• regioevent.de
  • heimatsport.de
  • am-sonntag.de


pnp.de 4.09.2015



Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




Passau/Brüssel  |  14.11.2012  |  18:38 Uhr

Frauenquote: Betriebe der Region sind dagegen

von Miriam Eckert

Lesenswert (1) Lesenswert 5 KommentareKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken merken merken






 − Foto: dpa

 − Foto: dpa

 − Foto: dpa


Die EU-Kommission beschloss gestern einen Gesetzesvorschlag, wonach bis zum Jahr 2020 alle Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen in Europa zu 40 Prozent mit Frauen besetzt sein müssen. Damit diese Quote EU-Gesetz wird, muss sie vom EU-Parlament und von den Mitgliedsstaaten angenommen werden.

Die Passauer Neue Presse hat diesen Entschluss zum Anlass für eine Umfrage bei Unternehmen in der Region genommen. Die Mehrheit sieht eine gezielte Förderung von Frauen als notwendig an. Eine staatliche Quotenregelung bei der Besetzung von Top-Positionen wird aber abgelehnt. Statt einer Quote, sollten die Unternehmen vielmehr die Weichen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellen und die Arbeitszeiten flexibler gestalten. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass eine branchenübergreifende Quote nicht zielführend sei, da es in naturwissenschaftlichen und technischen Berufen zu wenige Frauen gebe.

"Wer will schon eine Quotenfrau sein?"

Eine konsequente Gegnerin der Frauenquote ist Elisabeth Hintermann, Geschäftsführerin des Bettwarenherstellers Mühldorfer (Lkr. Freyung/Grafenau). "Bei dieser Regelung wird nicht den Frauen geholfen, sondern nur einigen Top-Managerinnen in börsennotierten Unternehmen, das ist in Niederbayern vielleicht eine Frau", sagt Hintermann und zeigt beim eigenen Unternehmen in Haidmühle im Bayerischen Wald, dass es funktioniert. Bei ihr arbeiten zu 80 Prozent Frauen. Die Frauenquote sieht die Geschäftsführerin als ein "unnötiges Thema, das von der Politik und den eigentlichen Aufgaben ablenkt". Als Beispiele nennt sie Fachkräftemangel und hohe Jugendarbeitslosigkeit sowie die hohen Belastungen für Arbeitnehmer. "Die Frauen brauchen mehr netto als brutto", ist sie überzeugt.

Auch Gesellschafterin Veronika Lindner der Ausbaufirma Lindner aus Arnstorf (Lkr. Rottal-Inn) sieht die gesetzliche Frauenquote als problematisch an, vielmehr komme es auf die Leistung von Frauen wie Männern an. "Wenn eine Frau einen Job bekommt, möchte sie sich doch nicht ihr Leben lang fragen, ob sie ihn auch ohne die Quote bekommen hätte", sagt Lindner. "Wer will schon eine Quotenfrau sein." Stattdessen müssten mehr Lösungen gefunden werden, Beruf und Familie zu verbinden. "Bei uns sind 18 Prozent der Führungskräfte weiblich und das in der Bauindustrie und ohne Quote", betont sie.

Mehr Führungspositionen in Teilzeit anbieten

"Frauen brauchen faire Chancen – nicht mehr und nicht weniger", meint Frau Dr. Haas-Lensing, Geschäftsführerin Vertrieb in der Haas Group. "Politische Regelungen und Quoten sind nicht die Lösung, sondern wir streben individuelle Lösungen an, die Frauen Führungspositionen zeitlich überhaupt wieder ermöglichen", sagt Haas-Lensing, die gute Erfahrungen mit Frauen in leitenden Positionen gemacht hat. Das Problem liege also nicht bei der Frau, sondern daran, dass Führungspositionen nur schlecht in Teilzeit ausgeübt werden können - für Frauen wie für Männer. "Wenn, dann sollte mittelfristig daran gearbeitet werden einen gewissen Teil an Führungspositionen in Teilzeit (allerdings nicht unter 30 Stunden) möglich zu machen."

Die Firma Linhardt aus Viechtach (Lkr. Regen) spricht sich grundsätzlich gegen eine Frauenquote aus. "Frauen wollen durch ihre Leistung überzeugen", so die Sprecherin des Unternehmens. "Wer will schon eine Quotenfrau sein?" Wir sind Bewerbungen Frauen gegenüber Frauen sehr offen."
Auch Dr. Monika Kopra-Schäfer hat es an die Spitze geschafft und ist zusammen mit Christian Schubert Geschäftsführerin des Tubenunternehmens mit 1000 Mitarbeiter und über 100 Millionen Euro Umsatz.

"Individuelle Lösungen statt genereller Frauenquote"

Auch bei drei großen Unternehmen in der Region, Wacker Chemie AG (Lkr. Altötting), der ZF-Friedrichshafen AG (Lkr. Passau) und der BMW AG (Lkr. Dingolfing-Landau) zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Sie alle lehnen eine strikte Frauenquote als "nicht zielführend" ab. Stattdessen spielen berufliche Qualifizierung und persönliche Leistung eine große Rolle. Besonders die vorgesehene branchenübergreifende Quote stößt bei den Unternehmen auf Kritik. "Jedes Unternehmen hat andere Voraussetzungen und gerade im technischen Bereich gibt es zu wenige Absolventinnen um eine Quote von 40 Prozent zu erfüllen", sagt Jochen Frei, BMW-Pressesprecher. Es mache viel mehr Sinn individuelle Regeln aufzustellen, um Frauen einzustellen und zu halten. BMW setze besonders auf die technischen Ausbildungen und Trainee-Programme. "Dieses Jahr wurden unsere Ziele schon überschritten. Im technischen Bereich sind 16,8 Prozent und im Management-Trainee 37,3 Prozent Frauen eingestellt worden.

An den Aufsichtsräten aller drei Unternehmen sind derzeit Frauen beteiligt. Bei BMW sind seit Juni 2012 vier Frauen (zwei auf Kapitalgeberseite und zwei Frauen auf Seite der Arbeitnehmervertretung) im Aufsichtsrat, so Frei. "Also bereits eine Quote von 20 Prozent bei insgesamt 20 Mitgliedern. " Bei der ZF sitzen in diesem Gremium zwei Frauen und 18 Männer", bestätigt Pressesprecher Martin Demel. Bei der Wacker Chemie AG sei aktuell eine Frau gemeinsam mit 17 männlichen Kollegen im Aufsichtsrat des Konzerts, so Sprecher Christof Bachmair.








Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2015
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am




article
583629
Passau/Brüssel
Frauenquote: Betriebe der Region sind dagegen
Die EU-Kommission beschloss gestern einen Gesetzesvorschlag, wonach bis zum Jahr 2020 alle Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen in Europa zu 40 Prozent mit Frauen besetzt sein müssen. Damit diese Quote EU-Gesetz wird, muss sie vom EU-P
http://www.pnp.de/nachrichten/bayern/583629_Frauenquote-Betriebe-der-Region-sind-dagegen.html?em_cnt=583629
2012-11-14 18:38:00
http://www.pnp.de/_em_daten/_ngen/2012/11/14/teaser/121114_1825_29_38207294_387l2811_teaser.jpg
news





Anzeige











In Handschrift wurde das Virus-Fax geschrieben und wird nun verbreitet.

Faxe werden immer weniger. Meist sind es nur noch Werbungen von Autoverkäufern oder...



Künstler Heinrich Richter muss beim Bearbeiten der Figur aus weichem PU-Schaum aufpassen, dass er nicht zu viel wegnimmt. Ideengeber und Rodelbahn-Betreiber Franz Bindl (hinten) hat genaue Vorstellungen, wie der Sepp auszuschauen hat – bis hin zur Zahnlücke.

Franz Bindl hat bei der Deggendorfer Firma Zierer Bayerns längste Familien-Achterbahn mit 758 Metern...



Foto: LBV

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) nennt es einen "skandalösen Fall von Umweltkriminalität"...



Polizisten vor der Leiche des jungen Flüchtlings. Foto: dpa

Fotos eines ertrunkenen Flüchtlingskindes haben in den sozialen Netzwerken und internationalen...



− Foto: dpa

Beim Zusammenstoß eines Schulbusses mit einem Lastwagen sind im unterfränkischen Bad Königshofen 19...





In der Diskussionsrunde "Hart aber Fair" nannte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann Schlagersänger Roberto Blanco "einen wunderbaren Neger". − Fotos: Georg Gerleigner, Andreas Gebert/dpa; Montage: red

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat in der ARD-Sendung "Hart aber Fair" den Sänger...



Vor allem um den Schutz Jugendlicher geht es der Drogenbeauftragten. − Foto: dpa

Abends kein Alkohol mehr in Kiosken und Tankstellen? Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung...



Kam zwar nicht zum Einsatz, schrieb aber fleißig Autogramm: Robert Lewandowski. - Foto: Manuel Birgmann

Für den FC-Bayern-Fanclub "Red Power Patersdorf/Deggendorf" ist am Sonntag ein Traum endlich in...



Mit Atemschutzmasken und einer Wärmebildkamera durchsuchten die Einsatzkräfte das Mehrfamilienhaus in der Bierfeldstraße in Viechtach. Gefunden haben sie nichts. − Fotos: Ober

Weil die Anwohnerin eines Mehrfamilienhauses in der Bierfeldstraße in Viechtach am Freitag kurz vor...



Noch rollen keine Autos über die B11-Kreuzung bei Gotteszell. Doch in Kürze kann die Straße in Richtung Deggendorf ab dieser Stelle wieder befahren werden, teilt das Bauamt mit. − F.: Zweifel

Am Dienstag hat der Viechtacher Bayerwald-Bote berichtet, dass die Erneuerung der Bundesstraße11 im...





Die Gisekestraße zwischen Kindergarten und Parkplatz soll tiefer gelegt werden, statt des großen Parkplatzes kann eine "Arena" gebaut werden, eine geringe Anzahl von Parkplätzen soll erhalten bleiben.

Bürger in den Entscheidungsprozess einzubinden, sie mitberaten und mitentscheiden zu lassen: Das war...



Dr. Fritz Haas. − Foto: Haas

Der lange Rechtsstreit zwischen Dr. Fritz Haas und seinem früheren Arbeitgeber...



Vertritt die Spediteure Niederbayerns: Der Landauer Hans Ach, hier mit seiner Frau Birgit. − Foto: Archiv Strakeljahn

Am Mittwoch haben sich nach eigenen Angaben die Delegierten des Landesverbandes Bayerischer...



Mitglieder und Interessenten der "Solidarischen Landwirtschaft Blümlhof" auf ihrem Gemüsebeet im Süden der Gemeinde Burgkirchen. Ein gelernter Gärtner erklärt, wie das Hacken am besten gegen Unkraut wirkt. − Foto: Gerlitz

"Solidarische Landwirtschaft" nennen die Bio-Bauern Elke und Hubert Hochreiter ihre Idee einer neuen...



−Symbolfoto: Polizei

Bei einer Großkontrolle im Raum Passau hat die Polizei am Donnerstagmorgen innerhalb von rund drei...