• regioevent.de
  • heimatsport.de
  • am-sonntag.de


pnp.de 24.04.2014

Ostbayern

Heute: 22°C - 5°C

präsentiert von:


Login

   Jetzt registrieren!   Passwort vergessen?




Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




Osterhofen/Dubai  |  14.09.2013  |  08:00 Uhr

Osterhofenerin im Spagat zwischen den Welten

von Nina Kallmeier

Lesenswert (31) Lesenswert 11 KommentareKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken


  • Artikel 3 / 18
  • Pfeil
  • Pfeil




Der Sonnenuntergang in der Wüste gehört zu den unvergesslichen Eindrücken, die Sylvia Abel (kleines Bild) immer mit den Vereinigten Arabischen Emiraten verbinden wird.  − Fotos: Abel

Der Sonnenuntergang in der Wüste gehört zu den unvergesslichen Eindrücken, die Sylvia Abel (kleines Bild) immer mit den Vereinigten Arabischen Emiraten verbinden wird.  − Fotos: Abel

Der Sonnenuntergang in der Wüste gehört zu den unvergesslichen Eindrücken, die Sylvia Abel (kleines Bild) immer mit den Vereinigten Arabischen Emiraten verbinden wird.  − Fotos: Abel


Lange Arbeitstage sind für Sylvia Abel aus Osterhofen (Lkr. Deggendorf) zur Gewohnheit geworden – seit sie im Herbst 2007 ihrer niederbayerischen Heimat den Rücken kehrte, um für die Lindner Group in die Vereinigten Arabischen Emirate nach Dubai zu gehen. Eine Stadt, mitten aus der Wüste gestampft, in der Bauvorhaben der Extraklasse realisiert werden und die in den meisten Köpfen untrennbar mit Luxus verbunden ist.

 Das alles war für die Osterhofenerin am Anfang nicht nur im Arbeitsalltag eine Umstellung – eine extreme Multikulti-Gesellschaft durch die vielen in Dubai ansässigen Arbeitsmigranten aus vielen Ländern, zu stark klimatisierte Gebäude bei im Sommer bis zu 50 Grad Außentemperatur, überall Baustellen, eine Tochtergesellschaft im Aufbau, der freie Wochenendtag am Freitag statt des üblichen Sonntags, meist eine Sechs-Tage-Woche. Erst vor zwei Jahren kam die 34-Jährige zurück zum Unternehmenssitz in Arnstorf (Lkr. Rottal-Inn) und ist jetzt von Deutschland aus weiterhin verantwortlich für die Projektabwicklung und den kaufmännischen Bereich der Niederlassung für Liefergeschäft. Nach Dubai fliegt sie zwar immer noch regelmäßig, doch ihre Aufenthalte sind beschränkt – ein Leben im Spagat zwischen Deutschland und den Arabischen Emiraten.

 Dabei wollte Sylvia Abel eigentlich einmal einen Beruf ergreifen, der etwas mit Kindern zu tun hat, und Grundschullehrerin werden. "Ich wollte nach dem Abi aber nicht studieren, sondern gleich arbeiten", erinnert sie sich. 2001 fing sie bei der Lindner Group an. Dass es die Osterhofenerin einmal permanent ins Ausland verschlagen würde, hätte sie damals nicht gedacht. "Ich war 2005 zum ersten Mal aufgrund einer Baumesse für eine Woche in Dubai. Da hat sich mein Umzug zwei Jahre später noch nicht angekündigt."

 Das war für sie absolutes Neuland. "Ich war überrascht, wie liberal die Stadt war." Einen so hohen Ausländeranteil vorzufinden –, auch so viele Deutsche – damit hatte sie nicht gerechnet. "Nur etwa 15 Prozent der Menschen, die in Dubai leben, kommen auch aus den Vereinigten Arabischen Emiraten." Allerdings sei die extreme Kluft zwischen Arm und Reich manchmal erschreckend gewesen.

Zwei Jahre lang hat sie die Stadt nicht mehr besucht. Dann ist eine arabische Firma auf die Lindner Group zugekommen, um gemeinsam den Innenausbau eines geplanten Großprojekts anzugehen. Noch im gleichen Jahr wurde die Gründung eines Joint Ventures auf den Weg gebracht. "Ich wollte damals eigentlich nicht ins Ausland und habe das Jobangebot zuerst abgelehnt", erinnert sich Sylvia Abel. Letztlich hat sie sich aber doch auf das Abenteuer Dubai eingelassen – und aus einem ursprünglich geplanten einjährigen Auslandsaufenthalt sind dreieinhalb Jahre geworden.

 Ihre Zelte in Niederbayern komplett abgebrochen hat Sylvia Abel jedoch nicht. Mit der Familie und Freunden hat sie über die Zeit so oft wie möglich Kontakt gehalten. Als im Januar 2011 die Möglichkeit bestand, ihren Job auch von Deutschland aus zu erledigen, ergriff sie die Chance und kehrte nach Hause zurück. "Ich bereue die Zeit im Ausland auf keinen Fall. Es gab so viele tolle Begegnungen zusätzlich zu den beruflichen Erfahrungen, die möchte ich nicht missen. Zudem lernt man aber auch, wann man an seine Grenzen stößt." Osterhofen sei jedoch ihre Heimat. "Für mich war immer klar, dass ich nicht mein Leben lang im Ausland bleiben möchte." Die Familie hat für sie Priorität und auch ihre Freunde und Bekannten hatten ihr beim Abschied 2007 gesagt: "Komm bitte bald wieder zurück!"

 Bis sich Sylvia Abel jedoch wieder komplett in Osterhofen eingelebt hat, hat es ein paar Monate gedauert. Der Arbeitstag der 34-Jährigen unterscheidet sich heute immer noch teilweise von dem ihrer Kollegen. "Freitag ist für mich der ruhigste Tag, da in Dubai und generell im Mittleren Osten ja nicht gearbeitet wird." Dafür muss sie jedoch auch am Wochenende erreichbar sein. "Da war es am Anfang etwas schwierig, abzuschalten und nicht am Wochenende zu viel Zeit mit der Arbeit zu verbringen." Mittlerweile habe sie jedoch Routine entwickelt, kann besser filtern, was wirklich wichtig ist und was später erledigt werden kann. Auch die Kollegen in Dubai hätten sich darauf eingestellt, nur im Notfall anzurufen. "Die Kollegen respektieren, dass hier anders gearbeitet wird, die Kunden nicht."

 Die Musik bringt sie nach einem anstrengenden Arbeitstag wieder runter. Seit ihrer Schulzeit spielt Sylvia Abel Klavier. Musik, Schwimmen und Zeit in der Natur sind für sie ein notwendiger Ausgleich. "Trotzdem wünscht man sich manchmal, dass der Tag ein paar Stunden mehr hätte." Aus Dubai sind es die Gerüche im Gewürzmarkt, das Glitzern der Schaufenster im Goldmarkt, das Meer vor der Haustür, die größten Wasserspiele der Welt in Downtown Burj Dubai und der einmalige Sonnenuntergang in der Wüste, die Sylvia Abel immer in Erinnerung bleiben werden.

Weitere Serienteile finden Sie unter www.pnp.de/indiewelt.



Ausführliche Berichte aus der Zeitung: Einzelausgabe als PDF online kaufen | Bereich für Abonnenten









Sicherheitscode:




Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2014
Dokument erstellt am 2013-09-13 18:05:17
Letzte Änderung am 2013-09-13 18:07:42







Anzeige





Etwas Besonders sollte der Heiratsantrag sein, also ging Eugen Hammerschmidt im Kinosaal vor seiner Julia auf die Knie − Foto: Kino

Das eigentliche Okay hatte sich Eugen Hammerschmidt sowohl von den Schwiegereltern in spe wie auch...



Gut 1500 Autos pro Tag fertigt BMW derzeit in Dingolfing

Gerüchte über einen möglichen Jobabbau in den ostbayerischen BMW-Werken sorgen für Wirbel in der...



Auch am Halser Stausee dürfen Badegäste künftig ihren Bikini ausziehen, wenn sie das möchten. Die bayerische Badeverordnung, die es noch 2013 verbot, ließ das Innenministerium auslaufen. − Foto: Jäger

Bis voriges Jahr schrieb die bayerische Badeverordnung vor: Wer badet oder sich sonnt...



Die Schilder stehen schon, ab Montag wird die Autobahnanschlussstelle Aicha und der Autobahnzubringer für sechs Wochen gesperrt. − Foto: Jäger

9000 Autofahrer nutzen täglich den Autobahnzubringer zur A3 – laut Staatlichem Bauamt Passau...



− Foto: Archiv Jäger

Bei Geschwindigkeitskontrollen in der Nacht auf Mittwoch wurden bei Laserkontrollen in Viechtach und...





Torsten Albig − Foto: dpa

Die deutschen Autofahrer sollten nach Ansicht von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten...



Sichtlich angefressen: Torsten Fröhling, Trainer des TSV 1860 München II, beim Gastspiel in Schalding. − Foto: Lakota

Da tritt einer aber ganz schön nach: Torsten Fröhling, Trainer des TSV 1860 München II...



− Foto: dpa/Archiv

Ein lebensgefährliches Phänomen breitet sich derzeit unter jungen Mädchen aus: der Selfie vor Zügen...



Inmitten der Mädchen und Buben des Passauer Altstadtkindergartens fühlte sich der neu ernannte Passauer Bischof Stefan Oster sichtlich wohl. − Foto: PBP

Dass er ein Herz für Kinder hat, zeigte der künftige Passauer Bischof Pater Dr...



− Foto: flickr/Public Domain Photos

Der Freistaat hat auch das vergangene Haushaltsjahr 2013 mit einem Milliardenüberschuss...





777 PS stecken in der Riesenfräse, die derzeit auf der Rusel im Einsatz ist. Sie ist damit die größte Straßenfräsmaschine Bayerns. − Foto: Binder

Bayerns größte Straßenfräsmaschine frisst sich zurzeit auf der Rusel durch den Asphalt: Noch bis...



− Foto: Hamberger

Neun Verletzte, zwei davon schwer. Das ist die Bilanz eines Unfalls mit einem Viehanhänger...



Klein und leicht: Karl Raab, Prokurist und Kaufmännischer Leiter (l.) und Sedlbauer-Neu-Vorstand Max Halser sind stolz auf diese E-Ladesäule für die heimische Garage.. − Foto: Nigl

Der 50-jährige Max Halser ist neuer Vorstand der Sedlbauer AG. Der gebürtige Innernzeller (Lkr...



Bisheriges Basarteam: Susanne Kieninger (hinten, 2. von links), Sabine Müller (vorne, 2. von links), Tina Gerlesberger (vorne, 3. von links), Annemarie Unholzer (nicht auf dem Foto).
Zukünftige Ansprechpartnerin für Fragen rund um den Basar: Rosi Obermaier (vorne, 4. von links)

Weit über den Landkreis Passau hinaus war der zweimal im Jahr stattfindende Basar im Pfarrheim...



Mit Fackeln in der Hand ziehen Walter Sendner (r.) und die "Nachwächter" von Heiligenstatt nach Altötting. Es ist der Rückmarsch einer Spurensuche auf dem Leidensweg Jesu. − Foto: Kleiner

Tüßling/Altötting. Männer reden weniger. Am wenigsten über Gefühle. Statt großer...