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Caracas/Berlin - Der Tod von Hugo Chávez hat seine Anhänger schockiert. Die Gegner des linkspopulistischen venezolanischen Staatschefs hoffen dagegen auf einen Wandel in dem südamerikanischen Land.



Die Regierung hat jedoch klargemacht, dass Chávez' Kurs des "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" fortgesetzt werden soll.

Wie geht es jetzt in Venezuela weiter?

Zunächst bereitet sich das Land auf eine große Trauerfeier vor. Die Regierung ordnete eine einwöchige Staatstrauer an. Bis zur Beisetzung soll es stündlich einen Kanonenschuss zu Ehren des "Comandante" geben, wie Verteidigungsminister Diego Molero ankündigte. Chávez' Leichnam wird nach der Überführung aus dem Militärkrankenhaus Carlos Arvelo im Ehrensaal der Militärakademie Fuerte Tiuna aufgebahrt werden. Dort soll auch die Bevölkerung die Gelegenheit bekommen, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Zu der offiziellen Trauerfeier am Freitag werden mehrere Staats- und Regierungschefs aus dem Ausland erwartet. Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner und ihre Amtskollegen aus Uruguay, José Mujica, und Bolivien, Evo Morales, trafen schon am Mittwoch ein.

Herrscht in dem Land nach Chávez' Tod ein Machtvakuum?

Nein, betont die Regierung. Vizepräsident Nicolás Maduro führt die Amtsgeschäfte bis zu den Neuwahlen, die laut Verfassung spätestens in einem Monat stattfinden müssen. Vor seiner letzten Krebsoperation auf Kuba hatte Chávez den 50 Jahre alten ehemaligen Busfahrer zum Spitzenkandidaten der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) und damit zu seinem Wunsch-Nachfolger erkoren. Die Verfassung sagt, dass eigentlich Parlamentspräsident Diosdado Cabello die Amtsgeschäfte bis zu der Wahl führen müsste. Der Oberste Gerichtshof hatte im Januar jedoch entschieden, dass in diesem speziellen Fall der Vizepräsident diese Funktion erfüllen soll. Das Militär betonte, die Armee werde die Verfassung schützen.

Deutet sich nach Chávez' Tod ein Kurswechsel an?

Nein. Außenminister Elías Jaua bekräftigte: "Chávez hat uns ein Projekt hinterlassen und unsere Aufgabe ist es, dieses zu konsolidieren." Wohnungsbauminister Ricardo Molina machte deutlich, dass die Regierung weiter am Ausbau "eines sozialistischen Vaterlandes" arbeiten werde.

Wer tritt bei den Neuwahlen als Kandidat der Opposition an?

Noch gibt es keinen offiziellen Anwärter. Möglicherweise wird aber Henrique Capriles Radonski (40) erneut ins Rennen gehen. Der Gouverneur des Bundesstaates Miranda war Chávez bei der Präsidentenwahl im Oktober 2012 unterlegen. Er muss aber noch von der Oppositions-Plattform "Mesa de Unidad Democrática" (MUD) offiziell nominiert werden. In einer ersten Reaktion nach dem Tod Chávez' rief Capriles die Venezolaner zur Einheit auf: "Dies ist nicht der Zeitpunkt, um unsere Differenzen zu unterstreichen."

Wie sehen die wirtschaftlichen Prognosen für Venezuela aus?

Der Internationale Währungsfonds (IWF) kritisierte in seinem "World Economic Outlook" vom Oktober 2012 die überdurchschnittliche Inflationsrate des Bolívar. Die deutsche Außenhandelsgesellschaft GTAI schätzt diese für 2013 auf 28,9 Prozent. Die Geldpolitik müsse gestrafft werden, meint der IWF. Für 2013 prognostizierte er für Venezuela ein Wirtschaftswachstum um 3,3 Prozent - mehr als zwei Punkte niedriger als 2012. Unter den großen Flächenländern Südamerikas wird nur Argentinien schwächer eingeschätzt.








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