Khadja Nin (52) ist eine erfolgreiche Sängerin, verheiratet mit dem belgischen Ex-Rennfahrer Jacky Ickx und lebt an der Côte d’Azur, im Fürstentum Monaco. Doch die Afrikanerin kennt auch die Schattenseiten des Lebens. Ihre burundischen Wurzeln hat sie nie vergessen. Khadja Nin half nicht nur AMADE-Schützling Claude, sie engagiert sich auch als Botschafterin für UNICEF.
Die Burundierin wuchs mit sieben Geschwistern in einer musikbegeisterten Familie in der Hauptstadt Bujumbura auf. Der Vater, ein Diplomat, förderte die Kinder. Mit 17 Jahren schickte er Khadja zum Studieren ins damalige Nachbarland Zaire, wo sie ihren ersten Mann kennenlernte. Mit ihm baute sie eine Pension für Touristen auf, bekam einen Sohn. Als der Bürgerkrieg ausbrach, flüchtete die Familie nach Belgien. Dort folgte der nächste Schicksalsschlag: Ihr Mann wurde ermordet. Khadja Nin stand in einem fremden Land mit einem kleinen Kind völlig alleine da. "Ich habe mich mit Jobs durchgeschlagen, auch die niedrigsten angenommen, damit wir überleben konnten", erzählt sie in ihrer Biografie. Den Traum von einer Musikkarriere hatte sie damals längst begraben.
Doch dann trat 1985 der Musiker und Produzent Nicolas Fiszman in ihr Leben. Er förderte ihr schlummerndes Talent und ihre Karriere, bis das große Label BMG sie Anfang der 1990er Jahre unter Vertrag nahm. Die Musik von Khadja Nin ist eine Mischung aus afrikanischen Elementen, europäischem Pop und lateinamerikanischen Einflüssen. Sie brachte vier Alben heraus, von denen das dritte − "Sambolera" (1996)− das kommerziell erfolgreichste sein sollte. 1997 nahm sie den Pop-Klassiker "Sailing" im Duett mit der spanischen Sopranistin Montserrat Caballé auf, der auf deren Album "Friends For Life" veröffentlicht wurde. Für ihre späte Karriere, die nach schweren Jahren voller Trauer und Not startete, ist die Sängerin dankbar. Sie schreibt: "Die Musik kam in mein Leben wie ein Geschenk von Gott." − Eva Fischl

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