• regioevent.de
  • heimatsport.de
  • am-sonntag.de


pnp.de 31.07.2014

Ostbayern

Heute: 25°C - 12°C

präsentiert von:


Login

   Jetzt registrieren!   Passwort vergessen?




Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...


  • Artikel 9 / 43
  • Pfeil
  • Pfeil




Von Geburt an trägt Euphrème (17) das HI-Virus in sich. Der Junge sah seine Eltern sterben und war selbst dem Tod schon näher als dem Leben. AMADE und sorgte für Euphrèmes Genesung.  − Foto: Hedemann

Von Geburt an trägt Euphrème (17) das HI-Virus in sich. Der Junge sah seine Eltern sterben und war selbst dem Tod schon näher als dem Leben. AMADE und sorgte für Euphrèmes Genesung.  − Foto: Hedemann

Von Geburt an trägt Euphrème (17) das HI-Virus in sich. Der Junge sah seine Eltern sterben und war selbst dem Tod schon näher als dem Leben. AMADE und sorgte für Euphrèmes Genesung.  − Foto: Hedemann


Euphrème Manirambona verrät nicht gerne, wie alt er ist. Er hasst die Nachfrage, die er mit "Doch, ich bin wirklich 17 Jahre alt", beantworten muss. Euphrème geht seinen Altergenossen gerade mal bis zur Schulter, manchen nur bis zur Brust. Auf einer Waage stand er seit Jahren nicht, der Zeiger würde wohl vor der 40 stehen bleiben. Als seine Freunde in die Höhe schossen, lag Euphrème drei Jahre lang krank in der Hütte, in der kurz zuvor seine Eltern gestorben waren und hörte auf, zu wachsen. AMADE holte den Jungen mit den zarten Gliedern zurück ins Leben.

Über das, was Euphrème dem Reporter erzählt, erzählt er normalerweise nur dem lieben Gott. "Ich trage die Krankheit in mir, an der meine Eltern starben. Ich bin HIV-positiv." Die meisten seiner Klassenkameraden, die drei Jahre jünger und oft größer als Euphrème sind, wissen nicht, dass ihr Freund den tödlichen Virus in sich trägt. Die meisten wissen noch nicht einmal, dass er drei Jahre älter ist. Doch sie wissen, dass Euphrème der beste Schüler der Klasse ist. "Ich strenge mich in der Schule an, weil ich Arzt werden will", sagt Euphrème. Er will helfen, so wie die Ärzte ihm vor fünf Jahren geholfen haben.

Mit seinen Cousinen und Cousins lebt Euphrème unter einem Dach. Die große Bauernfamilie hat den kranken Jungen aufgenommen und kümmert sich liebevoll um den zartgliedrigen, schwachen jungen Mann.

Mit seinen Cousinen und Cousins lebt Euphrème unter einem Dach. Die große Bauernfamilie hat den kranken Jungen aufgenommen und kümmert sich liebevoll um den zartgliedrigen, schwachen jungen Mann.

Mit seinen Cousinen und Cousins lebt Euphrème unter einem Dach. Die große Bauernfamilie hat den kranken Jungen aufgenommen und kümmert sich liebevoll um den zartgliedrigen, schwachen jungen Mann.


Drei Jahre intensive ärztliche BehandlungAls AMADE-Mitarbeiter von Euphrèmes Schicksal erfuhren, brachten sie ihn sofort ins Krankenhaus in die drei Autostunden entfernte Hauptstadt Bujumbura. Ein Test bestätigte, was die Ärzte beim Anblick des abgemagerten Jungen mit den geschwollenen Gelenken längst befürchtet hatten: Euphrème wurde bereits im Mutterleib mit dem HI-Virus infiziert. Drei Jahre brauchten die Mediziner, um das Einzelkind, das dem Tod näher als dem Leben war, wieder auf die Beine zu bringen.

AMADE übernahm die Behandlungskosten, richtete Euphrème ein Zimmer im Übergangswohnheim in der Nähe des Krankenhauses ein. Mittlerweile haben die Ärzte die Immunschwäche-Krankheit in Euphrèmes Körper im Griff. Nur die tägliche Pille am Morgen darf er nie vergessen.

"Meine Mutter war wunderschön""Endlich kann ich wieder Fußballspielen und ich habe keine Schmerzen mehr", erzählt Euphrème mit leiser Stimme. Er ist stiller als die anderen Kinder in seiner Klasse. Früher war Euphrème genau so laut wie die anderen Kinder. Früher, das war bevor zunächst sein Vater, wenige Monate später seine Mutter starb. "Ich habe kein Foto von meiner Mutter und meine Erinnerungen verblassen allmählich. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass sie wunderschön war und mich sehr liebte", erzählt Euphrème.

Beim Wasserholen oder in der Schule: Euphrème denkt jeden Tag an seine Eltern, doch zu ihrem Grab geht er nie. "Ich weiß nicht, vielleicht habe ich Angst", sagt der schüchterne Junge.

Seitdem seine Eltern tot sind, wohnt Euphrème bei seinem Onkel und seiner Tante. Seine sechs Cousinen und Cousins sind ihm jetzt die Geschwister, die er nie hatte. In Burundi gibt es unendlich viele dieser Aids-Patchwork-Familien. Zusammen mit seiner neuen Familie bestellt Euphrème einen kleinen Acker, hält ein paar Kühe. Mais, Kartoffeln, Bohnen, ein bisschen Milch, ganz selten ein Stück Fleisch. Viel ist es nicht, was die Bauernfamilie hat. Wenn es manchmal nicht für alle reicht, schieben Euphrèmes "Geschwister" ihrem Bruder oft noch einen extra Happen zu. Sie wissen, dass er drei Jahre fast nichts gegessen hat und aufholen muss. − Philipp Hedemann



Ausführliche Berichte aus der Zeitung: Einzelausgabe als PDF online kaufen | Bereich für Abonnenten





Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2014
Dokument erstellt am







Spendenaktion 2011


Ein Licht im Advent - Waisenkinder in Burundi




Grußwort von Prinzessin Caroline


Prinzessin Caroline - Grußwort
Liebe Leserinnen, liebe Leser! Von allen Ländern der Welt ist Burundi mit Sicherheit eins mit der schmerzvollsten jüngeren Geschichte, aber auch eines der tapfersten... [mehr]




Danke für Ihre Spende! Spendersuche:



Suchen alle anzeigen





Informationen zu Burundi


Mehr Informationen zu Burundi
Burundi ist das drittärmste Land der Welt. Die Mutter- und Säuglingssterblichkeit gehört zu den höchsten der Welt. 166 von 1000 Kindern sterben, bevor sie das fünfte Lebensjahr erreicht haben... [Mehr Infos]




Die Autoren


Eva Fischl und Philipp Hedemann haben in Burundi recherchiert. Sie berichten über das Hilfsprojekt und die Schicksale von Kindern.