Von diesem Montag an können sich die betroffenen Bürger die genehmigten Pläne für die Erweiterung des Münchner Flughafens genau anschauen. Bis 4. Oktober liegt der 20 Aktenordner dicke Planfeststellungsbeschluss für den Bau der dritten Start- und Landebahn in den Rathäusern aus. Ihre Klagen können die Projektgegner frühestens am 5. Oktober einreichen. Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft begrüßte unterdessen die Entscheidung der Geschäftsführung, auf den an sich möglichen sofortigen Baubeginn bis zur gerichtlichen Überprüfung zu verzichten.
Nach Medienberichten arbeiten der Bund Naturschutz in Bayern (BN) sowie die Gemeinden Berglern und Oberding bereits an ausführlichen Klageschriften. Anfang November müssen die Klagen eingereicht werden. "Wir arbeiten von jetzt an durch bis 4. November", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" (Freitag) eine Sprecherin des BN. Der Umweltverband will vor Gericht klären lassen, ob an den Naturschutz und den Klimaschutz gedacht wurde und ob überhaupt eine weitere Startbahn gebraucht wird. Die Nachbargemeinden des Flughafens monieren, dass in den Plänen nichts zu Schallschutzfenstern stehe. Das Bündnis "AufgeMUCkt" kündigte bereits einen "heißen Herbst" an.
Das Aufsichtsgremium der Flughafen München GmbH (FMG) sprach sich bei seiner Sitzung am Freitag einerseits für einen raschen Baubeginn aus. Andererseits solle aber die Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes über den sogenannten Sofortvollzug des Planfeststellungsbeschlusses abgewartet werden. Theoretisch hätte die FMG sofort nach Erlass dieser Genehmigung Ende Juli mit den Bauarbeiten können.
Nach Überzeugung der Regierung von Oberbayern als Planfeststellungsbehörde ist der Bedarf für die dritte Startbahn gegeben. Der Ausbau gewährleiste langfristig die Funktion des zweitgrößten deutschen Flughafens als Drehkreuz. Mit der neuen 4000 Meter langen Piste sollen auf dem Airport künftig 120 statt bisher 90 Flugbewegungen stündlich möglich sein. Die Kosten werden auf bis zu eine Milliarde Euro geschätzt. Die Fertigstellung ist frühestens 2015 zu erwarten. − dpa
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