
Schneechaos auch bei den Nachbarn in Österreich: Rund 15.000 Urlauber saßen zeitweise in ihren Skiorten fest - darunter auch viele Deutsche. | Foto: dpa
Schneechaos auch bei den Nachbarn in Österreich: Rund 15.000 Urlauber saßen zeitweise in ihren Skiorten fest - darunter auch viele Deutsche. - Foto: dpa
Der Wintertraum hat sich zum Alptraum entwickelt. Anhaltender Schneefall hat am Wochenende in Bayern, Österreich und der Schweiz für gesperrte Straßen, eingeschneite Ortschaften und erhöhte Lawinengefahr in den Alpen gesorgt.
Wegen akuter Lawinengefahr sind 52 deutsche Wintersportler am Samstag mit einem Helikopter des österreichischen Bundesheeres von einer Berghütte in Vorarlberg ins Tal geflogen worden. Die Gruppe aus Lindau am Bodensee hatte zwei Tage auf der 1744 Meter hoch gelegenen Hütte bei Brand festgesessen. Die Stimmung war trotz der Wettersituation gut, sagte Hüttenwirt Thomas Beck: "Wir hatten genug zu essen."
Ein Skifahrer aus Fürstenfeldbruck ist im österreichischen Stubaital von einer Lawine 20 Meter weit mitgerissen worden. Der 33-Jährige war am Donnerstag bei Telfs in Tirol abseits der Piste gefahren und hatte dort einen Ski verloren. Während er diesen suchte, löste ein 24 Jahre alter Wintersportler aus Innsbruck eine Lawine aus. Der Deutsche wurde von den Schneemassen bis zum Rumpf verschüttet. Beide Männer blieben unverletzt.
Ein Snow-Kiter ist in Buchenberg/Oberallgäu von einer Windböe erfasst worden und abgestürzt. Der 37-jährige Urlauber brach sich mehrere Knochen.
Wichtige Verkehrsrouten in Österreich nach Vorarlberg, Tirol und Salzburg waren am Wochenende zeitweise nicht befahrbar. Auf dem Arlberg waren seit Freitag 15 000 Urlauber eingeschneit. Als manche Straßen geöffnet wurden, bildeten sich wegen des Rückreiseverkehrs lange Staus. Gestern waren Ischgl und Galtür erneut abgeschnitten.
Von Ausfällen betroffen war die wichtige Zugstrecke zwischen dem Ötztal und Bludenz in Tirol, die Innsbruck und Wien mit der Schweiz verbindet. Ebenfalls unterbrochen waren zwei Routen von Tirol in Richtung Südbayern, Nach dem heftigen Schneefall waren Oberleitungen durch umfallende Bäume zerstört worden.

Ein Hubschrauber mit einem Lawinenexperten, der kontrollierte Sprengungen vornimmt, fliegt am Samstag in Oberstdorf am Nebelhorn. − dpa
Ein Hubschrauber mit einem Lawinenexperten, der kontrollierte Sprengungen vornimmt, fliegt am Samstag in Oberstdorf am Nebelhorn. − dpa
Auch in der Schweiz blockierte der Schnee die Straßen. Das eingeschneite St. Moritz, in dem auch Fernsehmoderatorin Michelle Hunziker laut des Kurdirektors des Promi-Orts festgesessen hatte, war aber am Wochenende wieder zugänglich.
In Bulgarien hat heftiger Schneefall den Verkehr am Wochenende weitgehend lahmgelegt. Hunderte Orte hatten wegen beschädigter Leitungen keinen Strom.
In den bayerischen Alpen herrscht nach starken Schneefällen weiter hohe Lawinengefahr. Der Lawinenwarndienst Bayern meldete gestern für die Werdenfelser Alpen oberhalb der Waldgrenze die zweithöchste Warnstufe vier. "Im übrigen bayerischen Alpenraum ist die Lawinengefahr oberhalb der Waldgrenze erheblich, unterhalb der Waldgrenze herrscht allgemein mäßige Lawinengefahr", teilte der Warndienst mit.
Dagegen entspannt sich die Hochwasserlage. Auch in Franken hat sich die Lage beruhigt. Am Main stehen Felder und Straßen unter Wasser. − pnp/dpa
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