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vom 10.03.2010
Ostbayern vermarktet sich im Netz nicht gut genug
Studie deckt ungenutzte Möglichkeiten auf - Regensburger Tourismus-Berater haben Portale der Top-50-Ferienregionen in Deutschland untersucht
Von Stefanie Lindner
 Regensburg. Bayerische Ferienziele haben großen Nachholbedarf bei ihren Internetauftritten. In Sachen Nutzerfreundlichkeit hinken die Webseiten des Tourismusverbands Ostbayern und des Bayerischen Walds anderen Regionen wie dem Berchtesgadener Land und dem Schwarzwald hinterher. Das zeigt eine Studie des Regensburger Tourismus-Beraters Amaday Consulting. Das Team um Geschäftsführer Thomas Baumgartner und Hans-Joachim Reinecke untersuchte die Portale der Top-50-Ferienregionen in Deutschland. Mit ernüchterndem Ergebnis: „Die Bestnote ,Sehr gut‘ konnten wir nicht vergeben“, sagt Baumgartner. Besonders auffällig: Die emotionale Ansprache werde teilweise völlig vernachlässigt. Auch Trends wie Social Media - also Internet zum Mitmachen - seien noch nicht bei den Tourismusmanagern angekommen. Bewertet wurden die 55 Portale - einige Regionen verfügen über zwei Auftritte - nach sieben Hauptkategorien: Design und Layout spielten genauso eine Rolle wie Visibility, also die Auffindbarkeit der Seiten in Suchmaschinen wie Google. Bei der Kategorie Usability geht es darum, wie sich der Nutzer zurechtfindet. Ist die Navigation logisch, gibt es Fremdsprachenversionen? Unter dem Stichwort Informationsgehalt wurde untersucht, ob die Inhalte aktuell sind und regionale Besonderheiten genannt werden. Wie steht es um Bilder, Videos, Hördateien? Multimedia-Inhalte wirkten sich ebenso auf das Ranking aus wie Interaktivität. „Wenn ein Tourismus-portal Inhalte zeigt, die von Usern erstellt wurden, haben wir das positiv bewertet“, erklärt Projektmanagerin Petra Schultheiss, die an der Studie mitarbeitete. Der Tourismusverband Ostbayern landete mit der Note befriedigend auf Platz 36 - unter dem Durchschnitt. Die Kritikpunkte: Direkte Ansprechpartner seien auf der Seite schwer zu finden, es gebe keine Fremdsprachenversionen - ein Nachteil für potenzielle ausländische Gäste. In Sachen Informationsgehalt fehlen die regionalen Eigenheiten. „Der Tourist sollte mehr darüber erfahren, was Ostbayern ausmacht“, so Baumgartner. Ebenso auf der TVO-Seite nicht vorhanden: Wetterinfos und ökologische Themen. Probleme gebe es auch bei der Buchung: Die Eingabemaske sei schwer zu finden, zudem werde der Besucher auf eine andere Seite weitergeleitet. Aber es gibt auch Pluspunkte für den ostbayerischen Internetauftritt: „Das Design ist gut und sehr übersichtlich“, lobt Baumgartner. Lobenswert seien auch der Online-Shop und die Nutzung von Kommunikationsmitteln wie Twitter und Facebook. Aber sind diese Trends für die ältere Zielgruppe überhaupt wichtig? Laut dem Tourismusberater auf jeden Fall. Noch seien die Älteren auf Facebook und Co. kaum vertreten, sie stellen aber die am schnellsten wachsende Nutzergruppe: „Social Media ist die Mund-zu-Mund-Propaganda von heute.“ In der aktuellen Studie mit Platz 20 besser abgeschnitten hat www.bayerischer-wald.de. Regionale Inhalte und die Zielgruppenansprache sorgen hier für mehr Punkte. Ein Minuspunkt der TVO-Tochter sei aber mangelnder Service: Hinweise auf weiterführende Literatur und Onlineshop fehlen. Zwar ohne Bestnote, aber mit den meisten Punkten ist der Online-Auftritt des Berchtesgadener Lands der Testsieger. Was macht die oberbayerische Ferienregion richtig? Die Seite sei übersichtlich aufgebaut und biete viel Information. In zehn Sprachen können sich ausländische Urlauber hier umsehen. Was zudem gut bewertet wurde: „Auf der Seite findet sich viel Besonderes aus der Region“, so Baumgartner. Auch interaktiv kann die Seite punkten: Sie biete einen Blog, eine Art Online-Tagebuch mit Kommentarfunktion. Mitreden können, Nutzwert gepaart mit emotionalen Bildern - diese Kombination komme an. Amaday Consulting hat sich bereits mit der Untersuchung der Web-Auftritte bayerischer Kommunen einen Namen gemacht. „Wir hoffen mit der aktuellen Studie auf ein großes Echo bei den Verantwortlichen“, so die Geschäftsführer. Der Mehraufwand, dem Gast online umfassenden Service zu bieten, lohne sich. Dabei nur auf die Klick-Zahlen zu achten, sei der falsche Ansatz - entscheidend sei das Buchungsverhalten: „Zeitverzögert führt ein gutes Internetangebot zu steigenden Übernachtungszahlen.“
Tourismusverband Ostbayern: www.ostbayern-tourismus.de, www.bayerischer-wald.de; Berchtesgadener Land Tourismus: www.berchtesgadener-land.com
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