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Prag/Passau  |  21.01.2013  |  05:00 Uhr

Temelin-Ausbau löst Proteststurm in Bayern und Oberösterreich aus

Atomkraftwerk erhält zwei neue Reaktoren − Oberösterreich kündigt rechtliche Schritte an

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Nachdem das tschechische Umweltministerium am Freitag den geplanten Ausbau des umstrittenen grenznahen Atomkraftwerks Temelin genehmigt hat, hagelt es nun Proteste aus Bayern und Oberösterreich.

Mit der Entscheidung für eine Erweiterung setze Tschechien nicht nur auf eine Technik der Vergangenheit, sondern gefährde neben der eigenen Bevölkerung auch die Menschen in den Nachbarstaaten, kritisierte gestern der Sprecher der Plattform gegen Atomgefahren, Gerhard Albrecht aus Kellberg (Lkr. Passau). Zudem habe man beim Genehmigungsverfahren unter Missachtung demokratischer Mitbestimmung massiv europäisches Recht verletzt. "Wer dazu zwei Jahre nach Fukushima ein neues Atomkraftwerk plant, der lässt auch jegliche Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit außer Betracht", betonte Albrecht.

Empörung über den Ausbau herrscht auch in Oberösterreich. "Offensichtlich hält Tschechien daran fest, energiepolitisch weiter zu den Letzten von gestern zu gehören", kritisierte Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) im ORF. Er wolle alle Möglichkeiten ausschöpfen, "um das gefährliche Energie-Mittelalter an unserer Grenze zu beenden." Er sei deshalb bereits mit Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) in Kontakt, um ein weiteres Vorgehen zu prüfen. Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) kündigte zudem Rechtsschritte des Landes Oberösterreich an. "Diese Genehmigung ist völlig absurd, weil nicht einmal klar ist, welcher Reaktortyp genehmigt wurde", so Anschober.

Das AKW Temelin soll bis 2025 um zwei Reaktoren erweitert werden. Tschechien hatte im Juni des vergangenen Jahres in Passau über das Projekt informiert. Umweltschützer kritisierten das als "Alibiveranstaltung".

Greenpeace wiederum sieht Verstöße in der Prüfung der Umweltverträglichkeit. Diese sei laut Prag positiv ausgefallen, es habe sich jedoch um ein reines Scheinverfahren gehandelt, so Greenpeace.  − ism








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