• regioevent.de
  • mydealbayern.de
  • heimatsport.de
  • am-sonntag.de




Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




Würzburg  |  11.11.2012  |  22:20 Uhr

Wie weit darf die Polizei gehen?

von Sabine Kain

Lesenswert (12) Lesenswert 21 KommentareKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken






Heutekann der Tierarzt wieder lachen, wenngleich sein Humor oft düster ist. Im Fasching steht Rolf Herzel als Hauptmann Küppers auf der Bühne und singt ein Lied über die Polizei.  − Foto: Sabine Kain

Heutekann der Tierarzt wieder lachen, wenngleich sein Humor oft düster ist. Im Fasching steht Rolf Herzel als Hauptmann Küppers auf der Bühne und singt ein Lied über die Polizei.  − Foto: Sabine Kain

Heutekann der Tierarzt wieder lachen, wenngleich sein Humor oft düster ist. Im Fasching steht Rolf Herzel als Hauptmann Küppers auf der Bühne und singt ein Lied über die Polizei.  − Foto: Sabine Kain


Diese eisige Dezembernacht 2010 wird Rolf Herzel nie vergessen. Eine Frage verfolgt den heute 48-Jährigen seither wie ein Schatten: Warum hat man mir das angetan? Darüber zermartert sich der Familienvater aus Rottendorf bei Würzburg seit knapp zwei Jahren den Kopf. Von einem Glühweinfest soll der Mann betrunken nach Hause gefahren sein. Mitten in der Nacht klingelten Polizisten an seiner Tür. Einem Alkoholtest stimmte Herzel nicht zu. Daraufhin forderten die jungen Polizisten Verstärkung an. "Wenn wir im Haus sind, haben Sie keine Rechte mehr, wir sind die Staatsgewalt", soll ein Polizist gesagt habe. Zwölf Polizisten waren später in Herzels Haus. Irgendwann wollte sich Herzel über die Spüle beugen, um Wasser zu trinken. In diesem Moment hört er, wie jemand ruft: "Zugriff!" Wenig später liegt Herzel auf dem Boden, fixiert von mehreren Polizisten, der Ohnmacht nahe. In Handschellen, bekleidet nur mit seinem Schlafanzug zerren sie ihn aus dem Haus, tragen ihn in ein Dienstfahrzeug und fahren los. Die Nacht verbringt Herzel in der Zelle, vor und nach einer Untersuchung im Klinikum. Erst um 6 Uhr, nach Schichtwechsel, wird er von einem anderen Polizisten freigelassen.

Der Polizeieinsatz hatte ein juristisches Nachspiel − für Herzel. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt geführt. Nach langer Diskussion einigten sich beide Seiten im September darauf, dass der Tierarzt 1000 Euro spendet und das Verfahren eingestellt wird. Ein Freispruch zweiter Klasse, aber ein Notausgang, den Herzel seiner Familie zuliebe wählte. Noch ist der Albtraum nicht ausgestanden: Der Dienstgruppenleiter beschuldigt den Tierarzt, ihn gegen einen Türrahmen gestoßen zu haben. Dabei habe er eine Schädelprellung erlitten. 900 Euro Schmerzensgeld wolle der haben. "Ich hab' den nicht berührt", versichert Herzel. Fotos von seinen Händen, entstanden am Tag nach dem Einsatz, zeigen keine Spuren eines Kampfes. Das Verfahren gegen die Polizisten wurde eingestellt.

Ein rechtsmedizinisches Gutachten, das Herzel selbst bezahlt hat, ergab inzwischen, dass er in jener Dezembernacht, als er sein Auto von der Straße in den Carport fuhr,  etwa 0,1 Promille Alkohol im Blut hatte. 

"Der Beamte und seine Kollegin haben lange versucht, den Mann zu überreden, ihren Anordnungen Folge zu leisten", beschreibt Kriminaloberrat Heinz Henneberger vom Polizeipräsidium Unterfranken die Situation und spricht von "Engelszungen". Auch der lange Zeitraum, der verging, ehe Verstärkung angefordert wurde, zeige deutlich, "dass die Beamten den Fall kommunikativ lösen wollten". Erst als das keinerlei Wirkung zeigte, "wurde Herrn Herzel unmittelbarer Zwang angedroht". Hochgradig erregt sei der Tierarzt gewesen, habe entgegen der Anweisungen der Polizisten "ständig weggehen und sich der Klärung der Sache entziehen" wollen. Als er in das  Labor seiner Praxis  ging, wo die Beamten gefährliche Gegenstände vermuteten, erfolgte der Zugriff − aus Sicherheitsgründen, sagt  Henneberger.

Zum Thema:


Mehr zum Thema lesen am Montag, 12. November, in der PNP oder HIER.












Sicherheitscode:




Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2013
Dokument erstellt am 2012-11-11 17:18:49
Letzte Änderung am 2012-11-12 11:12:34











Anzeige





Vernetzen Sie sich mit uns auf folgenden Seiten:

Die Passauer Neue Presse auf Facebook Die Passauer Neue Presse bei Google+ Der Youtube-Kanal der Passauer Neuen Presse Die Passauer Neue Presse bei Twitter Die Passauer Neue Presse bei Xing RSS-Feeds der Passauer Neuen Presse




 − Foto: PNP

Mehrmals haben sich in den vergangenen Tagen Leser der PNP gemeldet und daraufhin gewiesen...



 − Foto: Archiv

Die Hitze macht den alten Autobahnen zu schaffen. Der Fahrbahnbelag wellt sich bis zu einem halben...



Alois Biller hat die Flut schwer getroffen. Trotzdem: In dieser vor zehn Jahren angebauten Halle will er, vielleicht schon ab kommender Woche, weitermachen.  − Foto: Binder

Vom edlen Jaguar über den bulligen Jeep bis hin zum Kleinwagen − Kotflügel an Kotflügel...



Im Nürnberger Westbad hat sich dieser Mann unter dem Wasserstrahl abgekühlt.  − Foto: Daniel Karmann/dpa

Ostbayern schwitzt − und hat Abkühlung bitternötig (siehe Fotostrecke) Der Höhepunkt der...



Was wie ein Hausflohmarkt aussieht, sind Zeugen der Verwüstung. Auf Gut Altholz ist alles zerstört: "Wir fangen quasi wieder bei Null an", stellt Hotelier Siegfried Hutter fest.  − F.: Binder

 Privathaus, Restaurant, Landhotel, IHK-Akademie, Lagerhalle − das Hochwasser hat den...





Diese Aufnahme stammt vom Spiel ETSV Landshut gegen Wacker Burghausen. Sie zeigt Fans beim Spiel. Die abgebildeten Personen befinden sich zufällig auf dem Bild, und sind nicht mit den Vorfällen am 31. Mai in Burghausen in Verbindung zu bringen.  − Foto: Butzhammer

Zu elf Hausdurchsuchungen wegen Landfriedensbruch bei Burghauser Fußball-Fans kam es am Donnerstag...



 - Birgmann

Bundespräsident Joachim Gauck (73) hat sich voller Bewunderung für die vielen tausend Helfer in den...



Das wurde bei den 13 Hausdurchsuchungen am 13. Juni in Burghausen sichergestellt.  − Foto: Polizei

Wie berichtet, waren Staatsanwaltschaft und Polizei am Donnerstag mit elf Durchsuchungsbeschlüssen...



"Da spielt man 10 Minuten in Nürnberg oder Linz und der Funke springt über. In Eggenfelden reicht dafür eine ganze Spielzeit nicht aus." Das Verhältnis Karl Sibelius − Eggenfelden bleibt spannend.  − F.: Rupert Rieger

 Karl M. Sibelius findet sich großartig, sehr oft zumindest. Die 1700 Facebook-Fans des...



Ölfilm im Umland von Fischerdorf.  − Foto: Bundespolizei Deggendorf

Nach der Hochwasser-Katastrophe räumen die Helfer in Fischerdorf unermüdlich auf...





Bis zu 2,40 Meter tief im Wasser standen vergangene Woche die Firmengebäude von Innstolz-Frischdienst (rechts). Bei den YIT Germany-Gebäuden (links im Hintergrund) reichte das Wasser bis auf 1,60 Meter hinauf.  − Foto: Binder

Neben Tausenden Privatleuten sind vom Jahrtausend-Hochwasser auch viele Unternehmen betroffen...



Passau. Der bisherige Vorstandschef, Mitgründer und Mit-Gesellschafter des Passauer IT-Unternehmens...



Diese Aufnahme stammt vom Spiel ETSV Landshut gegen Wacker Burghausen. Sie zeigt Fans beim Spiel. Die abgebildeten Personen befinden sich zufällig auf dem Bild, und sind nicht mit den Vorfällen am 31. Mai in Burghausen in Verbindung zu bringen.  − Foto: Butzhammer

Zu elf Hausdurchsuchungen wegen Landfriedensbruch bei Burghauser Fußball-Fans kam es am Donnerstag...



Das Außmaß der Beschädigung erschütterte auch Martin Zeil (M.). Florian Leebmann (l.) und Isidor Neumaier (r.) führten ihn durch das leere Lager vom Innstolz Frischdienst.1200 Paletten waren zuvor tiefgekühlt gelagert, 2000 bei rund 7 Grad.  − Fotos: Binder

Palettenweise Fleisch, Fisch, Eiscreme, Käse − alles kaputt. 700 Tonnen Lebensmittel hatte...



Die A3 kurz vor der Freigabe.  − Foto: Birgmann

Die A 3 wird am Samstag wieder für den Verkehr freigegeben, das teilte am Donnerstagnachmittag das...