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vom 13.02.2010


„Einige Dinge sind nicht optimal gelaufen“

Die Landtagsabgeordneten Sibler und Taubeneder haben bedingt Verständnis für Schülerproteste - Chancengleichheit sei gegeben



Von Stefan Rammer

Passau/München. Dass die Jugend, die oft eher als unmündig, unbedarft und politisch desinteressiert dargestellt wird, sich für ihre Rechte einsetzt, dafür haben Bernd Sibler und Walter Taubeneder durchaus Verständnis. Sibler, Vorsitzender des Landtagsausschusses Hochschule, Forschung, Kultur und selbst Gymnasiallehrer, beklagt aber wie sein CSU- und Landtagskollege Walter Taubeneder, Mitglied im Bildungsausschuss, dass die Schüler zu Zeiten protestieren, wo sie eigentlich Unterricht hätten. „Gerade in einer Gesellschaft der Meinungsvielfalt gibt es Regeln, und Proteste mit Eventcharakter zu inszenieren gehören nicht dazu“, sagt Sibler. Er springt da Kultusminister Ludwig Spaenle bei, der die Proteste als blanke Provokation bezeichnet.

Gleichgute Chancen für beide Abiturjahrgänge

„Es wäre glaubwürdiger gewesen“, so Taubeneder, „wenn der Protest nicht provozierend mit Unterrichtsausfall verbunden worden wäre.“ Dem Kultusminister liege viel daran, beiden Abiturjahrgängen vergleichbare Chancen zu gewährleisten. „Die Schüler des letzten Kollegstufenjahrgangs und des ersten Oberstufenjahrgangs erfolgreich zum Abitur im Jahr 2011 zu führen ist eine bildungspolitische Aufgabe, die für uns allererste Priorität hat“, betont Sibler.
Bei beiden Politikern schwingt aber durchaus Verständnis sowohl für die Schüler wie für deren Eltern mit. Sibler meint: „Einige Dinge sind nicht optimal gelaufen. Es war im Nachhinein gesehen eine ziemlich ruppige Einführung des G8. Es wurde zu wenig kommuniziert und schnell viel Porzellan zerschlagen. Weil vieles negativ kommuniziert wurde, entstand Unsicherheit. Dazu kamen Emotionen.“ Man habe alles, was an Problemen, Sorgen aufgelaufen sei, gesammelt, bewertet, diskutiert und dementsprechend nachgebessert, so Taubeneder. „Nach drei Kürzungsrunden hat es im Herbst noch einmal eine Straffung des Unterrichts gegeben. Stunden wurden reduziert, die Kursgröße ebenso. Die Schulen können ihre Freiräume noch stärker nutzen. Nach allem, was wir jetzt schon wissen, werden die Q11-Schüler und die des letzten Kollegstufenjahrgangs ein ziemlich gleich gutes Abiturergebnis erzielen“, sagt Taubeneder.

Befriedigende
Note für G8

Müssten sie im Zusammenhang mit G8 Schüler und Lehrer benoten, käme eine Note „Ende 2, Anfang 3“ heraus, so Sibler. Einige Schulen hätten hervorragend gearbeitet, andere eben weniger. „Die Schule ist kein lockeres Gebilde, aber am Ende muss die Studierfähigkeit stehen. Das neue Abitur zielt weniger auf Spezialwissen als auf Breite. Nicht blankes Wissen pauken, sondern die Technik des Lernens, wissenschaftliches Arbeiten lernen, das steckt dahinter. Die Abiturnoten orientieren sich am Niveau der bisherigen Grundkurse. Ein systemimmanenter Notenausgleich ist angelegt.“
Bayern sei anderen Bundesländer „meilenweit voraus“, was den Studienstart des Doppeljahrgangs mit rund 67 000 Abiturienten anbelangt. So entstünden 38 000 neue Studienplätze. 3000 weitere Hochschullehrer würden eingestellt. „Eine Milliarde Euro investieren wir und nach einem Beschluss in Kreuth legen wir was drauf, wenn es nicht reicht.“ Es sei ein ernstes Thema, mit dem neuen 5-Fächer-Abitur aber bleibe die bayerische Bildungsqualität gewährleistet.“




 Meinungen unserer Leser zu diesem Thema


Kommentar von chato
[quote:6f25dd3242]„Gerade in einer Gesellschaft der Meinungsvielfalt gibt es Regeln, und Proteste mit Eventcharakter zu inszenieren gehören nicht dazu“, sagt Sibler.
Gerade der Herr Sibler muss jetzt gescheit daherreden. Gerade er, der immer so für das neunjährige Gymnasium eingetreten ist und dann nach dem G8-Befehl seines Ministerpräsidenten in rekordverdächtiger Zeit den Buckel krumm gemacht und ganz plötzlich das G8 gut gefunden hat.
Na ja, seiner Karriere hat es (zumindest zwischenzeitlich) ja nicht geschadet.


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