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Rom/Passau  |  11.12.2013  |  18:37 Uhr

Fall Tebartz: Erzbischof Müller rüffelt deutsche Bischöfe

von Karl Birkenseer

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Gerhard Ludwig Müller  − Foto: dpa

Gerhard Ludwig Müller  − Foto: dpa

Gerhard Ludwig Müller  − Foto: dpa


Der Präfekt der Römischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hat den beurlaubten Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst, erneut in Schutz genommen. Im PNP-Interview kritisierte er Teile des deutschen Episkopats und erklärte: "Christlich ist es nicht, wenn man sich bei einer der schmutzigsten und menschenverachtenden Kampagnen gegen einen Menschen, Mitchristen, Seelsorger und Bischof wegduckt."

Müller korrigiert Marx: Nicht für Ende der Diskussion über wiederverheiratet Geschiedene

Müller wies zudem eine Äußerung des Münchner Kardinals Reinhard Marx zurück, der gesagt hatte, der Präfekt der Glaubenskongregation könne die Debatte über die wiederverheiratet Geschiedenen nicht beenden. Der frühere Regensburger Bischof hatte zuvor in einem Artikel der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" betont, der Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen müsse weiter in Übereinklang mit der kirchlichen Lehre geschehen. Allerdings, so Müller jetzt, habe er, "wie man leicht sehen kann, nicht von einer Beendigung der Diskussion gesprochen, sondern von ihren Grundlagen in der Lehre Christi und der Kirche, die nicht zur Diskussion für ein Plebiszit über Glaubensfragen stehen". Das Glaubensbekenntnis sei "nicht zu verwechseln mit einem Parteiprogramm, das sich variabel entwickelt gemäß den Wünschen der Mitglieder und Wähler". Eine "verantwortungsvolle Pastoral" baue immer "auf der gesunden Lehre auf".

"Welch ein Genuss, dass Küng für den Papst schwärmt"

Gegen eine Darstellung der Wochenzeitung "Die Zeit", in der er als "hartnäckigster Gegner" von Papst Franziskus bezeichnet wurde, verwahrte sich der Glaubenspräfekt mit den Worten: "Gegen schlechte Phantasien helfen keine rationalen Argumente." Zu Überlegungen des Kirchenkritikers Hans Küng in der PNP, Müller trage möglicherweise dazu bei, dass Benedikt XVI. als "Schattenpapst" agieren könne, erklärte der Erzbischof, er sei "ein wenig stolz, dass aus reiner Opposition zu meiner Wenigkeit aus einem verbitterten Gegner doch noch ein glühender Anhänger des Papstes geworden ist". Müller weiter: "Welch ein Genuss, Hans Küng auf seine alten Tage noch schwärmen zu sehen vom ,Nachfolger Christi und sichtbaren Haupt der ganzen Kirche', wie es im Zweiten Vatikanum heißt."

Absage an Mitwahl des Kölner Erzbischofs durch Priester und Laien

Einer Initiative von Priestern und Laien, an der Wahl des künftigen Kölner Erzbischofs mitwirken zu wollen, erteilte der Glaubenspräfekt eine Absage. Er berief sich dabei auf Papst Franziskus, der immer wieder "vor dem Missverständnis der Kirche als einer von Menschen gemachten Organisation" warne. Bei der Bestellung von Bischöfen gehe es "nicht um Machtkampf, Machtverteilung und Machterwerb für ideologisch verengte Parteiungen, die die Einheit der Kirche zerstören". Wichtig sei zwar "das Zeugnis aller, dass ein Kandidat würdig ist", doch gelte letztlich: "Der Bischof wird von Christus erwählt und vom Heiligen Geist eingesetzt." − kbDas komplette Interview lesen Sie in Ihrer Ausgabe der Passauer Neuen Presse vom 12. Dezember.



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