• regioevent.de
  • heimatsport.de
  • am-sonntag.de


pnp.de 18.12.2014

Ostbayern

Heute: 9°C - 1°C

präsentiert von:






Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




Passau/Brüssel  |  14.11.2012  |  18:38 Uhr

Frauenquote: Betriebe der Region sind dagegen

von Miriam Eckert

Lesenswert (1) Lesenswert 5 KommentareKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken merken merken






 − Foto: dpa

 − Foto: dpa

 − Foto: dpa


Die EU-Kommission beschloss gestern einen Gesetzesvorschlag, wonach bis zum Jahr 2020 alle Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen in Europa zu 40 Prozent mit Frauen besetzt sein müssen. Damit diese Quote EU-Gesetz wird, muss sie vom EU-Parlament und von den Mitgliedsstaaten angenommen werden.

Die Passauer Neue Presse hat diesen Entschluss zum Anlass für eine Umfrage bei Unternehmen in der Region genommen. Die Mehrheit sieht eine gezielte Förderung von Frauen als notwendig an. Eine staatliche Quotenregelung bei der Besetzung von Top-Positionen wird aber abgelehnt. Statt einer Quote, sollten die Unternehmen vielmehr die Weichen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellen und die Arbeitszeiten flexibler gestalten. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass eine branchenübergreifende Quote nicht zielführend sei, da es in naturwissenschaftlichen und technischen Berufen zu wenige Frauen gebe.

"Wer will schon eine Quotenfrau sein?"

Eine konsequente Gegnerin der Frauenquote ist Elisabeth Hintermann, Geschäftsführerin des Bettwarenherstellers Mühldorfer (Lkr. Freyung/Grafenau). "Bei dieser Regelung wird nicht den Frauen geholfen, sondern nur einigen Top-Managerinnen in börsennotierten Unternehmen, das ist in Niederbayern vielleicht eine Frau", sagt Hintermann und zeigt beim eigenen Unternehmen in Haidmühle im Bayerischen Wald, dass es funktioniert. Bei ihr arbeiten zu 80 Prozent Frauen. Die Frauenquote sieht die Geschäftsführerin als ein "unnötiges Thema, das von der Politik und den eigentlichen Aufgaben ablenkt". Als Beispiele nennt sie Fachkräftemangel und hohe Jugendarbeitslosigkeit sowie die hohen Belastungen für Arbeitnehmer. "Die Frauen brauchen mehr netto als brutto", ist sie überzeugt.

Auch Gesellschafterin Veronika Lindner der Ausbaufirma Lindner aus Arnstorf (Lkr. Rottal-Inn) sieht die gesetzliche Frauenquote als problematisch an, vielmehr komme es auf die Leistung von Frauen wie Männern an. "Wenn eine Frau einen Job bekommt, möchte sie sich doch nicht ihr Leben lang fragen, ob sie ihn auch ohne die Quote bekommen hätte", sagt Lindner. "Wer will schon eine Quotenfrau sein." Stattdessen müssten mehr Lösungen gefunden werden, Beruf und Familie zu verbinden. "Bei uns sind 18 Prozent der Führungskräfte weiblich und das in der Bauindustrie und ohne Quote", betont sie.

Mehr Führungspositionen in Teilzeit anbieten

"Frauen brauchen faire Chancen – nicht mehr und nicht weniger", meint Frau Dr. Haas-Lensing, Geschäftsführerin Vertrieb in der Haas Group. "Politische Regelungen und Quoten sind nicht die Lösung, sondern wir streben individuelle Lösungen an, die Frauen Führungspositionen zeitlich überhaupt wieder ermöglichen", sagt Haas-Lensing, die gute Erfahrungen mit Frauen in leitenden Positionen gemacht hat. Das Problem liege also nicht bei der Frau, sondern daran, dass Führungspositionen nur schlecht in Teilzeit ausgeübt werden können - für Frauen wie für Männer. "Wenn, dann sollte mittelfristig daran gearbeitet werden einen gewissen Teil an Führungspositionen in Teilzeit (allerdings nicht unter 30 Stunden) möglich zu machen."

Die Firma Linhardt aus Viechtach (Lkr. Regen) spricht sich grundsätzlich gegen eine Frauenquote aus. "Frauen wollen durch ihre Leistung überzeugen", so die Sprecherin des Unternehmens. "Wer will schon eine Quotenfrau sein?" Wir sind Bewerbungen Frauen gegenüber Frauen sehr offen."
Auch Dr. Monika Kopra-Schäfer hat es an die Spitze geschafft und ist zusammen mit Christian Schubert Geschäftsführerin des Tubenunternehmens mit 1000 Mitarbeiter und über 100 Millionen Euro Umsatz.

"Individuelle Lösungen statt genereller Frauenquote"

Auch bei drei großen Unternehmen in der Region, Wacker Chemie AG (Lkr. Altötting), der ZF-Friedrichshafen AG (Lkr. Passau) und der BMW AG (Lkr. Dingolfing-Landau) zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Sie alle lehnen eine strikte Frauenquote als "nicht zielführend" ab. Stattdessen spielen berufliche Qualifizierung und persönliche Leistung eine große Rolle. Besonders die vorgesehene branchenübergreifende Quote stößt bei den Unternehmen auf Kritik. "Jedes Unternehmen hat andere Voraussetzungen und gerade im technischen Bereich gibt es zu wenige Absolventinnen um eine Quote von 40 Prozent zu erfüllen", sagt Jochen Frei, BMW-Pressesprecher. Es mache viel mehr Sinn individuelle Regeln aufzustellen, um Frauen einzustellen und zu halten. BMW setze besonders auf die technischen Ausbildungen und Trainee-Programme. "Dieses Jahr wurden unsere Ziele schon überschritten. Im technischen Bereich sind 16,8 Prozent und im Management-Trainee 37,3 Prozent Frauen eingestellt worden.

An den Aufsichtsräten aller drei Unternehmen sind derzeit Frauen beteiligt. Bei BMW sind seit Juni 2012 vier Frauen (zwei auf Kapitalgeberseite und zwei Frauen auf Seite der Arbeitnehmervertretung) im Aufsichtsrat, so Frei. "Also bereits eine Quote von 20 Prozent bei insgesamt 20 Mitgliedern. " Bei der ZF sitzen in diesem Gremium zwei Frauen und 18 Männer", bestätigt Pressesprecher Martin Demel. Bei der Wacker Chemie AG sei aktuell eine Frau gemeinsam mit 17 männlichen Kollegen im Aufsichtsrat des Konzerts, so Sprecher Christof Bachmair.



Ausführliche Berichte aus der Zeitung: Einzelausgabe als PDF online kaufen | Bereich für Abonnenten





Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2014
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am




article
583629
Passau/Brüssel
Frauenquote: Betriebe der Region sind dagegen
Die EU-Kommission beschloss gestern einen Gesetzesvorschlag, wonach bis zum Jahr 2020 alle Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen in Europa zu 40 Prozent mit Frauen besetzt sein müssen. Damit diese Quote EU-Gesetz wird, muss sie vom EU-P
http://www.pnp.de/nachrichten/bayern/583629_Frauenquote-Betriebe-der-Region-sind-dagegen.html
2012-11-14 18:38:00
http://www.pnp.de/_em_daten/_ngen/2012/11/14/teaser/121114_1825_29_38207294_387l2811_teaser.jpg
news







Anzeige











Rekordstrafe für Marco Reus: Der Nationalspieler muss 540.000 Euro Strafe zahlen, weil er mehrfach ohne Führerschein unterwegs war. − Foto: dap

Fußball-Nationalspieler Marco Reus muss wegen Fahrens ohne Führerschein 540 000 Euro Strafe zahlen...



Der Passauer Diözesanbischof Stefan Oster wird heuer keine schriftlichen Weihnachtsgrüße verschicken...



100 gefundene Euro abzugeben ist für Fünftklässler Maxi (12) "selbstverständlich". − F.: Karl

"Respekt – ein wirklich feiner Zug – und das noch in der Weihnachtszeit...



Viele angehende Lehrer fühlen sich unzureichend auf das Berufsleben vorbereitet

Es bestünde erheblicher Nachholbedarf: Lehramtsstudenten fühlen sich nicht auf die Praxis...



Ob Sommer oder Winter, in Bayern oder in Polargebieten: Um die Mittagszeit legen Luchse stets eine...





Sollen von und nach Viechtach wieder regelmäßig Züge fahren? Darüber sollen bald die Bürger des gesamten Landkreises Regen befinden. − Foto: Archiv/Schlamminger

Der Kreistag von Regen hat am Montag beschlossen, über die geplante Reaktivierung der Bahnlinie...



Bischof Stefan Oster räumt in dem sehr persönlichen Interview mit der PNP ein, dass es auch bei ihm eine offene Sehnsucht nach einer Partnerschaft, Familie oder einem Kind gebe. Allerdings reiche sie nicht bis in die Tiefe.

Bischof Stefan Oster hat sich im Nachhinein überrascht gezeigt, dass er zum Oberhirten der Diözese...



− Foto: AC/DC

Nur gut eine Stunde nach dem Beginn des Online-Verkaufs am Montagnachmittag waren die Online-Karten...



Kunstwerk oder Katastrophe? Vor diese Frage sehen sich Passanten beim Blick auf das wohl extremste Weihnachtsdekohaus des Landkreises gestellt. − Foto: Kleiner

Wer in Marktl (Lkr. Altötting) die Eichenstraße entlang fährt, der wird spätestens auf halber Höhe...



Das Kernkraftwerk Isar 1 bei Landshut wurde im Jahr 2011 auf Anordnung der Staatsregierung noch vor dem offiziellen Atomausstieg abgeschaltet. Dagegen hat der Energiekonzern Eon jetzt Klage eingereicht - und verlangt über 150 Millionen Euro Schadensersatz. − Foto: dpa

Der Atomausstieg könnte für die bayerischen Steuerzahler ein teures Nachspiel haben: Weil die...





Erstaunlich viel freie Sicht hat man plötzlich an der Westseite des Viechtacher Stadtplatzes. Auch das historische und denkmalgeschützte Linprunhaus gehört nun der Vergangenheit an und hinterlässt einen großen Schuttberg. − Foto: Daniel Ober

Es geht schneller als noch Anfang der Woche gedacht: Auch das lange Zeit unter Denkmalschutz...



Lernten sich heuer erstmals kennen: die Prachtitzer Stadträte Vaclav Kunes (v.l.) und Hana Mrazova, stellvertretender Bürgermeister Jan Klimes, 1. Bürgermeister Martin Maly, das Waldkirchner Stadtoberhaupt Heinz Pollak , städtischer Geschäftsleiter Siegfried Müller und Bürgermeistersekretärin Renate Brunner. Die Verständigung klappte bisher aber nur mit einem tschechischen Dolmetscher (r.). − Foto: Ebert-Adeikis

Seit rund 20 Jahren ist es schon Tradition, dass sich die Bürgermeiser von Waldkirchen und dem...



Unmittelbar am Schwarzen Regen entlang verläuft ein Teilstück der Bahnstrecke Gotteszell-Viechtach. Heute berät der Kreistag darüber, ob ein Probebetrieb stattfindet und ob zuvor ein Bürgerentscheid organisiert wird. − Foto: Schlamminger

Ein gehöriger Menschenauflauf ist zu erwarten, wenn sich der Kreistag Regen heute Nachmittag um...



−Symbolfoto: dpa

Schrecklicher Verdacht in Eggenfelden (Landkreis Rottal-Inn): Offenbar hat dort am Wochenende ein...



Busfahrer Dirk Hermes (l.) mit den ratschenden Gästen: Julia Geith (v.l.), Werner Lechner und Melanie Schwab, die unterstützt wurden von Claudia Donner, Daniela Krawutschke und Angelika Lermberger

Es ist schon beinahe unfassbar, was man alles auf einer Fahrt im Citybus, auch "Rollende...