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vom 05.01.2010

CD-KRITIK: Status Quos „Pictures“





Anhaltende
Spielfreude

„In Search Of The Fourth Chord“ nennt sich das aktuelle Studioalbum von Status Quo. Ein verschmitzter Titel, der das Verhältnis der Band zu ihrer Wahrnehmung in der Öffentlichkeit widerspiegelt. Nur drei Akkorde? Na und? Das reicht selbst für eine Einladung zum „Montreux Jazz Festival“. „Pictures - Live At Montreux 2009“ zeigt eine Institution, die zwar gealtert ist, aber noch lange nicht alt aussieht. Eine Ausnahmeerscheinung der Unterhaltungsmusik, die nach über 40 Jahren immer noch ihr Publikum zu begeistern weiß.
Nein, die Akkorde haben wir nicht mitgezählt, die in den 22 Stücken inklusive Medleys und Schlagzeugsolo zum Einsatz kommen. Vorschlag zur gütigen Einigung: Status Quo machen mit möglichst wenig Akkorden möglichst viel Umsatz. Ein ökonomisches Wunder. 118 Millionen Platten haben sie verkauft, mehr als 60 Hit-Singles gehen auf ihr Konto. Die Fans lieben sie, die Kritiker wundern sich, die Gegner kriegen bereits beim ersten Akkord Ausschlag. Mit „Caroline“ wird eingestiegen, das Jazz Festival wird vom Boogie Rock überfallen.
Selbstverständlich sind sie Routiniers. Bei „Roll Over Lay Down“ halten Francis Rossi und Rick Parfitt ein Schwätzchen, bei „In The Army Now“ muss das Publikum in Sachen Sangeskünste nachhelfen. Weitere Nummern, die eigentlich so abgenutzt wie die Gitarre von Parfitt sind, im Konzertsaal jedoch herbeigesehnt werden: „The Wanderer“, „Down Down“, „Rockin’ All Over The World“, „Whatever You Want“. Abwechslung gibt es, in Form von „Living On An Island“ oder dem großartigen ersten Status-Quo-Hit überhaupt, „Pictures Of Matchstick Men“. Zu jedem Lied flimmern passende Bilder über die Leinwände im Hintergrund. Bild und Ton sind von hoher Qualität, und dass insbesondere Francis Rossi die Interaktion mit dem Publikum sucht, zeugt von der anhaltenden Spielfreude.
Status Quo sind keine hüftsteife Mannschaft. Aber auch keine Mannschaft, die mit kraftvollen Bewegungen neuen Ufern entgegen schwimmt. Sie bleiben sich treu. Die DVD, welche auch als Blu-Ray-Version sowie als 3-Disc-Set erscheint, ist Bestätigung für beide Lager. Die einen werden den Kopf weiter aus Unverständnis schütteln, die anderen begeisternd mitnicken. „Wir waren schon immer uncool“, meinte Francis Rossi neulich in einem Interview. Es gibt aber verdammt viele Menschen dort draußen, die genau das ziemlich cool finden. Alexander Diehl

Status Quo, Pictures, edel, 142 Minuten, ca. 15 Euro.





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