktionssteuer an den Kosten der Krise beteiligen. Sonst schwindet auch Glaubwürdigkeit von Politik.

Sigmar Gabriel hat die SPD-Zustimmung zur Aufstockung des Rettungsfonds ESM von der Einführung der Finanztransaktionssteuer abhängig gemacht. Wird es ein solches Junktim geben?

Steinmeier: Europa erlebt die tiefste Krise seit seiner Gründung, einzelne Mitgliedsländer stehen am Abgrund. Wir spielen nicht mit deren Schicksal, um innenpolitisch kurzfristigen Geländegewinn zu erzielen. Das, was die Regierung tut, reicht bei weitem nicht aus, um die Krise zu lösen. Griechenland muss seine Staatsausgaben in den Griff kriegen und braucht eine funktionierende Steuerverwaltung. Aber allein damit kommt das Land nicht wieder auf die Beine. Es braucht auch eine wirtschaftliche Perspektive. Und genau da versagt Frau Merkel. Sie tut nichts, um Wachstum in Südeuropa zu fördern. Ein Fonds mit Mitteln aus Europäischen Strukturfonds und Einnahmen einer Finanztransaktionssteuer wäre zum Beispiel ein Weg, um Wachstum zu unterstützen. Kurzum: Wir kritisieren die Regierung, wenn sie Fehler macht und wir tragen das Notwendige aus europäischer Verantwortung mit. Davon lassen wir uns auch bei den künftigen Abstimmungen leiten.

Griechenland hat noch nicht einmal alle Bedingungen der Troika erfüllt, da kündigt eine Regierungspartei in Athen die Sparvereinbarungen bereits wieder auf. Wäre ein zweites Milliarden-Hilfspaket überhaupt verantwortbar?

Steinmeier: Es ist die dritte Reformrunde mit schmerzhaften Einschnitten für die Griechen. Das macht es immer schwieriger. Aber Griechenland ist unter Druck. Das Land braucht bis zum 20. März Geld. Und deshalb rechne ich damit, dass das griechische Parlament den Maßnahmen zustimmt. Die Abgeordneten wissen: Nur wenn die privaten Gläubiger zum Teilverzicht bereit sind und Griechenland zu echten Reformanstrengungen bereit ist, kann es weitere Rettungsbeihilfen geben.

CSU-Politiker plädieren für Staatspleite und Austritt Griechenlands aus dem Euro. Wäre ein solches Ende mit Schrecken nicht die bessere Lösung?

Steinmeier: Dahinter steckt keine ernsthafte Sorge um Europa, das ist Populismus der CSU. Sie weiß, dass es eine Trennung nur geben würde, wenn Griechenland selbst die Entscheidung trifft, die Eurozone zu verlassen. Die CSU weiß auch, dass ein Rauswurf die Krise in Europa verschärfen würde.

Wird die SPD bei der Steuerreform ihre Verweigerungshaltung durchhalten können?

Steinmeier: Die SPD hat in ihrer Regierungszeit Steuern gesenkt, wenn Spielräume da waren. Diese Regierung will Steuersenkungen auf Pump finanzieren und gleichzeitig bei Arbeitslosen und Familien kürzen – nur, um der FDP eine Vitaminspritze zu verpassen, die sie ohnehin nicht rettet. Das machen wir nicht mit.

Das steuerliche Existenzminimum muss aus verfassungsrechtlichen Gründen doch ohnehin erhöht werden.

Steinmeier: Ja, aber nur, wenn der Existenzminimumbericht vorliegt und die Erhöhung begründet. Den Bericht hat die Regierung gerade für 2013 angekündigt. Auf dieser Grundlage wird dann entschieden. So ist die Regel.

Interview: Christoph Slangen












Sicherheitscode:




Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2012
Dokument erstellt am 2012-02-11 01:22:11






Mehr aus Politik





GEWINNER

Daniela Schadt (52), Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck, wird Schirmherrin des UN-Kinderhilfswerks Unicef. Das traditionelle Ehrenamt wird ihr am Donnerstag in Berlin von der früheren First Lady Bettina Wulff (38) übergeben. Schadt lädt bei einem Unicef-Aktionstag eine Gruppe von Juniorbotschaftern ins Schloss Bellevue ein...






VERLIERER

Für ihn war es ein Kunstwerk aus Liebe zu New York, für die Polizei eine mögliche Bombe: Der Designer Takeshi Miyakawa (50) ist festgenommen worden, weil er in einem Park in Brooklyn Bomben gebastelt haben soll. Er habe lediglich beleuchtete "I Love NY"-Tüten als Teil einer Installation an Bäumen befestigt, hieß es auf der Webseite des Künstlers...





ZITATE

"An jene, die zum ersten Mal hier sind: Willkommen in Chicago! Ich habe gerade von einigen, die keine NATO-Mitglieder sind, gehört, dass sie vergangene Nacht in der Stadt viel Spaß hatten. Hoffentlich gibt das keine Geschichten in der Presse."US-Präsident Barack Obama gestern zur Begrüßung der Teilnehmer des NATO-Gipfels...





Beim NATO-Gipfel in Chicago bekräftigten Kanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama den Abzugsplan für Afghanistan. François Hollande (kl. Foto) allerdings schoss quer.  − Fotos: dpa

Hollande trübt Gipfel-Harmonie

Von Dieter Ebeling Chicago. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen machte ein ernstes Gesicht. Eben war er gefragt worden, ob nach der Ankündigung des vorzeitigen Rückzugs der französischen Kampftruppen aus Afghanistan durch Präsident François Hollande nicht ein "Sturm auf den Ausgang" auch durch andere Verbündete zu erwarten sei...







Anzeige





Vernetzen Sie sich mit uns auf folgenden Seiten:

Die Passauer Neue Presse auf Facebook Die Passauer Neue Presse bei Google+ Der Youtube-Kanal der Passauer Neuen Presse Die Passauer Neue Presse bei Twitter Die Passauer Neue Presse bei Xing RSS-Feeds der Passauer Neuen Presse




Hier können Sie die tagesaktuelle Zeitung sowie 6 Monate rückwirkend alle regionalen Ausgaben der Passauer Neuen Presse als PDF-Dokument direkt online kaufen (Sie benötigen ein Konto bei Click&Buy) und sofort lesen. Bitte wählen Sie nun die gewünschte Ausgabe und den entsprechenden Erscheinungstermin:




Jetzt kaufen!
















Ein jähes Ende hat der Betrieb im ZEB, dem Hallenbad in Zwiesel (Landkreis Regen)...



Ein kleines Kind ist bei einem tragischen Unglücksfall vom Auto der eigenen Mutter im...



Die Baustelle für das 330 Meter lange Parkdeck, hier der Bereich zwischen Autobahnbrücke und Ackerloh. Auch hier stehen mittlerweile die Pfeiler und Wände, der Boden wird asphaltiert. Aber anders, als im Ostteil der Baustelle, ist die Decke noch nicht betoniert.  − F.: Binder

Das neue Parkdeck bekommt eine Fassade aus versetzten, schräg gestellten Alustäben...



Gewaltige Mängel und Kontrolldefizite in der Finanzverwaltung im Hauzenberger Rathaus haben die Prüfer des Kommunalen Prüfungsverbandes in ihrem Bericht festgestellt.  − Foto: Limmer

Es ist ein weiterer kleiner Schritt beim Aufarbeiten des Hauzenberger Kassendesasters...



 - Foto: dpa

Nach dem Schuss an einer Memminger Schule hat die Polizei den 14 Jahre alten Tatverdächtigen am...





Dafür kann es einen Strafzettel geben: Der schwarze Volvo steht entgegen der Fahrtrichtung in einer Parklücke im Birkerlweg.  − Foto: Binder

Anwohner des Birkerlwegs in Deggendorf sind empört: Mehrere Strafzettel über 15 Euro hat die Polizei...



 − Foto: fib/DG

Ein 20 Jahre alter Motorradfahrer ist am Samstag in Geisenhausen (Kreis Landshut) beim Überholen mit...



Chelsea's players celebrate with the trophy after winning the UEFA Champions League soccer final between FC Bayern Munich and FC Chelsea at Fußball Arena München in Munich, Germany, 19 May 2012. Photo: Marc Müller dpa/lby +++(c) dpa - Bildfunk+++ - dpa

Chelsea London ist Sieger der UEFA Champions League 2011/2012. Im Elfmeterschießen hatte der...



Alle Hunde wurden in Transportboxen untergebracht.  − Foto: Ertl

Das Tierheim des Kreistierschutzvereins Zwiesel-Regen-Viechtach ist hundelos. Wie 1...



 − Foto: Mittelbayerische Zeitung

Ein Wolf ist aus dem Bayerwald-Tierpark Lohberg im Landkreis Cham ausgebrochen...





Eine große Schar versammelte sich nach der Firmung um Abt Marianus Bieber.  − Foto: Jeske

55 jungen Christen aus der Pfarrei Vilshofen sind am Montagvormittag in der Stadtpfarrkirche gefirmt...



Schon seit 14 Jahren leistet das Auto Josef und Michaela Reitmajer treue Dienste. Sie nennen ihn ihren "17er".  − Foto: Eckert

Bei 999 999 Kilometer blieb der Tacho stehen. Die Schallgrenze für die Kilometeranzeige im...



Alle Hunde wurden in Transportboxen untergebracht.  − Foto: Ertl

Das Tierheim des Kreistierschutzvereins Zwiesel-Regen-Viechtach ist hundelos. Wie 1...



Gründer Josef Esterer(1796 - 1877)

 Altötting. In wenigen Wochen feiert die Maschinenfabrik Esterer einen für Industriebetriebe...



Hoffen auf viel Besuch im Bad-Außenbereich (v. li.): der scheidende Kurdirektor Wolfgang Wiegratz, seine Nachfolgerin Anette Boos und Badreferent Manfred Lambürger.  − Foto: Schlenz

"Ich hoffe wirklich, dass die Leute kommen, sich das Gelände anschauen und es natürlich nutzen...