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| KINO-KRITIKEN |
vom 01.04.2010
Fall 39 Renée Zellweger wandelt nach 15 Jahren wieder einmal auf Horrorpfaden - und kommt gewaltig vom Weg ab.
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In "Fall 39" versucht Renée Zellweger sich noch einmal im Horror-Genre. (Foto: Paramount)
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V:Paramount, USA 2007, R: Christian Alvart, D: Renée Zellweger, Jodelle Ferland, Bradley Cooper u.a.
Zu den Akten
Eigentlich ist die Sozialarbeiterin Emily (Renée Zellweger) vollkommen überlastet. Doch den "Fall 39" übernimmt sie gerne, denn hier geht es um ein Kinderleben: Die kleine Lillith (Jodelle Ferland) wird aus unerfindlichen Gründen von ihren eigenen Eltern bedroht, schließlich sogar angegriffen. Die engagierte Emily rettet dem Mädchen das Leben und wird seine Pflegemutter. Dass sie sich damit einen fiesen Dämon ins Haus holt, ahnt sie nicht - der Zuschauer hingegen hat das schon lange durchschaut. Ebenso wie den weiteren Verlauf der Geschichte. So kann der schablonenartige Horrorthriller weder einen spannenden Plot noch subtilen Grusel entwickeln. Stattdessen setzt "Antikörper"-Regisseur Christian Alvart in seinem Hollywooddebüt ganz auf Schauspieler und Schockeffekte. Doch die reichen häufig nicht aus.
Eigentlich war "Fall 39" schon 2007 abgedreht und verstaubte seitdem in den Archiven der Produktionsfirma Paramount. Warum er ausgerechnet jetzt zur Wiedervorlage kommt, bleibt ein Rätsel, wenn sich auch der bei Drehstart eher unbekannte Nebendarsteller Bradley Cooper inzwischen mit dem Comedy-Hit "Hangover" und einigen romantischen Komödien hierzulande einen Namen gemacht hat.
Warum der Film so lange unverwertet blieb, wird dagegen schon in den ersten Minuten klar. Regisseur Alvart hat sämtliche Vorgaben - und damit jedes Klischee - des Genres erfüllt. Hauptfigur mit blondem Haar und freundlichem Gemüt: vorhanden. Niedliches Mädchen mit schwarzem Haar und leerem Blick: vorhanden. Grausame Morde mit ungewöhnlichen Methoden: vorhanden. Doch aus dem Ganzen wird weder ein solider Horrorfilm noch wenigstens eine selbstironische Farce. Die Handlung ist dermaßen vorhersehbar, dass die seltenen gut inszenierten Schockmomente die Zuschauer weniger aus den Sitzen als aus dem Schlaf reißen werden. Allerdings schießt Alvart dabei dann oft über das Ziel hinaus, sodass die haarsträubendsten Szenen nicht unheimlich wirken - sondern schlicht lächerlich, wie etwa ein versehentlicher Selbstmord mittels Duschkabine.
Ein kleiner Lichtblick ist Jodelle Ferland. Die Nachwuchsschauspielerin hat bereits mit vier Jahren erste Filmerfahrungen gesammelt und ist seitdem häufig auf US-amerikanischen Bildschirmen zu sehen. Sie verleiht ihrer Filmfigur Lillith tatsächlich einen Hauch düsteres Charisma - allerdings nicht genug, um die Langeweile vergessen zu lassen. Auch Renée Zellweger, die 1994 mit dem Flop "Texas Chainsaw Massacre - Die Rückkehr" ihren letzten Auftritt in einem Horrorfilm hatte, müht sich redlich, gegen die dämliche Handlung anzuspielen, jedoch weitgehend erfolglos. "Fall 39" ist nur für beinharte Genrefans wirklich zu empfehlen - der Rest darf ihn getrost unbesehen zu den Akten legen.
Sabine Metzger teleschau - der mediendienst
| INFOS | | Filmbewertung: | akzeptabel | | Starttermin: | 11.03.2010 | | Verleih: | Paramount | | Genre: | Thriller | | Laufzeit: | 113 Min. | | Jahr: | 2007 | | Land: | USA |
| BILDER |  | (Foto: 2008 by Paramount Pictures) |  | (Foto: 2009 by Paramount Pictures) |  | Emily (Renée Zellweger, rechts) gibt der kleinen Lillith (Jodelle Ferland) ein neues, liebevolles Zuhause. (Foto: 2008 by Paramount Pictures) |  | Margaret (Kerry O Malley, rechts) und Edward Sullivan (Callum Keith Rennie) stehen im Verdacht, ihre kleine Tochter Lillith (Jodelle Ferland) zu misshandeln. (Foto: 2008 by Paramount Pictures) |  | Der Kinderpsychologe Douglas (Bradley Cooper) unterstützt Emily - beruflich wie privat. (Foto: 2008 by Paramount Pictures) |  | Die kleine Lillith (Jodelle Ferland) ist alles andere als ein Unschuldsengel. (Foto: 2008 by Paramount Pictures) |  | Emily (Renée Zellweger) will sich um ihr Pflegekind kümmern - mit einem Küchenmesser. (Foto: 2008 by Paramount Pictures) |  | (Foto: 2008 by Paramount Pictures) |  | (Foto: 2009 by Paramount Pictures) |  | (Foto: 2008 by Paramount Pictures) |
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