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"Ein Licht im Advent": PNP-Spendenaktion 2012

Damit das Lächeln zurückkehrt

von Sebastian Fleischmann

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Schwimmen war Tatjanas Leidenschaft − bis sich ihre Wirbelsäule immer weiter verkrümmte. Nach der Operation, für die sie ihre langen Haare opfern musste, wird die 15-Jährige wieder sportlich aktiv sein können.

Schwimmen war Tatjanas Leidenschaft − bis sich ihre Wirbelsäule immer weiter verkrümmte. Nach der Operation, für die sie ihre langen Haare opfern musste, wird die 15-Jährige wieder sportlich aktiv sein können.

Schwimmen war Tatjanas Leidenschaft − bis sich ihre Wirbelsäule immer weiter verkrümmte. Nach der Operation, für die sie ihre langen Haare opfern musste, wird die 15-Jährige wieder sportlich aktiv sein können.


Tatjanas trauriger Blick geht ins Leere. Ihr sonst so freundliches Lächeln hat sie verloren. Das 15-jährige Mädchen liegt bäuchlings auf ihrem Bett in einem nüchternen Krankenhauszimmer mit beigen Wänden. Tatjana muss stillhalten, darf sich weder umdrehen noch aufstehen. Einen Hinweis auf den Grund dafür geben die dicke weiße Bandage, die sich auf ganzer Länge über ihren Rücken zieht, und ihre kurzgeschorenen Haare. Sechs Tage zuvor wurde Tatjanas Wirbelsäule mit einer Metallkonstruktion  stabilisiert, ihre langen Haare wurden vor der schweren OP abrasiert.

Schwimmen, Turnen, Klettern − Sport war Tatjanas Lebensinhalt. Bis ihre Mutter vor gut zwei Jahren eine leicht krumme Haltung an ihrer Tochter feststellte, die sich rasch verschlimmerte. Ein Orthopäde in ihrer in Zentralrussland gelegenen Heimatstadt Perm verwies das Mädchen an eine Spezialklinik in St. Petersburg.  Dort wurde idiopathische Skoliose diagnostiziert, eine starke Verkrümmung der Wirbelsäule während des Wachstums, Ursache unbekannt. Die fortschreitende Verformung belastete nicht nur ihre  inneren Organe, sondern auch ihre Zukunftsaussichten. Tatjana möchte Tierärztin werden − ein Beruf, der auch körperlichen Einsatz fordert.

Gut 13 Millionen Menschen mit Behindertenstatus leben laut nationalem Gesundheitsministerium in der Russischen Föderation, darunter an die 700.000 Kinder und Jugendliche.  Zwar hat sich im flächenmäßig größten Land der Erde − Russland ist mit gut 17 Millionen Quadratkilometern fast 50 Mal so groß wie Deutschland − zuletzt vieles zum Positiven entwickelt.  Gerade für Menschen mit Handicap sind die Perspektiven  jedoch nach wie vor nicht gut.  Zwar hat auch Russland die UN-Konvention über Rechte von Menschen mit Behinderung im September ratifiziert − der Weg in Richtung echter Barrierefreiheit zum Beispiel ist aber noch weit.

Allianz für das Wohl der Kinder: Anna Netrebko und Direktor Alexey Baindurashvili wollen die Hilfsmöglichkeiten im Turner-Institut weiter verbessern.  − Fotos: Fleischmann (4)/Turner-Institut (1)

Allianz für das Wohl der Kinder: Anna Netrebko und Direktor Alexey Baindurashvili wollen die Hilfsmöglichkeiten im Turner-Institut weiter verbessern.  − Fotos: Fleischmann (4)/Turner-Institut (1)

Allianz für das Wohl der Kinder: Anna Netrebko und Direktor Alexey Baindurashvili wollen die Hilfsmöglichkeiten im Turner-Institut weiter verbessern.  − Fotos: Fleischmann (4)/Turner-Institut (1)


Zu den Orten der Hoffnung, an denen  Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen sowie schweren Verletzungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen geholfen wird, gehört das landesweit einzigartige, weil auf Kinder spezialisierte, "Turner Scientific and Research Institute for Children's Orthopedics" ("Turner-Institut") in St. Petersburg. Dort erhalten Kinder und Jugendliche wie Tatjana aus dem ganzen Land  die Behandlungen, die ihnen ein Leben inmitten der Gesellschaft ermöglichen − etwa, indem sie selbstständig laufen lernen.

Arsen lernt laufen − der Lokomat, ein Lauf-Roboter, hilft ihm dabei, Opernstar Anna Netrebko sieht zu.

Arsen lernt laufen − der Lokomat, ein Lauf-Roboter, hilft ihm dabei, Opernstar Anna Netrebko sieht zu.

Arsen lernt laufen − der Lokomat, ein Lauf-Roboter, hilft ihm dabei, Opernstar Anna Netrebko sieht zu.


Wie Arsen. Der 15-Jährige aus dem südrussischen Vladikavkaz leidet an zerebraler Kinderlähmung,  einer Bewegungsstörung, die auf eine frühkindliche Hirnschädigung zurückgeht, und spastischen Lähmungen. Im Turner-Institut lernt Arsen laufen, zum ersten Mal in seinem Leben. Nach drei  Operationen an Füßen und Knien lernt er die Bewegungsabläufe  am "Lokomat", einem Roboter-System mit Laufband, auf dem er von elektrisch angetriebenen Führungshilfen  unterstützt wird.

Röntgenbild vorher und nachher: Ärztin Irina Kazaryan zeigt, wie Tatjanas verkrümmte Wirbelsäule (l.) per Metallkonstruktion begradigt wurde.

Röntgenbild vorher und nachher: Ärztin Irina Kazaryan zeigt, wie Tatjanas verkrümmte Wirbelsäule (l.) per Metallkonstruktion begradigt wurde.

Röntgenbild vorher und nachher: Ärztin Irina Kazaryan zeigt, wie Tatjanas verkrümmte Wirbelsäule (l.) per Metallkonstruktion begradigt wurde.


Im Turner-Institut, einer Spezialklinik für Kinder in St. Petersburg, hat sich in den vergangenen Jahren vieles getan. Eine Erweiterung soll dringend benötigte Behandlungen für noch mehr Kinder ermöglichen.

Im Turner-Institut, einer Spezialklinik für Kinder in St. Petersburg, hat sich in den vergangenen Jahren vieles getan. Eine Erweiterung soll dringend benötigte Behandlungen für noch mehr Kinder ermöglichen.

Im Turner-Institut, einer Spezialklinik für Kinder in St. Petersburg, hat sich in den vergangenen Jahren vieles getan. Eine Erweiterung soll dringend benötigte Behandlungen für noch mehr Kinder ermöglichen.




 
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Copyright © Passauer Neue Presse 2014
Dokument erstellt am 2012-11-30 13:37:31
Letzte Änderung am 2012-12-07 17:37:52







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Sebastian Fleischmann


PNP-Redakteur Sebastian Fleischmann hat in Russland recherchiert. Er berichtet über das Hilfsprojekt und die Schicksale der Kinder.