von Natalie Miseré
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Noch unterrichten die Referendare an ihren Seminarschulen. Die Mehrheit von ihnen wird diesen Monat nicht in den Staatsdienst übernommen und muss um befristete Aushilfsverträge kämpfen. − F.: dpa
Noch unterrichten die Referendare an ihren Seminarschulen. Die Mehrheit von ihnen wird diesen Monat nicht in den Staatsdienst übernommen und muss um befristete Aushilfsverträge kämpfen. − F.: dpa
Jung, bestens ausgebildet und (noch) motiviert sucht Anstellung beim Staat − ab sofort. Größtenteils vergebens. Von den insgesamt rund 800 Referendaren an den Gymnasien, die diesen Monat ihre Ausbildung beenden, werden nach Ministeriumsangaben nur etwa 200 vom Staat eingestellt. Aber: "An Bayerns Gymnasien fehlen Lehrkräfte." Das steht in einem Kommentar, verfasst von Referendaren und Lehrern aus München. Ein Kommentar, der auch an Gymnasien im PNP-Verbreitungsgebiet um Unterstützung wirbt.
Angst vor Konsequenzen
Aufrütteln soll er, deutlich machen, dass "Bedarf besteht", sagt einer der Initiatoren, der namentlich nicht genannt werden möchte. Denn der Referendar hat Angst davor, dass seine Kritik negative Konsequenzen haben könnte. An den Studienseminaren werden mehr Referendare denn je ausgebildet, ist in dem Kommentar zu lesen. Diese müssen "im Einsatzjahr meist das zulässige Maximum von 17 Wochenstunden unterrichten. Die Erhöhung auf 17 Stunden wurde vor einigen Jahren im Hinblick auf den damals herrschenden Lehrermangel beschlossen, aber nie rückgängig gemacht", schreiben die Verfasser weiter.
"17 Stunden − das läuft fast auf eine normale Stelle hinaus", sagt Hans-Herbert Mooser, Geschäftsführer des Bayerischen Philologenverbands (BPV). Hinzu würden die vielen Stunden der Unterrichtsvorbereitung kommen. Deshalb fordert der BPV: "Weniger eigenverantwortlichen Unterricht für Referendare." Der sei zwar wichtig, aber nicht so wichtig wie eine begleitende Ausbildung.
Situation "frustrierend und entmutigend"
"Demokratie funktioniert nicht nach dem Hau-Ruck-Prinzip, sondern lebt von Verhandlungen", argumentiert Dr. Ludwig Unger, Pressesprecher des Kultusministers. Spaenle kämpfe um Gelder für sein Ministerium. "Wir werden die einstellen, die gebraucht werden, und die Besten."
Der aktuelle Prüfungsjahrgang findet die Situation nicht nur nicht erfreulich, sondern "frustrierend, entmutigend und zudem nicht nachvollziehbar". Selbst Referendare mit einem Notenschnitt von 1,3 in den Fächerkombinationen Deutsch/Geschichte und Englisch/Geschichte haben kein staatliches Stellenangebot bekommen. Mehr dazu lesen Sie in Ihrer Ausgabe der Passauer Neuen Presse vom 4. Februar oder HIER.
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