Startseite Login E-Paper Kontakt Impressum Sitemap Hilfe
Suche
Zur\x87ck zur Startseite von pnp.de
ANZEIGENMARKT

ABONNENTEN

Registrieren! Passwort vergessen?
Nachrichten Lokales Sport Freizeit Journal Anzeigenmarkt ServiceCenter Mitmachen
Sie sind hier: Startseite / Freizeit / Kino / Kino-Kritiken / Artikel Donnerstag, 29. Juli 2010
KINO
Kino-Programm (Suche)
Kino-Links
HollywoodNews

STARS / KRITIK / REPORT
Kino-Stars
Kino-Kritiken
Kino-Ticker
Kino-Reportagen

LESER KINO-CHARTS
1. Eclipse - Biss zum Abendrot
2. Knight and Day
3. Avatar - Aufbruch nach Pand
4. Prince of Persia - Der Sand
5. A Serious Man

Die kompletten Kino-Charts finden sie hier.

NEU IM KINO
 Toy Story 3 3D
 Kiss & Kill
 Renn, wenn du kannst
 Das Konzert
 Freche Mädchen 2
 Inception
 Kindsköpfe
 Karate Kid
 Knight and Day
 Kleine Wunder in Athen
 Eclipse - Biss zum Abendrot
 Predators
 Lügen macht erfinderisch
 Die Erde von oben - Der Wald
 Die Erde von oben - Seen & Ozeane
 Marcello Marcello
 Der Andere
 Das Lied von den zwei Pferden
 Für immer Shrek
 Jungs bleiben Jungs

SCHON ENTDECKT?
Anzeigen für die PNP - gleich hier aufgeben
Kfz, Stellenmarkt, Fundgrube,... - Anzeigen für die Zeitung direkt online eintippen! [mehr]


Kinderuni Deggendorf
Kinderuni Deggendorf
Das neue Projekt für Kids, die's wissen wollen... [mehr]


KINO-KRITIKEN
vom 01.04.2010


Die Fremde
Ein eindringlicher Beitrag zur Migrationsdebatte: "Die Fremde" erzählt von Gewalt gegen Frauen in türkischen Familien und von den Hintergründen des Schlagzeilenbegriffs "Ehrenmord".




Hin und hergerissen: Wie eine Deutschtürkin unter Zwangsheirat und häuslicher Gewalt leidet und von ihrer Familie keine Hilfe erwarten kann. (Foto: Majestic)


V:Majestic, D 2009, R: Feo Aladag, D: Sibel Kekilli, Nizam Schiller, Derya Alabora u.a.




Auf der Flucht

Familienehre ist ein teures Gut: Sie zeugt von der Loyalität, von gesellschaftlichem Ansehen und von Tradition. Doch immer wieder wird die Öffentlichkeit von Meldungen aufgeschreckt, dass junge meist türkische Frauen von ihren eigenen Familienmitgliedern auf grausame Weise getötet wurden, weil sie die Ehre der Familie verletzt hätten. Als Grund für solche sogenannten "Ehrenmorde" wird in der Regel die zu westliche, zu offenherzige Lebensweise der Töchter oder Schwestern genannt. Mitte Februar erst wurde in der Türkei ein 16-jähriges Mädchen lebendig begraben, offenbar weil sie sich gegen die Gewaltausbrüche ihres Vaters mehrfach bei der Polizei beschwert hatte. Nun kommt ein Film in die Kinos, der die bedrängte Situation von türkischen Frauen aus solchen Familienhäusern beschreibt. In "Die Fremde" spielt Sibel Kekilli eine junge Mutter aus Istanbul, die aus den beklemmenden Verhältnissen ihrer Ehe nach Berlin zu ihren Eltern flüchtet, dort aber wegen ihres emanzipierten Schrittes nur auf Ablehnung stößt.

Die mächtige Stellung des Mannes in der türkischen Kultur mag kein Klischee sein. Doch Verallgemeinerung liegt Debütregisseurin Feo Aladag, die auch das Drehbuch schrieb, fern. Auch Hauptdarstellerin Kekilli plädiert für eine differenzierte Auseinandersetzung mit solch emotional aufgeladenen Begriffen wie "Ehrenmord": Es gebe viel zu wenige Filme, die sich mit Gewalt gegen Frauen in türkischen Familien ernsthaft auseinandersetzten, sagt die bald 30-jährige Schauspielerin. Nach ihrem Durchbruch als ernsthafte Schauspielerin in Fatih Akins Beziehungsdrama "Gegen die Wand" zeigt sie einmal mehr, wie intensiv sie zerbrechlich wirkende und doch starke Frauenrollen darstellen kann.

Kekilli ist als junge Türkin Umay zu sehen, die in Deutschland aufwuchs. Doch von ihren Eltern wird sie in die Türkei geschickt, um dort einen Mann zu heiraten, den sie nicht liebt, geschweige denn näher kennt. Der beginnt sie irgendwann zu schlagen, zu vergewaltigen, einzuschüchtern. Sie versucht sich auf ihre Weise gegen die Gewaltausbrüche ihres Mannes zu wehren. Umay flieht mit ihrem kleinen Sohn Cem (Nizam Schiller) außer Landes, verlässt Istanbul und sucht Schutz bei ihrer in Berlin lebenden Familie. Doch dort ist man von der Abkehr von ihrem Ehemann keineswegs begeistert. Die Eltern lassen sie ihre Enttäuschung, ja sogar Anwiderung spüren. Die Verzweiflung ist Umay ins Gesicht geschrieben. Selbst ihr großer Bruder, der sein Gesicht nicht verlieren will, bedroht sie. Der Vater erleidet einen Herzanfall.

"Die Fremde" strotzt dabei weniger vor körperlicher als vielmehr emotionaler Gewalt. So erschütternd die brutalen Übergriffe des Ehemanns Kemal (Ufuk Bayraktar) auch auf den Zuschauer wirken, ist es die Hoffnungslosigkeit der jungen Frau, sich keiner Unterstützung gewiss sein zu können, die am stärksten aufrüttelt. Der Schrei nach Gerechtigkeit ertönt immer wieder aus der Kehle Umays und wird doch nicht erhört. Wie Balsam wirken da die zarte Liebesbande zu ihrem Arbeitskollegen Stipe (Florian Lukas), die jedoch ihre Situation noch mehr verkomplizieren. Als der verlassene Gatte auch noch nach Deutschland reist, um seinen Sohn in die Türkei zu entführen, erscheint das aussichtslose Unglück komplett. Die Familie wendet sich gegen Umay - alle Liebe scheint zerstört.

"Die Fremde" greift ein latent in der Medienberichterstattung vorkommendes Gesellschaftsproblem auf und versucht, die Hintergründe hinter den Schlagzeilen auszuleuchten. Filmemacherin Aladag steuert damit ein wichtiges Dokument zur hochaktuellen Migrationsdebatte bei. Ihre Inszenierung ist nicht alert, nicht sensationsheischend, sondern auf fast unerträgliche Weise zurückhaltend, sensibel, protokollierend. Die Unvereinbarkeit kultureller Abnormen wie Zwangsheirat und "Ehrenmord" mit dem freiheitlichen gleichberechtigten Zusammenleben von Männern und Frauen führt der Film nur allzu eindrücklich vor Augen. Er appelliert an das Engagement der Zuschauer, nicht wegzuschauen, sondern sich für Integration und Mitmenschlichkeit einzusetzen. Dabei hilft, dass auch die Männerrollen als zwiegespaltene Charaktere portraitiert werden, die mit ihren überlieferten Traditionen und Verhaltensmustern zu kämpfen haben und auch daran zerbrechen können.

Leif Kramp
teleschau - der mediendienst





INFOS
Filmbewertung:ausgezeichnet
Starttermin:11.03.2010
Verleih:Majestic
Genre:Drama
Laufzeit:119 Min.
Jahr:2009
Land:D





LINKS
 •   Homepage des Films
 •   Fanseite Sibel Kekilli





BILDER
Grossansicht (Foto: Majestic)
Grossansicht (Foto: Majestic)
GrossansichtEin kurzer Moment der Leichtigkeit: In ihrem Kampf um ein eigenes Leben ohne Unterdrückung erfährt Umay (Sibel Kekilli) nur ein kurzes Glück mit Snipe (Florian Lukas). (Foto: Majestic)
GrossansichtAllein ist sie, und verlassen. Umay (Sibel Kekilli) hat sich gegen ihren Mann gestellt und muss nun um ihr Leben fürchten. (Foto: Majestic)
GrossansichtNachdenklich und sorgenvoll: Umay (Sibel Kekilli) wurde von ihrer Familie in die Türkei geschickt, um dort eine Familie zu gründen. Doch sie möchte mit ihrem Sohn lieber in Deutschland leben. (Foto: Majestic)
GrossansichtUmay (Sibel Kekilli) erlebt wenige glückliche Momente mit Snipe (Florian Lukas). (Foto: Majestic)
Grossansicht (Foto: Majestic)
Grossansicht (Foto: Majestic)
Grossansicht (Foto: Majestic)
Grossansicht (Foto: Majestic)



foo
FREIZEIT
Überblick
Zweisam-Singlesuche
Partnervermittlung
Kalender
Kino
Vereine
TV-Programm
Buchtipp
Surftipp
Fotostrecken
Kultur
PNP-Jugendcamp
Kinderuni
PNP-Paper
 PNP-SONDERAKTION
Traumpartner finden
14 Tage lang kostenlos testen [mehr]

 FORUM
Diskutieren Sie mit
Ihre Meinung ist uns wichtig: Besuchen Sie uns im Leserforum! [mehr]

 STELLENMARKT
Jobs zum Herunterladen
Alle Stellenangebote und -gesuche der Region in einem PDF-Dokument. Kostenfrei! [mehr]




Nachrichten · Lokales · Sport · Freizeit · Magazin · Anzeigenmarkt · ServiceCenter · Mitmachen · Kostenlose Community · pnp.druck
Copyright © Neue Presse Verlags-GmbH. Alle Inhalte von PNP-Online sind urheberrechtlich geschützt.
Eine Weiterveröffentlichung, Vervielfältigung, Verbreitung auch in elektronischer Form, sowie eine Speicherung,
die über die private Nutzung hinausgeht, ist ohne vorherige Zustimmung des Verlages nicht zulässig.