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Nach dem großen Stromausfall in München rätselt die Stadt über den Grund für den Blackout. "Wir betreiben noch Ursachenforschung" sagte ein Sprecher der Stadtwerke am Freitag. "Man kann bislang nur spekulieren." Am Donnerstag hatte der Energieversorger technisches Versagen in einem Leitungssystem nördlich von München als Ursache vermutet. Der Defekt habe sich dort im Bereich einer Anschlussstelle zum Netz von Eon Bayern ereignet.
Eon wies Vermutungen, der Schaden könne im Eon-Netz entstanden sein, entschieden zurück. "Bis 08.02 Uhr waren im vorgelagerten 110-Kilovolt-Netz der Eon Netz keinerlei Störungen oder Betriebsabweichungen zu verzeichnen", hieß es in einer Mitteilung. Erst eine Stunde nach Beginn des Stromausfalls sei es im Eon-Umspannwerk Isarau zu einem Folgeschaden gekommen. Dabei geriet nach Unternehmensangaben ein Spannungswandler in Brand, der kontrolliert abbrannte. Die Stadtwerke konnten das "nach jetzigem Kenntnisstand weder dementieren noch bestätigen", wie es in einer Mitteilung hieß. Sie betonten aber, keine Schuldzuweisungen gegen Eon formuliert zu haben.
Der schwerste Stromausfall seit zwei Jahrzehnten hatte am Donnerstagmorgen weite Teile Münchens in Dunkelheit getaucht. Rund 450.000 Menschen waren nach Angaben der Stadtwerke bis zu einer knappen Stunde ohne Strom. Züge blieben stehen, im Berufsverkehr kam es zu chaotischen Zuständen, weil Ampeln ausfielen. Auch das Handynetz war teilweise betroffen
Nach Ansicht des Hochspannungs-Experten Albert Claudi von der Universität Kassel müssen sich die Deutschen trotz vergleichsweise sehr sicherer Stromversorgung künftig häufiger auf derartige Ausfälle einstellen. Das Netz sei stärker ausgelastet und darum nicht mehr so stabil wie vor 10 oder 20 Jahren. − lby
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