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ARTIKEL
vom 03.11.2009


Schweinegrippe in Ostbayern: Altötting hat die meisten Fälle

Freistaat bundesweit am stärksten betroffen - 1500 Neuerkrankungen übers Wochenende - Experte warnt vor Panikmache



Von Patrick Potstada

München/Berlin. Bayern ist derzeit am stärksten von allen Bundesländern von der Schweinegrippe betroffen. Insgesamt gab es laut Robert-Koch-Institut seit Ausbruch der Pandemie im April bis vergangenen Freitag fast 7500 bestätigte Fälle. Gestern lag die offizielle Zahl des Landesamtes für Gesundheit laut Sprecherin Katrin Grimmer bei rund 9000 Fällen - über das Wochenende sind das zirka 1500 Neuinfektionen. Todesfälle im Zusammenhang mit der Schweinegrippe wurden in Bayern bislang zwei registriert, in Deutschland sind es sechs.
Auch bundesweit sind die Erkrankungen in der vergangenen Woche deutlich angestiegen. „Die Zahl der neu infizierten Menschen hat sich binnen zwei Tagen fast verdoppelt“, sagte RKI-Präsident Jörg Hacker. In einer Woche seien mehr als 3000 Neuinfektionen registriert worden. „Die für den Herbst befürchtete Erkrankungswelle ist in Deutschland angekommen“, stellte Hacker fest.

Saisonale Grippe noch nicht aufgetaucht

Dem RKI-Präsidenten zufolge haben sich seit April rund 30 000 Menschen mit der Neuen Grippe angesteckt. „Im Großen und Ganzen verlaufen die Erkrankungen mild“, sagte Hacker. Er befürchtet aber für die nächste Zeit eine weitere Zunahme der Infektionen. „Die Länge der Welle ist aber schwer vorauszusagen“, fügte er hinzu. Warum gerade Bayern so stark betroffen ist, konnte Hacker nicht sagen.
Grimmer stellte über die hohen Ansteckungszahlen in Bayern folgende Theorie auf: „Eine Häufung von Krankheitsfällen ist in den Schulen zu verzeichnen. Vielleicht weil junge Leute öfter ihre Köpfe zusammenstecken.“ In anderen Bundesländern waren bereits Herbstferien, wodurch die Ansteckung dort eventuell unterbrochen wurde. In Bayern haben die Ferien hingegen gerade erst begonnen.
„Die Schweinegrippe erreicht nun ihren zweiten Gipfel“, sagte Grimmer über das Ausmaß der Krankheit. Die Zahl schwerer Krankheitsverläufe werde zunehmen. Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, Hygieneregeln und die Impfung seien Maßnahmen im Kampf gegen neue Ansteckungen.
RKI-Präsident Hacker warnt jedoch vor Panikmache. „Die jetzige Situation ist bereits im Sommer prognostiziert worden. Es gibt bisher auch keine Mutation des Virus. Das ist erfreulich“, sagte Hacker. Es sei auch noch kein Fall von Resistenz gegen das Grippemittel Tamiflu bekannt geworden.
Die saisonale Grippe hingegen sei in Deutschland in diesem Herbst noch nicht aufgetaucht. Laut RKI verursacht sie jedes Jahr ein bis fünf Millionen zusätzliche Arztbesuche. Etwa 5000 bis 20 000 Patienten müssen in eine Klinik, 8000 bis 11 000 sterben an der saisonalen Grippe. In einigen Jahren, wie in der Saison 1995/96, hat es sogar bis zu 30 000 Todesfälle gegeben.
Die Auslieferung des Impfstoffes gegen die Schweinegrippe an die Apotheken verläuft laut Katrin Gast, Sprecherin der Bayerischen Landesapothekerkammer, nach Plan, auch wenn noch nicht alle Apotheken mit dem Impfstoff versorgt seien. „Bisher sind 360 000 Impfdosen ausgeliefert worden“, sagte Gast. Wie viele Leute sich seit dem Start der Impfaktion Anfang vergangener Woche impfen haben lassen, darüber gibt es keine verlässlichen Zahlen. „Die Ärzte sind nicht verpflichtet zu melden, wie viele Patienten sie geimpft haben“, erklärt Kirsten Warweg, Pressereferentin der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. Verlässliche Zahlen werde es erst mit den Abrechnungen für das laufende Quartal geben.




 Meinungen unserer Leser zu diesem Thema


Kommentar von sprachlos
Ich frage mich, woher diese Zahlen stammen.
Werden hier in großem Umfang entsprechende Tests durchgeführt?
Bezahlen die Kassen solche Tests?
Gibt es eine Meldepflicht?

Fragen über Fragen.............

Kommentar von sergio
Was soll die Grafik???
Was sollte diese Grafik??? Natürlich haben Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg die meisten Schweinegrippe-Fälle - sind ja schließlich auch die bevölkerungsreichsten Bundesländer! Interessant wären die Erkrankungen pro 100 oder pro 1000 Einwohner!

Kommentar von Pedro
Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen
Lest doch mal da nach, vor allem den 15. Abschnitt
Straf- und Bußgeldvorschriften

http://www.bundesrecht.juris.de/ifsg/index.html

Die können eine Zwangsimpfung durchführen, wer sich weigert, wird bestraft...


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