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| ARTIKEL |
vom 24.12.2009
Im Versuchslabor gequält: Gnade für 40 Menschenaffen
Gut Aiderbichl-Gründer Michale Aufhauser kauft Laboraffen von Pharmaunternehmen - Ihr Zuhause im Safaripark Gänserndorf soll ausgebaut werden
Zärtlich streichelt Schimpanse „Johannes“ seinem fast haarlosen Affenfreund „Michi“ über den Kopf, reisst sich ein Haar aus und legt es ihm auf den Kopf. Zehn Jahre lebten sie Gitter an Gitter. Konnten sich nicht berühren, nur ansehen. Als Johannes und Michi sich nach ihrer Befreiung aus einem österreichischen Forschungslabor zum ersten Mal gegenübersaßen, rührte diese bewegende Szene die Tierpfleger zu Tränen. Möglich gemacht hat das neue Leben der Primaten Tierschützer Michael Aufhauser. Er kaufte 40 zum Teil HIV-infizierte Schimpansen dem Pharmakonzern Baxter ab. Bei vielen der Tiere handelt es sich um Wildfänge. In ihren ersten fünf Lebensjahren weichen Schimpansen so gut wie nie von der Seite ihrer Mutter. Deshalb wurden zuerst die Mütter getötet, dann konnten die Kinder eingefangen und an Labors verschickt werden. Auch nach Österreich, in das damalige Versuchslabor von Immuno. Doch dann kam das Versuchslabor, in dem die Schimpansen lebten im Zuge einer Firmenübernahme an das Pharmaunternehmen Baxter. Eine glückliche Fügung für die Affen, denn Baxter macht keine Tierversuche an Primaten. Der Pharmakonzern ließ eine weitläufige, tierschutzgerechte Anlage für die Ex-Laboraffen in Gänserndorf bei Wien bauen. Ein Resozialisierungsprogramm für die traumatisierten Primaten wurde ins Leben gerufen. Nachdem Baxter die Tiere an einen Safaripark in Gänserndorf übergeben hatte, musste dieser 2004 schließen. Der Bau der Außengehege wurde gestoppt. Seither suchten Baxter, der österreichische Staat, das Land Niederösterreich und die Gemeinde Gänserndorf nach Lösungen. Keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass man infizierte und schwer traumatisierte Affen nicht wie Zootiere den Besuchern zugänglich machen kann. Doch Michael Aufhauser war sich dieser Verantwortung bewusst, als er die Tiere rettete und sie in seinen Gut Aiderbichl-Gnadenhofverbund mit aufnahm. - sem
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