Mario Schoßer ist eine vielseitige Einzelausstellung in der Passauer St.-Anna-Kapelle gewidmet
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Auf eine mehrfache, saugfeste Leinwand-Grundierung trägt Mario Schoßer seine Aquarelle auf, im Bild "Fig. 10/2". − Fotos: Pierach
Auf eine mehrfache, saugfeste Leinwand-Grundierung trägt Mario Schoßer seine Aquarelle auf, im Bild "Fig. 10/2". − Fotos: Pierach
Bild herunterladen". . . auf dem Weg" nennt der niederbayerische Grafiker, Maler und Raumgestalter Mario Schoßer, Jahrgang 1953, seine Werkschau der letzten fünf Jahre beim Kunst-Verein Passau. Herzstück ist die großformatige Tetralogie "Auf dem Weg". Sie zeichnet den Spaziergang auf einen Hügelgipfel nach, der Horizont wandert mit. Schoßer, der in Geisenhausen im Landkreis Landshut arbeitet, hat sie eigens für den Hauptraum der profanierten St.-Anna-Kapelle erdacht und zunächst in Aquarellen erobert. Fünf davon zeigt der Kreuzgang mit über 20 weiteren Werken, darunter Radierungen, Zeichnungen, Acryl/Kreide.
Nach dem Studium der Raummaße, der Deckenfresken und der Lichtverhältnisse der Kapelle hat er die Tetralogie in seiner ganz eigenen Technik umgesetzt als Leim-Aquarelle auf Leinwand. Weil Aquarell im Großformat das Papier wellen und die Farben verlaufen ließe, grundiert der einstige Kunsterzieher jede Leinwand mit bis zu fünf saugfähigen Schichten in vermeintlichem Weiß, dem er hier behutsam Orange, Kreide und Ocker beigemischt hat. Viel Handwerk also vor der Kunst. Und auch für diese komponiert Schoßer erst jede Leimfarbe eigenhändig. Abschließend trägt er Firnis auf, "ein Mordsaufwand", sagt er.
Der aber lohnt: Die harte Arbeit ist all seinen meist heiteren, oft wie beiläufig hingetupften, skizzierten Motiven auf den ersten Blick nicht anzumerken. Viel Landschaft ist zu sehen, heimische. Neu: Zunehmend kommen Personengruppen vor; Schoßer lässt sie in der tiefen und weiten Gegend flanieren, sinnieren. Sein Mut zur Leere, hier fröhliche, dort düstere Farben, Auflösen im Wechsel mit dichten Übermalungen erzeugen Dynamik und Perspektivenreichtum.
Schoßer, der schon auch Schaffenskrisen kennt, findet: "Ich bin auf einem guten Weg." Wer sich in Passau nun auf den Weg seiner vielseitigen Werkschau begeben hat, mag nicken: Wie wahr!
Christine PierachBis 25. März, St.-Anna-Kapelle Passau, Di.−So. 13 bis 18 Uhr.
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