• regioevent.de
  • heimatsport.de
  • am-sonntag.de


pnp.de 29.05.2015



Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




München  |  23.01.2013  |  12:09 Uhr

Prozess um Otti Fischers Sex-Video geht in vorerst letzte Runde

von Britta Schultejans,

Lesenswert (0) Lesenswert kommentierenKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken merken merken






Ottfried Fischer  − Foto: Archiv dpa

Ottfried Fischer  − Foto: Archiv dpa

Ottfried Fischer  − Foto: Archiv dpa


Ein delikates Video, ein Nötigungsvorwurf und eine Diskussion um Presse- und "Erpresserfreiheit": Der Dauer-Prozess um ein Sex-Video mit dem Schauspieler Ottfried Fischer geht an diesem Donnerstag wohl in die vorerst entscheidende Runde. Angeklagt ist ein Journalist der "Bild"-Zeitung. Fischer und die Staatsanwaltschaft werfen ihm vor, den Kabarettisten im Jahr 2009 mit einem Video erpresst zu haben.

Der Film soll Fischer beim Sex mit zwei Prostituierten in seiner Münchner Wohnung zeigen. Der Tatvorwurf lautet damit auf Nötigung und Verletzung der Privatsphäre mit unbefugten Bildaufnahmen. Das Urteil des Landgerichtes München wird für diesen Donnerstag erwartet.

Für den Axel-Springer-Verlag, der die "Bild"-Zeitung herausgibt, ist das Verfahren ein Indikator für den Stand der Pressefreiheit in diesem Land. Fischers Anzeige gegen den Journalisten, der damals als Reporter arbeitete und nun nach einiger Zeit in einem anderen Verlag Ressortleiter bei "Bild" ist, sei nicht weniger als ein Angriff auf dieses in Artikel fünf des Grundgesetzes festgeschriebene Grundrecht, hieß es in einer Mitteilung.

Man habe nie gedroht, vielmehr habe Fischers damalige Agentin die "Bild"-Zeitung in ihre PR-Strategie einbauen wollen, sagen der Angeklagte und seine Anwälte - und auch Fischers ehemalige PR-Agentin. Die Recherche dürfe nicht kriminalisiert werden, betont Springer.

Der Prozess hat sich längst zu einer schier unendlichen Geschichte entwickelt. In erster Instanz war der Journalist vom Amtsgericht München verurteilt, in zweiter vom Landgericht freigesprochen worden. Das Oberlandesgericht München hob den Freispruch dann allerdings wieder auf und verwies den Fall an eine andere Strafkammer des Landgerichtes zurück. Das Urteil sei "widersprüchlich und lückenhaft" gewesen, so die Einschätzung. "Ich bin sehr zufrieden", sagte Fischer damals. "Es war höchste Zeit, dass dieser Art Schmuddeljournalismus Grenzen aufgezeigt wurden. Denn: Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt."

Doch auch ein neues Urteil wäre voraussichtlich nur eine weitere Etappe auf einem langen Weg. "Es wird wahrscheinlich noch weitergehen", sagte der Vorsitzende Richter zu Beginn der neuen Verhandlung. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Bundesverfassungsgericht hier eine Entscheidung trifft."

Pünktlich zum (vorläufigen) Endspurt hat sich der Springer-Verlag prominente Unterstützung vom ehemaligen Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichtes, Winfried Hassemer, geholt. Der hat im Verlags-Auftrag bereits ein Gutachten verfasst über das Spannungsfeld "Strafbarkeit von Journalisten und Pressefreiheit". Er kommt darin zu dem Schluss, der Journalist habe sich einwandfrei verhalten, als er das kompromittierende Video beschaffte. In dem Gutachten heißt es sogar: "Vermutlich kann man angesichts der konkreten Umstände sogar von einer journalistischen Pflicht zur frühen Recherche sprechen."

Fischer und seine Verteidiger sehen das natürlich völlig anders. In einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" sagte Fischer, er wolle verhindern, dass "Pressefreiheit zur Erpresserfreiheit" verkommt. Vor Gericht schilderte der 59-jährige an Parkinson erkrankte Kabarettist, was er empfand, als er erfuhr, dass die "Bild"-Zeitung im Besitz des Videos ist: "Ich hatte Angst um meine Existenz."

Er habe dem Blatt nur ein Interview gegeben, "weil ich eine Heidenangst hatte vor einer Latte von Artikeln". Wäre die Zeitung nicht im Besitz des Videos gewesen, hätte er sich nicht in einem Interview zu seiner Beziehung zu Prostituierten geäußert, sagt Fischer "Das geht ja niemanden "was an." Es gebe einen großen Unterschied zwischen Privat- und Intimsphäre, betonen Fischers Anwälte: "Alles bis zur Gürtellinie ok."

Die Zeitung sei sehr mächtig, gibt Fischer zu bedenken. Er habe nur seine Ruhe haben und erreichen wollen, "dass ich nicht wieder in den Dreck gezogen werde". Aber: "Die Schlagzeile "Huren, Huren, Huren" wird immer bleiben." − lby








Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2015
Dokument erstellt am




article
638934
München
Prozess um Otti Fischers Sex-Video geht in vorerst letzte Runde
Ein delikates Video, ein Nötigungsvorwurf und eine Diskussion um Presse- und "Erpresserfreiheit": Der Dauer-Prozess um ein Sex-Video mit dem Schauspieler Ottfried Fischer geht an diesem Donnerstag wohl in die vorerst entscheidende Runde. Angeklagt is
http://www.pnp.de/nachrichten/bayern/?em_cnt=638934
2013-01-23 12:09:00
http://www.pnp.de/_em_daten/_ngen/2013/01/23/teaser/130123_1209_29_38855139_39it0345_teaser.jpg
news





Anzeige











Hauptsache kurz – so scheint das Motto vieler Teenager-Mädchen sein, wenn es um die Wahl ihrer Hotpants geht. In Passaus Schulen machen sie sich damit im Kollegium wenige Freunde. − Foto: Ole Spata/dpa

Tanktops, Hotpants und dünne Blüschen mit einem Ausschnitt, der der Fantasie wenig Raum lässt...



Der Patersdorfer Bayern-Fanclub "Red Power" hat den Zuschlag für das Traumspiel bekommen.

Der FC Bayern München Fanclub Red Power Patersdorf/Deggendorf hat das große Los gezogen: Die Roten...



− Foto: Archiv Binder

Einen explosiven Fund machte am Donnerstag die Verkehrspolizei Deggendorf. Auf der A3 bei Windorf...



− Foto: Archiv Wolf

Fahrradunfall mit sehr tragischen Folgen: Ein Radfahrer kam am Donnerstag in Julbach (Landkreis...



Beim Brand des Gästehauses in Schneizlreuth starben sechs Menschen. − F.: Leitner

Das bei der Brandkatastrophe mit sechs Toten zerstörte Bauernhaus in Schneizlreuth hatte offenbar...





Erwin Huber − Foto: Birgmann

Wissenschaftler in Deutschland diskutieren die Abschaffung des Bargelds. Zu Recht...



Für einen "Irrglauben" hält Bischof Oster die Meinung, ein Nachgeben der Kirche bei Reizthemen könne Positives bewirken. − Foto: Thomas Jäger

Ein Jahr nach der Amtseinführung von Bischof Stefan Oster grummelt es in Teilen des Bistums Passau...



−Symbolfoto: dpa

Der Vatikan hat die Zustimmung der Iren zur Homo-Ehe in deutlicher Form verurteilt...



Hauptsache kurz – so scheint das Motto vieler Teenager-Mädchen sein, wenn es um die Wahl ihrer Hotpants geht. In Passaus Schulen machen sie sich damit im Kollegium wenige Freunde. − Foto: Ole Spata/dpa

Tanktops, Hotpants und dünne Blüschen mit einem Ausschnitt, der der Fantasie wenig Raum lässt...



Weil er Franz-Josef Strauß (l.) verunglimpft haben soll, will die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl gegen Wilhelm Schlötterer verhängen. − F.: dpa

Der Strauß-Kritiker Schlötterer ist seit Jahrzehnten ein Widersacher der CSU-Spitze...





Vor der Firmenzentrale der Lindner Group in Arnstrof brennen am Montag dutzende Kerzen. Foto: Roland Binder

In diesem Jahr begeht die Firma Lindner aus Arnstorf (Landkreis Rottal-Inn) ihr 50-jähriges Bestehen...



 - Foto: dpa

Im Landkreis Rottal-Inn herrscht Fassungslosigkeit. Sechs Mitarbeiter der Firma Lindner aus Arnstorf...



 - Foto: Leitner/BRK BGL

Ein tragisches Unglück überschattet das Pfingstwochenende. Bei einem Großbrand im oberbayerischen...



− Foto: Armin Weigel/dpa

Am traditionellen Pfingstritt im oberpfälzischen Bad Kötzting haben am Montag 861 Reiter und mehr...



Die Schwestern der Congregatio Jesu haben das Kloster Altenmarkt verlassen. Gestern verabschiedete sich die Pfarrei von ihnen in einem Festgottesdienst in der Asambasilika. − Foto: Kufner

Die acht Schwestern der Congregatio Jesu sind fort. Doch ihr segensreiches Wirken besteht weiter...