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vom 10.07.2009
Messerstecher verletzt Burghauser Urlauber
Überfall auf Urlaubergruppe in türkischem Hotel - Witali S. liegt in Privatkrankenhaus - Probleme mit Rückholung
Burghausen. Bei einem Überfall auf ein Hotel in Alanya an der türkischen Riviera wurde am Samstag der 26-jährige Burghauser Witali S. schwer verletzt. Der Burghauser, Meister in der Papierfabrik Trostberg, befand sich mit fünf Freunden, drei weiteren Burghausern, einem Regensburger und einem Unterneukirchner, auf gemeinsamer Urlaubsreise. Nach der Ankunft und Einchecken im Hotel gingen sie zuerst im Ort spazieren. Bei der Rückkunft wurden sie nach Aussage von Witalis Mutter Irina in der Hotel-Eingangshalle plötzlich von einer elfköpfigen Gruppe angegriffen. Ein Mann von geringer Körpergröße fügte den Reisenden teils erhebliche Schnittwunden im Bauch und an den Beinen zu. Das Motiv für den Übergriff der Türkengang ist unklar. Irina S. zufolge ist dem Vorfall keinerlei Auseinandersetzung vorausgegangen. Der ganze Überfall sei von Kameras festgehalten worden und die Angreifer seien festgenommen. Witali S. wurde ebenso wie der Regensburger besonders übel zugerichtet und in eine Privatklinik eingeliefert, wo er bis jetzt liegt. Die nur leicht verletzten Urlauber aus der Reisegruppe treten heute, Freitag, die Rückreise an. Der Vater und Bruder des schwer Verletzten sind in die Türkei geflogen und versuchen, den Krankentransport zurück nach Deutschland zu organisieren. Wegen der schweren Verletzungen kann Witali S. derzeit nur liegend transportiert werden. Das Problem dabei: Witali S. hat keine Rückholversicherung abgeschlossen. Für einen Transport fühlt sich die Techniker-Krankenkasse demnach nicht zuständig. Die Finanzierung der Rückholung bereitet den Eltern Sorgen, da eine Summe von ca. 25 000 Euro im Raum steht. Ein Problem stellt auch dar, dass der Verletzte in ein Privatkrankenhaus eingeliefert wurde. Bei Verlassen des Hauses muss der Patient bar bezahlen bzw. den verlangten Betrag vorstrecken. Wie eine Rückfrage bei der Techniker-Krankenkasse ergibt, werden nur die Kosten in Höhe der Sätze in staatlichen türkischen Krankenhäusern übernommen. Bekomme die Krankenkasse innerhalb von sechs Wochen nach Anfrage keine Antwort vom türkischen Träger, würden die deutschen Kassensätze als Grundlage herangezogen. Diese seien meistens so hoch, dass auch die privaten Behandlungskosten in der Türkei damit abgedeckt werden können. „Die Behandlungskosten werden auf jeden Fall zum großen Teil erstattet,“ erklärt der Sprecher der Techniker-Krankenkasse Stephan Mayer, München. In dem vorliegenden Fall werde nachträglich untersucht, ob Regressansprüche gegen den Täter geltend gemacht werden können. Um die Rückreise muss sich die Familie selbst kümmern. Kostenmäßig am günstigsten wäre es, die Genesung so weit abzuwarten, bis ein normaler Linienflug in Anspruch genommen werden kann. Pressesprecher Stephan Mayer nutzt die Gelegenheit, dringend auf den Abschluss von Zusatzversicherungen von 8 bis 12 Euro bei Reisen hinzuweisen. - Die Mutter von Witali S. setzt jetzt ihre Hoffnungen auf den Weißen Ring, der sich in die Angelegenheit eingeschaltet hat. - fu
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