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München  |  14.09.2013  |  14:54 Uhr

Hochspannung vor der Landtagswahl - Parteien beenden Wahlkampf

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 − Foto: Jäger

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Die Spannung steigt vor der bayerischen Landtagswahl in München und Berlin: Nach dem Verlust der absoluten Mehrheit vor fünf Jahren und einer teilweise schwierigen Koalition mit der FDP hofft die CSU mit Ministerpräsident Horst Seehofer nun auf eine Rückkehr zur Alleinherrschaft. Jüngsten Umfragen zufolge ist dies bei der Wahl an diesem Sonntag ebenso möglich wie eine Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition. Allerdings muss die FDP noch um den Wiedereinzug in den Landtag zittern. Die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Ude sowie Grüne und Freie Wähler setzen auf die noch unentschlossenen Wähler und eine Aufholjagd auf den allerletzten Metern.

In Berlin gilt die bayerische Landtagswahl als wichtiger Stimmungstest für die Bundestagswahl nur eine Woche später. Einen solch kurzen Abstand zwischen den beiden Wahlen gab es noch nie. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück haben Bayern deshalb zu Schwerpunkten ihrer Wahlkampagnen gemacht.

9,5 Millionen Wahlberechtigte, 15 Parteien, 180 Sitze

Wahlberechtigt sind rund 9,5 Millionen Menschen. Sie haben die Wahl zwischen insgesamt 15 Parteien. Im Landtag sind 180 Sitze zu vergeben - 90 Direktmandate und 90 Listenmandate. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate können es am Ende aber auch noch mehr werden.

Umfragen hatten die CSU zuletzt bei 47 bis 48 Prozent gesehen - und damit vor der Wiedereroberung der absoluten Mehrheit im Landtag. Für die FDP ermittelten die Meinungsforscher nur 3 bis 5 Prozent. Die SPD wurde bei 18 bis 21 gesehen. Die Grünen kamen in diesen Umfragen auf 10 bis 13 Prozent, die Freien Wähler auf 7 bis 8 Prozent. Die Linke kam auf maximal 4, die Piratenpartei auf maximal 3 Prozent.

Ein historischer Machtwechsel im seit Jahrzehnten CSU-dominierten Freistaat scheint demnach unwahrscheinlich - auch wenn Seehofer mit dem populären Münchner Oberbürgermeister Ude ein politisches Schwergewicht als Herausforderer hat. Die SPD wäre aber, um regieren zu können, nicht nur auf die Grünen, sondern auch auf die Freien Wähler als Partner angewiesen. Die wollen sich aber weder auf die CSU noch auf Rot-Grün festlegen. Und ohnehin lag das potenzielle Dreierbündnis in Umfragen zuletzt deutlich hinter der CSU. Allerdings: Umfragen zufolge war wenige Tage vor der Wahl noch fast die Hälfte der Bayern unentschlossen, ob und wen sie wählen.

Steinmeier sieht CSU in den Umfragen überbewertet

Der SPD-Fraktionschef im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier, sieht die CSU in den Umfragen jedoch überbewertet. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Umfragen, die die CSU der Öffentlichkeit gerne zeigt, nicht dem Wahlergebnis am 15. September um 18 Uhr entsprechen werden", sagte Steinmeier der "Rheinischen Post" (Samstag). "Die Regierung Seehofer ist eine Geschichte von Affären und Peinlichkeiten, von der Verwandtenaffäre bis zu Medienbeschimpfungen."

SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen sagte kurz vor der Wahl: "Da ist etwas in Bewegung." Eine Prognose wollte sie aber nicht abgeben. Grünen-Fraktionschef Martin Runge meinte: "Wir kämpfen darum, spürbar mehr als zehn Prozent zu erreichen." Und man habe noch eine "leise Hoffnung" auf eine Regierungswechsel.

Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger hofft wesentlich kräftiger: Er prophezeit nach wie vor, dass die CSU ihren 43-Prozent-Negativrekord von 2008 noch untertreffen wird. "Ich glaube, dass dieser CSU-Felsen eher still abbröckelt, nicht mit einem großen Knall wie damals." Aiwangers Wahlziel: 15 Prozent für die Freien Wähler.

CSU stürzte bei der Wahl 2008 von 60,7 auf 43,4 Prozent

Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren hatte die CSU eine historische Niederlage einstecken müssen. Die Christsozialen stürzten von 60,7 Prozent bei der Wahl 2003 um 17 Punkte auf nur noch 43,4 Prozent ab. Der nur ein Jahr lang amtierende Ministerpräsident Günther Beckstein musste damals ebenso gehen wie Erwin Huber als Parteichef, Seehofer wurde als Retter aus Berlin geholt. Erstmals seit Jahrzehnten war die CSU fortan wieder auf einen Koalitionspartner angewiesen - sie entschied sich für die FDP.

Die SPD war vor fünf Jahren auf 18,6 Prozent abgesackt. Die Grünen holten 9,4 Prozent. Die Freien Wähler (FW) zogen damals mit 10,2 Prozent erstmals überhaupt in ein Landesparlament ein. Und die FDP feierte nach 14 Jahren Pause im Landtag mit 8,0 Prozent ihre Rückkehr ins Parlament. Auf die CSU entfielen damals 92 der 187 Sitze, auf die SPD 39, auf die Freien Wähler 21, auf die Grünen 19 und auf die FDP 16. Im Laufe der Wahlperiode wechselte ein FDP-Abgeordneter zu den FW. Ex-CSU-Rebellin Gabriele Pauli verließ die FW-Fraktion und war seitdem fraktionslos. Die Wahlbeteiligung lag bei 57,9 Prozent. − dpaLive-Ticker, Hochrechnungen und Ergebnisse am Wahlabend ab 18 Uhr auf www.wahlportal2013.de



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Dokument erstellt am 2013-09-14 14:54:20











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