
Von Russisch über Mathe bis Englisch: Im Turner-Institut stehen für Sascha (10) täglich Unterrichtsstunden bei Lehrerin Inna Patrahina auf dem Programm. Weil der rechte Arm einbandagiert ist, lernt Sascha mit links schreiben. Bald soll er wieder regulär zur Schule gehen können. − Foto: Fleischmann
Von Russisch über Mathe bis Englisch: Im Turner-Institut stehen für Sascha (10) täglich Unterrichtsstunden bei Lehrerin Inna Patrahina auf dem Programm. Weil der rechte Arm einbandagiert ist, lernt Sascha mit links schreiben. Bald soll er wieder regulär zur Schule gehen können. − Foto: Fleischmann
Saschas linke Hand beschreibt einen schwungvollen Kreis. Konzentriert blickt der Zehnjährige auf sein Heft, der Stift klemmt fest zwischen Zeigefinger und Daumen. Zwar wirken die kyrillischen Buchstaben, die Sascha zu Papier bringt, ein wenig wackelig. Aber lesbar. "Gut gemacht", nickt Lehrerin Inna Patrahina anerkennend. Eigentlich ist Sascha Rechtshänder. Doch sein rechter Arm steckt in einem dicken Gipsverband. Mit im "Klassenzimmer" befinden sich noch acht andere Kinder zwischen acht und elf Jahren, die über ihren Aufgaben brüten − alle ebenfalls mit Gipsverbänden an Armen und Beinen, ein Junge liegt sogar auf dem Bauch in einem rollbaren Bett. Der Raum befindet sich im "Turner Scientific and Research Institute for Children’s Orthopedics" in St. Petersburg.
Saschas Operation ist erst ein paar Tage her, eine Fehlstellung am Handgelenk wurde korrigiert. Damit sie bald wieder − oder ein Teil der Kinder sogar erstmals − in reguläre Schulen gehen können und den Anschluss nicht verlieren, stehen für die Patienten im Turner-Institut täglich Unterrichtsstunden auf dem Programm, von Russisch über Mathe bis Englisch.
Die PNP-Weihnachtsaktion arbeitet heuer mit der "Anna and Erwin Foundation" zusammen, die das Turner-Institut unterstützt. Dort bekommen Kinder wie Sascha aus dem ganzen Land ihre benötigten Behandlungen. − seb
