
Angela Merkel. − Foto: Birgmann
Angela Merkel. − Foto: Birgmann
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Rolle der Europäischen Union für Deutschlands Bedeutung in der Welt betont. "Wenn wir uns in Europa nicht zusammenschließen (...), dann werden wir gegenüber 1,3 Milliarden Chinesen, 1,2 Milliarden Indern und vielen anderen Regionen keine Chance haben", sagte sie am Freitag auf der zehnten Bundesdelegiertenversammlung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT) in Deggendorf.
"Darin liegt für uns heute der eigentliche und dazugekommene Sinn Europas", betonte Merkel. In der Anfangszeit der EU sei es vor allem um Krieg und Frieden gegangen. "Aber heute leben wir in Frieden und deshalb brauchen wir uns darüber nicht mehr solche Sorgen zu machen, jedenfalls nicht in Europa", sagte die Bundeskanzlerin.
Schwellenländer wie Indien, China, Brasilien und Mexiko seien relativ stark aus der Krise herausgekommen. "Sie sind Wachstumsmotoren, sie haben eine unglaubliche Dynamik." Die Finanzmärkte schauten mit einem ganz neuen Blick auf diese Regionen, sagte die Bundeskanzlerin. Für jeden Anleger würden diese Länder immer mehr zu Alternativen zu den USA und Europa. Auch deshalb müssten die Länder der EU aufhören, ihr Wachstum auf Verschuldung aufzubauen: "Man wundert sich sowieso, dass es so lange gut gegangen ist."
Kritik gab es auf der Versammlung an der Energiepolitik der Bundesregierung. "Wir dürfen nicht zulassen, dass die Ökologie die Ökonomie aus Deutschland vertreibt", sagte der MIT-Bundesvorsitzende Josef Schlarmann. "Durch den Ausstieg aus der Kernenergie und die ehrgeizigen Ziele bei Wind- und Solarstrom werden die Kosten weiter steigen." Schlarmann wurde mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt. Er bekam 462 Ja-Stimmen - und damit 97,3 Prozent Zustimmung. Bei der Bundestagung stand er als einziger Kandidat zur Wahl. Für ihn beginnt damit die vierte Amtszeit.
Zu der zweitägigen Veranstaltung wurden etwa 600 Delegierte sowie rund 200 Gäste aus Politik und Wirtschaft erwartet. Die MIT lädt alle zwei Jahre zu ihrer Bundesdelegiertenversammlung ein. − dpa
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