
Fünf Jahre ist es her, dass Edmund Stoiber seinen Rücktritt als CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident ankündigte. − Foto: dpa
Fünf Jahre ist es her, dass Edmund Stoiber seinen Rücktritt als CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident ankündigte. − Foto: dpa
In der CSU ist ein Kampf um die Deutungshoheit entbrannt, wie es vor fünf Jahren zum Rücktritt des langjährigen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber kam. Ex-CSU-Chef Erwin Huber, der Stoiber im Jahr 2007 als Parteichef beerbte, widersprach am Freitag der Darstellung des heutigen CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer, dass es sich um einen Sturz Stoibers gehandelt habe und dieser Sturz ein Fehler gewesen sei. "Die Wörter Fehler und Putsch treffen die Vorgänge absolut nicht", sagte Huber der "Süddeutschen Zeitung". Es schmerze ihn, "wenn hier völlig unzutreffend von Putsch geredet wird", betonte er. Huber sagte dem Blatt: "Auch der Rücktritt war ein Alleingang von Edmund Stoiber."
Stoiber selbst sagte der Zeitung rückblickend: "Wenn man so lange und eng mit der Partei verbunden ist und spürt, dass manche auf Biegen und Brechen eine Veränderung wollen, dann tat das weh." Zudem betonte er: "Die CSU stand bei meinem Abschied noch hervorragend da."
Seehofer hatte dem Blatt gesagt, der Sturz Stoibers sei ein "Fehler" gewesen. Es sei falsch gewesen, "eine erfolgreiche Persönlichkeit auszuwechseln".
Huber dagegen betonte nun: "Kreuth 2007 hat uns vor der Oppositionsbank gerettet." Wenn es die Fraktionsklausur damals nicht gegeben hätte, "dann wäre wahrscheinlich noch im selben Jahr oder spätestens 2008 die CSU in der Opposition gelandet". Die Opposition habe damals angekündigt, ein Volksbegehren zur Auflösung des Landtags in die Wege zu leiten. "In der CSU war man der Auffassung, das schaffen die", berichtete Huber. Es wäre dann zur Auflösung des Landesparlaments und zu Neuwahlen noch im Jahr 2007 gekommen.
"Es gäbe heute, 2012, keinen Ministerpräsidenten der CSU, keinen Minister der CSU, wenn nicht die Fraktion in einer Ansammlung des gesamten Mutes, in einer Konzentration des Selbsterhaltungstriebes, beschlossen hätte, dem übermächtigen Stoiber ins Antlitz zu sagen, es geht nicht mehr so weiter", betonte Huber in der "SZ" rückblickend. − dpa
Den Politischen Aschermittwoch 2012 konnten Sie heute mit der Passauer Neuen Presse live mitverfolgen. Sie finden Fotostrecken, einen Ticker, Videos und Livestreams. Ein erster Überblick:Der Stoiber-Auftritt tat der Stimmung in der vollen Dreiländerhalle gut: Der ehemalige Parteichef und bayerische Ministerpräsident wurde schon beim Einzug mit "Edmund, Edmund"-Rufen begrüßt...
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