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| ARTIKEL |
vom 26.03.2009
Bauern einig im Kampf gegen Impfung „ohne TÜV“
Landwirte fordern Freiwilligkeit der Prävention gegen Blauzungenkrankheit - Großer Zulauf zu Interessengemeinschaft
Von Walter Schöttl Landau. So etwas wie einen „Rütlischwur“ leisteten die über 150 Teilnehmer der Informationsveranstaltung der „Interessengemeinschaft für gesunde Tiere (IggT)“ zur Blauzungenimpfung am Dienstagabend in Rottersdorf: Eine Impfung „ohne TÜV und Zulassung“, wie es Milchviehhalter Georg Hartinger (Erding) formulierte, komme nicht in Frage. Die Zwangsimpfung geißelte IggT-Vorsitzender Sepp Ostner (Marklkofen) als Entmündigung und Enteignung. Sein Credo: Freiwilligkeit müsse den Vorrang haben. Über den Andrang von Bäuerinnen und Bauern aus ganz Südostbayern bei der Informationsveranstaltung freute sich Ostner ebenso wie über den Zulauf bei der IggT: „500 Mitglieder sind es schon, täglich werden es mehr“, berichtete er im Gespräch mit der PNP. Wegen des gegen die Impfgegner verhängten Zwangsgeldes - in den einzelnen Landkreisen in unterschiedlicher Höhe - bzw. der drohenden Freiheitsstrafen „brenne“ es unter den Landwirten, so Ostner. Dabei gebe es in Betrieben, wo die Impfung durchgeführt worden sei, bereits massive Schäden. „Wir werden entmündigt und enteignet, das lassen wir uns nicht gefallen“, sagte er.
FW und Grüne sprechen von „Skandal“ Gegen den „Feldversuch“, bei dem die Viehhalter von staatlicher Seite unter Druck gesetzt würden, wandte sich auch Josef König aus Teisnach. Er verwies darauf, dass es bis Dezember 2008 insgesamt 616 Meldungen über Zwischenfälle nach Impfungen gegeben habe, mit 547 die meisten bei Rindern: „Am häufigsten sind Aborte oder Fehlgeburten.“ Seiner Ansicht nach seien aber längst nicht alle Vorfälle gemeldet. Seine mit Beifall aufgenommene Forderung: „Weg von der Zwangsimpfung, hin zur freiwilligen Impfung.“ Milchviehhalter Georg Hartinger aus der Erdinger Gegend fragte sich: „Warum sollen wir mit einem Impfstoff ohne TÜV und Zulassung gesunde Tiere impfen?“ Laut dem Beipackzettel gebe es nur eine Eilzulassung, der Impfstoff sei an Tieren kaum erprobt. Dazu enthalte der Impfstoff schwere Gifte und Gentechnik: „Wie wirken sich die auf die Milch, auf das Fleisch aus?“ Keinen leichten Stand hatte bei der Diskussion MdL Hubert Aiwanger (Freie Wähler), der als einziger Mandatsträger Rede und Antwort stand. Ein Dringlichkeitsantrag seiner Fraktion, etwa Impfungen tierschonend durchzuführen, sei von der Regierungs-Koalition abgeschmettert worden. „Für mich ist es ein Skandal, wenn ein nicht zugelassener und nicht richtig erforschter Impfstoff eingesetzt wird“, so Aiwanger, der sich vorhalten lassen musste, dass „nicht Blablabla, sondern Taten gefragt sind“. Von einem „Skandal“ sprach auch Niederbayerns Grünen-Bezirksvorsitzender Stefan Haug, der auch eine Entmündigung der Verbraucher anprangerte und die Landwirte zum Schulterschluss aufforderte: „Nur mit den Verbrauchern ist der Kampf zu gewinnen.“ Die Grünen-Landtagsfraktion wird laut Haug heute einen Antrag im Plenum einbringen, der die Staatsregierung unter anderem auffordert, sich dafür einzusetzen, dass die Pflichtimpfung in eine freiwillige Impfung überführt werde.
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