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"Ein Licht im Advent": PNP-Spendenaktion 2012

Das schwere Schicksal der Primaballerina

von Sebastian Fleischmann

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Halten zusammen: Kristina (v.l.), ihre Mutter Oksana und Schwesterchen Karina.  − Foto: Fleischmann

Halten zusammen: Kristina (v.l.), ihre Mutter Oksana und Schwesterchen Karina.  − Foto: Fleischmann

Halten zusammen: Kristina (v.l.), ihre Mutter Oksana und Schwesterchen Karina.  − Foto: Fleischmann


Der Zeitungsausschnitt ist Kristinas Schatz. In einer kleinen Kiste hält sie ihn immer griffbereit. Ist sie traurig, holt sie ihn heraus. Auf der Seite des Lokalblattes ist eine Gruppe junger Tänzerinnen nach einem gelungenen Auftritt zu sehen. Ganz rechts strahlt Kristina. Als Primaballerina. Tanzen war Kristinas Leben. Sie träumte von Auftritten auf großen Bühnen. Gute drei Jahre ist der Ausschnitt nun alt. Kurz nachdem die Aufnahme entstand, musste Kristina ihren Lieblingssport aufgeben. Das Mädchen, heute 15, leidet an Skoliose, einer starken Verkrümmung ihrer Wirbelsäule.

Ein Orthopäde diagnostizierte die Deformation, nachdem Kristinas Mutter Oksana die schiefe Haltung ihrer Tochter aufgefallen war. Eine Ursache fand der Arzt nicht. Zunächst durfte Kristina zwar weiter tanzen. Eine starke Rückenmuskulatur, so die Hoffnung des Doktors, sorgt für Stabilität. Doch die Verkrümmung schritt voran. Seit an einem Wirbel ein Ermüdungsbruch festgestellt wurde, ist Sport für sie tabu. Sprünge und andere schnelle Bewegungen sind verboten − und damit auch der Tanzsport, der Kristina alles andere vergessen ließ.

Korsetts für eine bessere Haltung: Deren Anschaffung wird für Kristinas Familie zur finanziellen Bürde.  − Foto: Fleischmann

Korsetts für eine bessere Haltung: Deren Anschaffung wird für Kristinas Familie zur finanziellen Bürde.  − Foto: Fleischmann

Korsetts für eine bessere Haltung: Deren Anschaffung wird für Kristinas Familie zur finanziellen Bürde.  − Foto: Fleischmann


Mutter leidet an Schilddrüsenkrebs

Denn Kristina hat noch weitere Sorgen. Ihr Vater hat die Familie verlassen. Mit Kristina und ihrer Mutter Oksana sowie deren neuem Partner leben auch noch Kristinas Großeltern und ihre kleine Schwester Karina (2) auf engstem Raum in der kleinen Dreizimmerwohnung in Gatschina bei St. Petersburg. Das Geld reicht hinten und vorne nicht. Die Großeltern steuern ihre karge Rente bei, Oksana sorgt mit Gelegenheitsarbeiten für das Nötigste, dazu kommt eine kleine Invalidenrente für Kristina.

Außerplanmäßige Ausgaben werden zur Zerreißprobe. Wie zuletzt für das Korsett, das Kristinas Haltung korrigieren soll. Dann sieht Oksana oft nur einen Ausweg: "Ich muss um Geld betteln", erklärt sie und senkt den Blick. Bei Kristinas Korsett habe nach nervenaufreibendem Hin und Her die Stadtverwaltung geholfen.

Dabei würde Oksana gern dauerhaft arbeiten. "Aber ich kann nicht." Ihr Körper ist am Ende. Der Kampf gegen den Schilddrüsenkrebs hat in den vergangenen Jahren all ihre Kraft gekostet. Zwar hat die Chemotherapie bei der 35-Jährigen angeschlagen. "Aber die Ärzte wissen nicht, ob und wo es Metastasen gibt", sagt sie. Es ist der Kampf für ihre Tochter, der sie weitermachen lässt.

Kristina hofft auf eine Operation

Diese kann seit einiger Zeit nicht mehr zur Schule gehen. Länger als 20 Minuten zu sitzen bereitet ihr Schmerzen. Nur gelegentlich besucht sie ein Heimlehrer, damit sie den Anschluss nicht vollends verliert. Ihren Lebensmut hat Kristina dennoch nicht verloren. Die 15-Jährige hofft, eine Operation genehmigt zu bekommen. Zwar besteht dafür eine lange Warteliste, ein derartiger Eingriff kann nur in wenigen russischen Krankenhäusern geleistet werden. Doch dann, so hofft sie weiter, könnte sie wieder mit ihren Freundinnen zur Schule gehen. Und vielleicht sogar wieder ein bisschen tanzen. Ihren geliebten Zeitungsausschnitt müsste sie dann seltener aus der Schachtel holen.

Die PNP-Weihnachtsaktion arbeitet in diesem Jahr mit der "Anna and Erwin Foundation" zusammen, die sich für benachteiligte Kinder in Russland einsetzt. Mit Ihrer Spende, liebe Leser, können Sie einen Teil dazu beitragen, dass Kindern und Jugendlichen mit körperlichen Einschränkungen wie Kristina eine Zukunft ohne Ausgrenzung und Armut ermöglicht wird.



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Sebastian Fleischmann


PNP-Redakteur Sebastian Fleischmann hat in Russland recherchiert. Er berichtet über das Hilfsprojekt und die Schicksale der Kinder.