Experten geben Entwarnung − Im Zweifel Kliniken fragen
von Eva Müller
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Finden in Niederbayern keine Verwendung: Implantate der Firma PIP. | Foto: dpa
Finden in Niederbayern keine Verwendung: Implantate der Firma PIP. - Foto: dpa
Mit Industriesilikon-Implantaten geriet der französische Hersteller PIP kürzlich in die Schlagzeilen. Auch in Deutschland sollen über 200 Frauen betroffen sein. Für die Region geben Experten Entwarnung: Frauen, die sich in Niederbayern Implantate setzen ließen, brauchen sich in der Regel keine Sorgen zu machen.
Die Kissen mit Billig-Silikon der Firma PIP sind nicht harmlos: Sie stehen in Verdacht, schneller zu reißen, wodurch die Gefahr gegeben sei, dass sich die Flüssigkeit im Körper verteile und Entzündungen verursache. Diese Meldungen beunruhigten auch Frauen in Niederbayern, was die Telefone bei Fachärzten klingeln ließ.
In Passau gibt's nur deutsche Implantate
So auch bei Dr. Thomas Steck, Chefarzt der Gynäkologie im Klinikum Passau. Bei ihm gingen in den letzten Wochen etwa zehn Anrufe besorgter Implantatträgerinnen ein. "Frauen müssen sich in der Klinik erkundigen, in der sie sich dem Eingriff unterzogen haben. Wir haben recherchiert − bei uns trugen die Frauen in keinem Fall Implantate der französischen Firma PIP. Wir beziehen nur deutsche Implantate."
Das sagt auch Dr. Jürgen Terhaag, Chefarzt der Gynäkologie im Krankenhaus Eggenfelden: "Wir haben immer nur anerkannte, geprüfte Implantate aus Deutschland verwendet." Er hat in letzter Zeit diesbezüglich etwa 20 Anrufe erhalten. Im ungewissen Falle müsse er eine Entfernung empfehlen. Es sei zwar noch nicht klar, wie gefährlich die PIP-Implantate wirklich seien, jedoch sei kein Risiko einzugehen.
Das Problem: "In Deutschland übernehmen die Krankenkassen nur die Kosten, wenn die Implantate aus medizinisch anerkannten Gründen gesetzt wurden." So müssen sich Frauen, die sich aus rein ästhetischen Gründen für größere Brüste entschieden haben, die Kosten eines möglichen Implantatwechsels selbst tragen. Wie viele niederbayerische Frauen Implantate tragen, ist nicht bekannt: "Es gibt kein entsprechendes Register", sagt Dr. Thomas Steck.
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