• regioevent.de
  • heimatsport.de
  • am-sonntag.de


pnp.de 18.04.2014

Ostbayern

Heute: 11°C - -2°C

präsentiert von:


Login

   Jetzt registrieren!   Passwort vergessen?




Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




München  |  23.01.2013  |  12:09 Uhr

Prozess um Otti Fischers Sex-Video geht in vorerst letzte Runde

von Britta Schultejans,

Lesenswert (0) Lesenswert Weitersagen Weitersagen drucken Drucken






Ottfried Fischer  − Foto: Archiv dpa

Ottfried Fischer  − Foto: Archiv dpa

Ottfried Fischer  − Foto: Archiv dpa


Ein delikates Video, ein Nötigungsvorwurf und eine Diskussion um Presse- und "Erpresserfreiheit": Der Dauer-Prozess um ein Sex-Video mit dem Schauspieler Ottfried Fischer geht an diesem Donnerstag wohl in die vorerst entscheidende Runde. Angeklagt ist ein Journalist der "Bild"-Zeitung. Fischer und die Staatsanwaltschaft werfen ihm vor, den Kabarettisten im Jahr 2009 mit einem Video erpresst zu haben.

Der Film soll Fischer beim Sex mit zwei Prostituierten in seiner Münchner Wohnung zeigen. Der Tatvorwurf lautet damit auf Nötigung und Verletzung der Privatsphäre mit unbefugten Bildaufnahmen. Das Urteil des Landgerichtes München wird für diesen Donnerstag erwartet.

Für den Axel-Springer-Verlag, der die "Bild"-Zeitung herausgibt, ist das Verfahren ein Indikator für den Stand der Pressefreiheit in diesem Land. Fischers Anzeige gegen den Journalisten, der damals als Reporter arbeitete und nun nach einiger Zeit in einem anderen Verlag Ressortleiter bei "Bild" ist, sei nicht weniger als ein Angriff auf dieses in Artikel fünf des Grundgesetzes festgeschriebene Grundrecht, hieß es in einer Mitteilung.

Man habe nie gedroht, vielmehr habe Fischers damalige Agentin die "Bild"-Zeitung in ihre PR-Strategie einbauen wollen, sagen der Angeklagte und seine Anwälte - und auch Fischers ehemalige PR-Agentin. Die Recherche dürfe nicht kriminalisiert werden, betont Springer.

Der Prozess hat sich längst zu einer schier unendlichen Geschichte entwickelt. In erster Instanz war der Journalist vom Amtsgericht München verurteilt, in zweiter vom Landgericht freigesprochen worden. Das Oberlandesgericht München hob den Freispruch dann allerdings wieder auf und verwies den Fall an eine andere Strafkammer des Landgerichtes zurück. Das Urteil sei "widersprüchlich und lückenhaft" gewesen, so die Einschätzung. "Ich bin sehr zufrieden", sagte Fischer damals. "Es war höchste Zeit, dass dieser Art Schmuddeljournalismus Grenzen aufgezeigt wurden. Denn: Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt."

Doch auch ein neues Urteil wäre voraussichtlich nur eine weitere Etappe auf einem langen Weg. "Es wird wahrscheinlich noch weitergehen", sagte der Vorsitzende Richter zu Beginn der neuen Verhandlung. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Bundesverfassungsgericht hier eine Entscheidung trifft."

Pünktlich zum (vorläufigen) Endspurt hat sich der Springer-Verlag prominente Unterstützung vom ehemaligen Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichtes, Winfried Hassemer, geholt. Der hat im Verlags-Auftrag bereits ein Gutachten verfasst über das Spannungsfeld "Strafbarkeit von Journalisten und Pressefreiheit". Er kommt darin zu dem Schluss, der Journalist habe sich einwandfrei verhalten, als er das kompromittierende Video beschaffte. In dem Gutachten heißt es sogar: "Vermutlich kann man angesichts der konkreten Umstände sogar von einer journalistischen Pflicht zur frühen Recherche sprechen."

Fischer und seine Verteidiger sehen das natürlich völlig anders. In einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" sagte Fischer, er wolle verhindern, dass "Pressefreiheit zur Erpresserfreiheit" verkommt. Vor Gericht schilderte der 59-jährige an Parkinson erkrankte Kabarettist, was er empfand, als er erfuhr, dass die "Bild"-Zeitung im Besitz des Videos ist: "Ich hatte Angst um meine Existenz."

Er habe dem Blatt nur ein Interview gegeben, "weil ich eine Heidenangst hatte vor einer Latte von Artikeln". Wäre die Zeitung nicht im Besitz des Videos gewesen, hätte er sich nicht in einem Interview zu seiner Beziehung zu Prostituierten geäußert, sagt Fischer "Das geht ja niemanden "was an." Es gebe einen großen Unterschied zwischen Privat- und Intimsphäre, betonen Fischers Anwälte: "Alles bis zur Gürtellinie ok."

Die Zeitung sei sehr mächtig, gibt Fischer zu bedenken. Er habe nur seine Ruhe haben und erreichen wollen, "dass ich nicht wieder in den Dreck gezogen werde". Aber: "Die Schlagzeile "Huren, Huren, Huren" wird immer bleiben." − lby



Ausführliche Berichte aus der Zeitung: Einzelausgabe als PDF online kaufen | Bereich für Abonnenten









Sicherheitscode:



Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2014
Dokument erstellt am 2013-01-23 12:09:42











Anzeige











− Foto: dpa/Archiv

Ein lebensgefährliches Phänomen breitet sich derzeit unter jungen Mädchen aus: der Selfie vor Zügen...



Großeinsatz für die Rettungskräfte: Beim Brand einer Wohnung in der Graf-Zeppelin-Straße in Passau ist der 78-jährige Mieter schwer verletzt worden. Sein Sohn konnte ihn laut Polizei "in letzter Minute" aus der Wohnung retten. − Foto: Danninger

Der Bewohner eines Mehrfamilienhaus in der Graf-Zeppelin-Straße in Passau, dessen Wohnung am...



− Foto: Birgmann

Bei einem Auffahrunfall auf der Autobahn 92 in der Nähe von Pilsting (Landkreis Dingolfing-Landau)...



−Symbolbild: PNP

Kinder können grausam sein: Dieser Spruch bewahrheitete sich am Mittwoch einmal mehr...



− Foto: PNP/Archiv

Einen vermeintlichen Einbrecher hat die Polizei am Donnerstagmorgen im Landkreis Passau festgenommen...





Der verängstigte Esel wollte nicht auf den Hänger, deswegen wurde das Tier mit einem Lader und einer Mistgabel getrieben. − Foto: Weikelstorfer

Der Osterhofener Rossmarkt samt Kutschenzug hat auch heuer am Palmsonntag Tausende von Besuchern in...



Neue Uniformen soll die bayerische Polizei erhalten. Bis Frühjahr 2015 sollen zwei favorisierte Modelle getestet werden. Ab 2016 sollen die Beamten neu ausgestattet werden. − Foto: dpa

Im Sommer werden die Menschen gelegentlich auf bayerische Polizeibeamte in blauer Uniform treffen...



Hat nach dieser Saison genug: Der Passauer Schiedsrichter Michael Sonndorfer (21) schmeißt Pfeife und Karten hin. Die verbalen Attacken sind mit ein Grund. − Fotos: Wolf

Ein Steilpass in die Spitze, ein Piff hallt über das Spielfeld. "Des gibt's ja ned, bist du blind!...



− Foto: Circus Krone

Familiennachwuchs beim Circus Krone: Vor einer Woche kam dort ein weißes Löwenbaby zur Welt...



Scheinbar bewusstlos, mit Platzwunde am Kopf und aus den Ohren stark blutend liegt ein älterer Mann...





Scheinbar bewusstlos, mit Platzwunde am Kopf und aus den Ohren stark blutend liegt ein älterer Mann...



Noch viel zu tun haben Prof. Dr. Josef Scherer und seine Mitarbeiterin Nora Podehl beim Aufbau des neuen Instituts. − Foto: Binder

Insolvenzverwalter Josef Scherer wechselt die Seiten: An der Hochschule Deggendorf richtet er ein...



Hans Greil aus Viechtach ist Trachtler mit Leib und Seele. − Foto: VBB-Archiv

Bei der Jahreshauptversammlung des Viechtacher Volkstrachtenvereins "Waldler" hat deren Vorsitzender...



Urkunden für langjährige Treue zum SV Eintracht gab es in der Jahresversammlung. Hinten, von links: 2. Vorsitzender Franz Kreuzeder, 1. Vorsitzender Walter Winkler, Josef Niedermayer, Hanns Brunner und Bürgermeister Josef Auer; vorne, von links: Michael Landstorfer, Irene Misliworski und Renate Baumgartner. − Foto: chr

Oberdietfurt. Berichte und Ehrungen standen im Mittelpunkt der Jahresversammlung des SV Eintracht im...



Jona Keimer im Cockpit der Stemme S-10 VT beim Überflug des Annapurnamassivs. - Fotos: PNP

Der Höhenmesser zeigt etwas mehr als 9000 Meter. Das Wetter ist für einen Segelflug in dieser Höhe...